Prey Benchmark: Gute Performance auf Kosten der Grafik trotz CryEngine 2/2

Wolfgang Andermahr 168 Kommentare

Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen

Sämtliche Testreihen wurden auf einem auf 4,3 GHz übertakteten Intel Core i7-6850K (6 Kerne) durchgeführt, der mit insgesamt 16 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3.000 im Quad-Channel-Modus bestückt ist. Als Treiber waren der Crimson ReLive 17.5.1 beziehungsweise der GeForce 382.05 installiert. Beide Treiber sind für Prey optimiert.

Die Testszene beinhaltet zuerst einen kurzen Sprint durch einen dunklen Innenraum mit einer hohen Framerate, um dann in einem lichtumfluteten Raum mit einer großen Sichtweite und entsprechend niedrigerer Framerate zu enden. Es handelt sich zwar nicht um ein Worst-Case-Szenario, jedoch gehört die Szene zu den anspruchsvolleren Sequenzen in der ersten Spielstunde.

Unabhängig von der Auflösung werden die Grafikkarten-Benchmarks mit dem Sehr-Hoch-Presets und damit mit maximalen Details erstellt.

Auflösung Grafik-Details
1.920 × 1.080 Sehr-Hoch-Preset
2.560 × 1.440 Sehr-Hoch-Preset
3.840 × 2.160 Sehr-Hoch-Preset

Benchmarks von Full HD bis Ultra HD

Nvidias Pascal-Modelle sind derzeit die besten Grafikkarten für Prey – durch alle Preisklassen hinweg. Dies liegt daran, dass die Konkurrenzprodukte von AMD kleinere Schwierigkeiten mit dem Spiel haben. Während sich zum Beispiel die Radeon RX 580 normalerweise erfolgreich mit der GeForce GTX 1060 duelliert, hat die AMD-Grafikkarte in Prey keine Chance. In 1.920 × 1.080 beträgt der Rückstand neun Prozent und steigt in 2.560 × 1.440 auf 13 Prozent und in 3.840 × 2.160 auf gar 20 Prozent an. Dies ist ein sehr ungewöhnliches verhalten für die Radeon RX 580, was vermuten lässt, dass Prey mit AMD-Grafikkarten noch nicht einwandfrei läuft.

An dem Bild ändert sich auch mit den anderen AMD-Grafikkarten nichts. So hat die Radeon R9 390 das Nachsehen mit der GeForce GTX 970. Dasselbe gilt für die Radeon R9 380 im Vergleich zur GeForce GTX 960. Und beides ist mittlerweile nur noch selten der Fall, eher läuft es anders herum.

Ein Blick in die damaligen Benchmarks zu Dishonored 2 zeigt, dass dies bei Spielen von Arkane Studios häufiger der Fall ist. In Dishonored 2 schneidet zum Beispiel die Radeon RX 480 im Verhältnis noch schlechter als die GeForce GTX 1060 ab. Mittlerweile schneiden die AMD-Grafikkarten in Dishonored 2 aber deutlich besser ab, sodass dies mit der Zeit auch in Prey der Fall sein könnte.

Frametimes in Percentiles

Auf einer AMD Radeon RX 580 läuft Prey zwar nicht allzu schnell, aber es läuft sehr sauber. Nicht nur in der Testszene, auch beim sonstigen Spielen ruckelt oder zuckt das Spiel zu keiner Zeit. Das bestätigen auch die Frametimes, wie das Percentile-Diagramm zeigt. Selbst,wenn man den 100-Percentile-Wert abbilden würde, es gibt keine Ausreißer.

