GTX 1060/1080 9/11 Gbps im Test: Der schnellere Speicher bringt ein wenig mehr Schub 2/5

Wolfgang Andermahr 87 Kommentare

Testergebnisse

Wie ComputerBase Grafikkarten testet sowie die verwendete Hardware und Treiber kann in diesem separaten „Benchmark & Methodik“-Artikel nachgelesen werden. Ab April 2017 hat ComputerBase das Testverfahren deutlich abgeändert, um moderne Grafikkarten besser bewerten zu können. Ein Blick in den Artikel klärt die wesentlichen Fragen.

So takten die Grafikkarten

Das Testsample der Asus GeForce GTX 1060 9 Gbps taktet bei normal hohen Temperaturen sowie voller GPU-Last in Spielen mit maximal 1.962 MHz. Auf der MSI GeForce GTX 1080 Gaming X+ 8G liegt die Frequenz bei 1.949 MHz. Da das Temperature-Target in beiden Fällen weit entfernt ist, takten die 3D-Beschleuniger nur durch das Power-Target herunter. Dieses kann manuell erweitert werden, sodass durchweg die maximal möglichen Taktraten anliegen.

Taktraten nach 20 Minuten Last im Fractal Design Define R5
Spiel Asus GeForce
GTX 1060 9 Gbps
MSI GeForce
GTX 1080 Gaming X+ 8G
Anno 2205 1.962 MHz 1.898-1.911 MHz [PT]
Ashes of the Singularity 1.949-1.962 MHz [PT] 1.924-1.949 MHz [PT]
Battlefield 1 1.962 MHz 1.949 MHz
CoD: Infinite Warfare 1.962 MHz 1.949 MHz
Deus Ex: Mankind Divided 1.962 MHz 1.949 MHz
Dishonored 2 1.962 MHz 1.936-1.949 MHz [PT]
Doom 1.962 MHz 1.924-1.949 MHz [PT]
F1 2016 1.962 MHz 1.949 MHz
For Honor 1.962 MHz 1.949 MHz
Gears of War 4 1.924-1.936 MHz [PT] 1.886-1.911 MHz [PT]
Ghost Recon Wildlands 1.962 MHz 1.949 MHz
Mafia 3 1.962 MHz 1.936-1.949 MHz [PT]
Mass Effect Andromeda 1.962 MHz 1.911-1.949 MHz [PT]
Mirror's Edge Catalyst 1.962 MHz 1.924-1.949 MHz [PT]
Rise of the Tomb Raider 1.962 MHz 1.911-1.949 MHz [PT]
Shadow Warrior 2 1.949 MHz [PT] 1.898-1.936 MHz [PT]
The Witcher 3 1.949 MHz [PT] 1.898-1.924 MHz [PT]
Titanfall 2 1.962 MHz 1.949 MHz
Watch Dogs 2 1.962 MHz 1.949 MHz
[P] = Power-Target limitiert, [T] = Temperature-Target limitiert

Mit den Standardeinstellungen ist dies nicht der Fall. Die Asus GeForce GTX 1060 9 Gbps hält zwar in den meisten Spielen die 1.962 MHz. In vier Titeln aber nicht. So läuft Ashes of the Singularity alternierend mit 1.949 MHz und 1.962 MHz. In Shadow Warrior 2 sowie The Witcher 3 liegen durchweg 1.949 MHz an, während der Takt in Gears of War 4 zwischen 1.924 und 1.936 MHz schwankt.

Die MSI GeForce GTX 1080 Gaming X+ 8G schafft die 1.949 MHz dagegen nur in acht Spielen. Am langsamsten läuft die Grafikkarte in Gears of War 4 mit 1.886 bis 1.911 MHz. Ansonsten schwankt der Takt oft zwischen den vollen 1.949 MHz und 1.898 MHz.

Benchmarks von Full HD bis Ultra HD

Speicherbandbreite oder Rechenleistung? Zumindest im Falle der GeForce GTX 1060 und damit der GP106-GPU bringt Letzteres mehr. Und so kommt es, dass die etwas höher getaktete Asus GeForce GTX 1060 Strix OC schneller arbeitet als die Asus GeForce GTX 1060 9 Gbps. Zwar fällt der Abstand mit durchschnittlich zwei Prozent in 1.920 × 1.080 sowie auch in 2.560 × 1.440 gering aus, aber in den einzelnen Spielen liegt die Strix immer vorne. Die GeForce GTX 1060 Founders Edition wird dennoch in beiden Auflösungen um vier Prozent geschlagen. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die Asus-Grafikkarte nicht nur einen schnelleren Speicher hat, sondern auch die GPU übertaktet. Die Asus GeForce GTX 1060 9 Gbps schafft damit übrigens eine genaue Punktlandung bei der Sapphire Radeon RX 580 Nitro+. Beide 3D-Beschleuniger schenken sich nichts.

Bei der GeForce GTX 1080 11 Gbps ist das Ergebnis dagegen klarer. Die MSI GeForce GTX 1080 Gaming X+ 8G mit dem schnelleren GDDR5X-Speicher ist durchweg schneller als die GeForce GTX 1080 Gaming X 8G aus demselben Hause. Zwar fällt die Geschwindigkeitssteigerung nicht hoch aus, beträgt aber je nach Auflösung 3 bis 5 Prozent und damit immerhin bis zur Hälfte des maximal Möglichen (die Speicherbandbreite steigt um 10 Prozent). Zwar darf auch der höhere GPU-Takt der X+-Version nicht vergessen werden, allerdings beträgt dieser nur rund 1 Prozent. Der Abstand zur GeForce GTX 1080 Founders Edition liegt bei 10 bis 12 Prozent, während die GeForce GTX 1080 Ti Founders Edition noch 12 bis 17 Prozent voraus ist.

Mehr Speicherbandbreite, aber auch höhere Latenzen

Interessante Ergebnisse zeigen sich, wenn man den Speicher der beiden Grafikkarten auf das Niveau der einfachen Versionen heruntertaktet. Während die Speicherbandbreite dann identisch ist, hat die Asus GeForce GTX 1060 9 Gbps aufgrund höherer Taktraten immer noch eine rund 6 Prozent höhere Rechenleistung als die GeForce GTX 1060 Founders Edition – und müsste entsprechend etwas schneller sein. Während die MSI GeForce GTX 1080 Gaming X+ dann eine gleich bis (sehr) minimal höhere Rechenleistung als die GeForce GTX 1080 Gaming X hat – und gleich schnell sein müsste. Beides ist aber nicht der Fall.

Ja, die Asus GeForce GTX 1060 9 Gbps ist mit auf 4.000 MHz reduziertem Speichertakt in 1.920 × 1.080 schneller als eine GeForce GTX 1060 Founders Edition. Der Unterschied beträgt aber noch nicht einmal 1 Prozent. Und die MSI GeForce GTX 1080 Gaming X+ 8G ist mit auf 5.000 MHz reduziertem Speichertakt in 3.840 × 2.160 dann 2 Prozent langsamer als die normale Version. Dies zeigt, dass beide neuen Grafikkarten zwar mit einem höheren Speichertakt laufen, gleichzeitig aber auch die Speicherlatenzen erhöht worden sind. Und bei gleichem Takt arbeiten die neuen Versionen daher etwas langsamer als die älteren Modellen. Wären die Latenzen identisch, könnten sowohl die GeForce GTX 1060 als auch die GeForce GTX 1080 also noch etwas mehr von der höheren Speicherbandbreite profitieren.

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