AMD Ryzen 5 1600X, 1600, 1500X & 1400 im Test: Könige der Mittelklasse 5/6

Volker Rißka 948 Kommentare

Overclocking von Ryzen-5-CPU

Overclocking ist bei Ryzen ein wichtiges Thema, schließlich wirbt AMD bereits seit Monaten damit, dass alle Ryzen-CPUs mit frei bestimmbarem Multiplikator verfügbar sein werden. Nichtsdestoweniger gilt: Wie immer geht bei einer Übertaktung die Garantie der Boxed-CPUs verloren.

Ryzen 7 hat sich im Test allerdings nicht als OC-Wunder erwiesen und auch die neuen Ryzen-5-Prozessoren sind es nicht, die hängen letztendlich an derselben Hürde von circa 4,0 GHz wie die 8-Kern-Modelle. Die größeren Modelle haben damit kaum Luft nach oben. Weil alle Varianten annähernd dasselbe Verhalten zeigen, bieten sich die ab Werk langsameren Modelle eindeutig besser zum Übertakten an: Mit niedrigem Basistakt kommen sie am Ende auf ein vergleichbares OC-Niveau und sie sind daher letztlich die besseren Overclocking-CPUs. Von den hoch taktenden größeren Varianten geht es dementsprechend prozentual nur minimal nach oben.

Ryzen 5 1600X mit 4,1 GHz
Ryzen 5 1600X mit 4,1 GHz

Deutlich höherer Stromverbrauch

Statt maximal 150 Watt Verbrauch im System bei Standardtakt kann ein Ryzen 5 1600X bei 4,1 GHz und leicht gesteigerter Spannung auch 220 Watt aus der Steckdose ziehen. Auch die anderen drei Vertreter legen bei leichter Spannungszunahme in der Leistungsaufnahme deutlich zu.

Meistens unkritische Temperaturen

Der Ryzen 5 1600X zeigt bei 4,1 GHz nach drei Minuten 100,3 Grad Celsius an – einmal mehr kann der Offset-Modus für einen Schreck sorgen. Ohne die 20 °C Aufschlag sind es zwar weiterhin hohe 80 Grad, die mit einem potenten Luftkühler erreicht werden, der Wert ist trotzdem als unkritisch einzustufen. Das Ergebnis passt wiederum auch zu den Temperaturen beim Übertakten der kleineren Modelle, der Ryzen 5 1600 kommt bei 4 GHz auch auf 73 Grad.

Overclocking – Takt, Leistungsaufnahme (P) und Temperatur (T)
Modell Takt
(default, Turbo all Cores)
Takt
(OC, all Cores)
max. P
(default)
max. T
(default)
max. P
(OC)
max. T
(OC)
ΔP ΔT
Ryzen 5 1600X 3,7 GHz 4,1 GHz 148 W 55 °C 219 W 80 °C +71 W +25 K
Ryzen 5 1600 3,4 GHz 4,0 GHz 125 W 49 °C 180 W 73 °C +55 W +24 K
Ryzen 5 1500X 3,6 GHz 4,0 GHz 107 W 49 °C 131 W 59 °C +24 W +10 K
Ryzen 5 1400 3,2 GHz 3,9 GHz 98 W 46 °C 134 W 64 °C +36 W +18 K

Etwas aus der Reihe fällt der Ryzen 5 1500X - ein offensichtlich „gutes Modell“. Die nur marginale Zunahme der Leistungsaufnahme und damit auch nur eine geringe Temperaturerhöhung liefert ein sehr gutes Bild ab. Der Ryzen 5 1400 im Test ist hingegen schlechter aufgestellt, denn er will mehr Leistung für weniger Takt und wird dabei auch noch wärmer. Prozentual gesehen ist der Taktsprung dort aber auch am größten, da er nur 3,2 GHz in der Default-Konfiguration bietet.

Auch DDR4-Speicher kann übertaktet werden

Wenngleich viele BIOS-Versionen DDR4-Speicher auf den Ryzen-Plattformen auf DDR4-3.200 limitieren, kann mit dem Hinzuziehen des BCLKs der Takt darüber hinaus gesteigert werden. So waren beim ComputerBase-Testsystem mit dem CrossHair VI Hero von Asus und flottem Single-Rank-Speicher von G.Skill einmal mehr bereits im Quick-and-Dirty-Test ohne große Einstellungen im BIOS über DDR4-3.600 drin.

Overclocking von DDR4-Speicher mit Ryzen 5
Overclocking von DDR4-Speicher mit Ryzen 5

Undervolting von Ryzen-5-CPU

Undervolting, also das Absenken der Spannung der CPU, ist in der Regel noch mehr für Geeks denn das Overclocking – aber es kann einen beachtlichen Effekt haben. Moderne Mainboards bieten dafür seit einigen Jahren mit dem Offset-Modus ein einfaches Werkzeug: Darüber wird von der Standardspannung, die AMD bei der CPU in verschiedenen Lastszenarien verlangt, einfach ein Wert X abgezogen. In der Regel sind dies mindestens 0,1 Volt, wenn es gut funktioniert auch 0,15 Volt – bei Ryzen 5 ist es oft die goldene Mitte von -0,125 Volt.