Zu einem Großteil gilt dies auch für Nvidias GeForce GTX 1060. Wie der 99,9-Percentile-Wert jedoch verrät, gibt es auf der GeForce-Grafikkarte kleinere Ruckler, die reproduzierbar und messbar auftauchen. Man kann diese auch fühlen – jedoch nicht bei einer solch hohen generellen Geschwindigkeit. Auf der GeForce GTX 1060 läuft das Spiel gefühlt absolut flüssig. Wird jedoch die Auflösung auf Ultra HD hochgeschaltet beziehungsweise ein klar langsameres Modell wie die GeForce GTX 960 verbaut, spürt man die Abweichung auch. An einer Szene hakt das Spiel reproduzierbar. Dies passiert auch von Zeit zu Zeit im sonstigen Spielverlauf. Da dies nicht andauernd geschieht, ist dies nicht störend, aber durchaus auffällig.

Empfehlungen von Full HD bis Ultra HD

Wenn eine Grafikkarte in der Testsequenz durchschnittlich 45 FPS erreicht, ist Prey annehmbar spielbar. Das Spielgefühl ist nicht optimal, aber große Probleme gibt es auch nicht. Ab 60 FPS fühlt sich das Spiel dann gut an. Noch höhere Frameraten wirken sich weiter positiv aus, sind aber kein Must-Have für ein gutes Spielerlebnis.

Empfehlungen für Prey bei maximalen Details
gut spielbar (ab ~60 FPS) annehmbar spielbar (ab ~ 45 FPS)
1.920 × 1.080
AMD ab Radeon R9 390
ab Radeon RX 470
ab Radeon RX 570
ab Radeon R9 380
ab Radeon RX 470
ab Radeon RX 570
Nvidia ab GeForce GTX 970
ab GeForce GTX 1060
ab GeForce GTX 960
ab GeForce GTX 1050 Ti
2.560 × 1.440
AMD ab Radeon R9 Fury ab Radeon R9 390
ab Radeon RX 480
ab Radeon RX 570
Nvidia ab GeForce GTX 980
ab GeForce GTX 1060
ab GeForce GTX 970
ab GeForce GTX 1060
3.840 × 2.160
AMD nicht möglich nicht möglich
Nvidia GeForce GTX 1080 Ti ab GeForce GTX 1080

Speicher

Der Speicherverbrauch hält sich bei Prey in Grenzen – was aufgrund der Texturqualität aber auch nicht anders sein darf. Für Full HD reicht eine Grafikkarte mit 2.048 MB aus, um mit maximalen Texturdetails zu spielen. Für 2.560 × 1.440 sollte die Grafikkarte dann mindestens 3.072 MB haben und für 3.840 × 2.160 sind auch 4.096 MB noch ausreichend.

Fazit

Man kann Entwarnung geben: Die PC-Version von Prey ist viel besser als die Erstverkaufsversion von Dishonored 2 desselben Entwicklers. Gravierende technische Probleme gibt es nicht. Nur ein merkwürdig funktionierender VSync-Schalter sorgt für Verwirrung. Kein technisches Problem, sondern eine absichtliche Eigenschaft ist die unterdurchschnittliche Grafikqualität. Ein teils tolles Art-Design reißt dies teilweise wieder heraus. Optische Begeisterung ruft Prey aber zu keiner Zeit hervor.

Für 60 FPS wird keine High-End-Grafikkarte benötigt

Wirklich gut geworden ist hingegen die Performance, die auf einem hohen Niveau liegt. High-End-Grafikkarten sind in Prey nicht nötig, um die 60-FPS-Marke zu knacken. So schafft dies selbst in 2.560 × 1.440 knapp eine GeForce GTX 1060 bei maximalen Grafikdetails. Die meisten anderen modernen Produktionen laufen deutlich langsamer.

Prey hat keine hohen Anforderungen an die Grafikkarte
Prey hat keine hohen Anforderungen an die Grafikkarte

Auffällig im Duell der Grafikkarten ist derzeit, dass AMD ein wenig das Nachsehen gegenüber Nvidia hat. Zwar liefern auch Radeon-Grafikkarten hohe Frameraten, jedoch schneiden die Modelle im Vergleich zur Konkurrenz durchweg schlechter als gewöhnlich ab. Dies war in Dishonored 2 zu Anfang jedoch auch der Fall und hat sich nach einigen Updates verbessert.

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