Leistungsaufnahme (P) und Temperatur (T) default/undervoltet & Differenz
Modell max. P (default) max. T (default) max. P (UV) max. T (UV) ΔP ΔT
Ryzen 5 1600X 148 W 55 °C 120 W 48 °C -28 W -7 K
Ryzen 5 1600 125 W 49 °C 105 W 44 °C -20 W -5 K
Ryzen 5 1500X 107 W 49 °C 92 W 42 °C -15 W -7 K
Ryzen 5 1400 98 W 46 °C 81 W 40 °C -17 W -6 K

Da alle CPUs im Leerlauf unter Windows 10 mit 44 Watt gemessen wurden, können insbesondere die kleinsten Vertreter beeindrucken. Auf nur noch 37 Watt Leistungsaufnahme kommt der Ryzen 5 1400 dann, der Ryzen 5 1500X ist mit 48 Watt ebenfalls kein schlechter Vertreter, und auch der kleinste Sechskern-Prozessor Ryzen 5 1600 zeigt mit 61 Watt, warum er auch in dieser TDP-Klasse zu Hause sein darf.

Ryzen 5 1600 undervoltet
Ryzen 5 1600 undervoltet

Preis-Leistungs-Verhältnis

Im Preis-Leistungs-Verhältnis wird das Performance-Rating auf Basis aller Anwendungen und Spiele in Full-HD-Auflösung herangezogen. Bei den Preisen gilt, dass die Produkte zum Zeitpunkt der Ermittlung auch verfügbar sein sollten, mit der Randbedingung, dass es sich um einen renommierten Shop handelt (Stand 11.04.2017).

27 Einträge
Preis
Angaben in Euro
    • Intel Celeron G3930
      35
    • Intel Celeron G3900
      35
    • Intel Celeron G1840
      35
    • Intel Pentium G4400
      55
    • Intel Pentium G4560
      60
    • AMD Athlon X4 880K
      75
    • AMD FX-6300
      80
    • Intel Pentium G3440
      90
    • AMD A10-7860K
      95
    • AMD A10-7870K
      105
    • Intel Core i3-7100
      110
    • Intel Core i3-6100
      115
    • AMD FX-8370e
      115
    • AMD FX-8350
      125
    • AMD A10-7890K
      140
    • Intel Core i3-4330
      150
    • AMD Phenom II X6 1090T
      150
    • AMD FX-8370
      160
    • AMD Ryzen R5 1400
      170
    • Intel Core i5-7400
      175
    • AMD FX-9590
      175
    • Intel Core i3-7350K
      185
    • Intel Core i5-7500
      200
    • Intel Core i5-6500
      200
    • AMD Ryzen R5 1500X
      220
    • Intel Core i5-7600
      225
    • Intel Core i5-6600K
      230
    • Intel Core i5-7600K
      240
    • Intel Core i5-4690K
      250
    • AMD Ryzen R5 1600
      250
    • Intel Core i5-2500K
      255
      Hinweis: nicht mehr verfügbar
    • Intel Xeon E3-1231 v3
      265
    • Intel Xeon E3-1230 v5
      280
    • AMD Ryzen R5 1600X
      280
    • Intel Core i5-5675C
      290
    • Intel Core i7-7700
      300
    • Intel Core i7-2600K
      300
      Hinweis: nicht mehr verfügbar
    • Intel Core i7-6700K
      320
    • Intel Core i7-6700T
      320
    • Intel Core i7-7700T
      340
    • AMD Ryzen R7 1700
      340
    • Intel Core i7-7700K
      350
    • Intel Core i7-3770K
      350
      Hinweis: nicht mehr verfügbar
    • Intel Core i7-4790K
      360
    • AMD Ryzen R7 1700X
      390
    • Intel Core i7-5820K
      410
    • Intel Core i7-6800K
      415
    • AMD Ryzen R7 1800X
      510
    • Intel Core i7-6850K
      580
    • Intel Core i7-5930K
      640
    • Intel Core i7-5960X
      1.080
    • Intel Core i7-6900K
      1.115
    • Intel Core i7-6950X
      1.780

AMDs Prozessoren zeigen sich in diesem Streudiagramm unter Berücksichtigung von Anwendungen und Spielen von einer sehr positiven Seite. Die Ryzen 5 bieten nämlich nicht nur eine gute Leistung, sondern auch einen guten Preis – und dies bereits zum Start, wo die Preise traditionell noch ein wenig höher liegen.

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