Dishonored 2 Benchmark : Technisch versagt die PC-Umsetzung

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Dishonored 2 Benchmark: Technisch versagt die PC-Umsetzung

Dishonored 2 ist ein sehr gutes Spiel und macht viel Spaß, so lautet das Fazit im Test von ComputerBase. Technisch scheiden sich allerdings die Geister an dem Spiel – beides klingt bekannt, wenn man an den Vorgänger denkt. Dabei hat der Entwickler Arkane Studios die Engine gewechselt. Anstatt der Unreal Engine 3 nutzt man die idTech-5-Engine, die zum Beispiel in Wolfenstein: The New Order genutzt wurde.

Arkane Studios hat die Engine von id Software zudem massiv verändert. Nach eigenen Angaben wurde der Code „zu 95 Prozent umgeschrieben“. Mit „Void“ erhält die Technik deshalb gleich einen eigenen Namen.

Wolfenstein unterstützt OpenGL, Dishonored 2 setzt auf DX 11

Dass sich die Engines massiv unterscheiden, erkennt man bereits an der API. Wolfenstein setzt auf OpenGL, während Dishonored 2 DirectX 11 verwendet – mitsamt Hinweisen in den Dateien auf DirectX 12. Das Artwork und damit der künstlerische Part ist wie beim ersten Teil hervorragend gelungen. Der Rest ist hingegen Durchschnitt. Weder Texturen, noch Beleuchtung, Animationen oder sonst ein Teil der Grafik sehen richtig gut aus.

Dishonored 2 hat technische Schwierigkeiten

Die Grafikqualität ist jedoch nicht das einzige Problem von Dishonored 2 – darüber könnte man aufgrund der guten künstlerischen Umsetzung hinwesehen. Nicht nur, dass Dishonored 2 keine hohen Frameraten erreicht, und die Anforderungen hoch sind, sie sind auch noch extrem schwankend. Während man in einem Raum noch nahe an der 100-FPS-Marke kratzt, läuft der nächste Raum mit nur noch 40 Bildern pro Sekunde. Optisch gibt es keinen Anhaltspunkt, warum sich das Spiel so verhält.

Dieses Verhalten zeigt sich in Dishonored 2 aber immer wieder. Vor allem in Außenwelten gibt es häufig extrem schwankende FPS-Szenarien. Wer den Einbrüchen durch eine geringere Detailstufe entgegen wirken möchte, wird auch enttäuscht. Denn in den entsprechenden Szenen hat die Detailstufe interessanterweise nur eine geringe Auswirkung auf die Framerate, sodass dies keine Problemlösung ist. Arkane Studios hat bereits bekanntgegeben, dass man die gemeldeten Performance-Probleme untersucht.

Nicht alle Schalter funktionieren korrekt

Ebenfalls noch Schwierigkeiten macht die Grafikoption „adaptive Auflösung“, die dem Namen nach ein automatisches Upsampling bei einer zu geringen Leistung aktivieren soll. Allerdings hat der Schalter zumindest auf dem Testsystem keinerlei Auswirkungen. Unabhängig davon, ob die Funktion ausgeschaltet oder maximiert ist, sowohl Performance als auch Bildqualität bleiben unangetastet. Deshalb ist es irrelevant, dass sich der Schalter zudem nach jedem Neustart des Spiels auf 75 Prozent stellt – erneut ohne Auswirkungen.

Sechs Grafik-Presets sorgen für etwas mehr Leistung

Dishonored 2 bietet mit Ultra, Sehr Hoch, Hoch, Mittel, Niedrig und Sehr Niedrig gleich sechs verschiedene Presets, um die Grafikqualität dem eigenen PC anzupassen. Gerade diese Grafikqualität leidet dabei erstaunlich wenig. Ob man Ultra, Sehr Hoch oder Hoch nutzt, macht sowohl in Außen- als auch in Innenwelten erstaunlich wenig aus. Man muss schon sehr genau hinsehen, um überhaupt Unterschiede zu erkennen.

Sichtbar schlechter wird die Grafik erst ab der mittleren Detailstufe. Denn dann fällt die Beleuchtung deutlich einfacher aus. Schaltet man die mit Mittel veränderte Kantenglättung wieder um, bleibt es bei diesem Unterschied. Die Einstellung Niedrig reduziert die Grafikqualität dann so weit, dass sie nicht mehr zu empfehlen ist.

Grafik-Presets in Dishonored 2 – 1.920 × 1.080
  • AMD Radeon RX 480:
    • Sehr-Niedrig-Preset
      54,7
    • Niedrig-Preset
      52,9
    • Mittel-Preset
      51,0
    • Hoch-Preset
      46,0
    • Sehr-Hoch-Preset
      44,2
    • Ultra-Preset
      38,4
  • Nvidia GeForce GTX 1060:
    • Sehr-Niedrig-Preset
      70,2
    • Niedrig-Preset
      68,1
    • Mittel-Preset
      66,0
    • Hoch-Preset
      58,0
    • Sehr-Hoch-Preset
      53,8
    • Ultra-Preset
      47,6

Bei Leistungsproblemen lässt sich die Performance in Dishonored 2 trotz der diversen Presets nur bedingt verbessern. So beträgt die Differenz zwischen maximaler und minimaler Grafikpracht auf der GeForce GTX 1060 gerade einmal 47 Prozent und auf der Radeon RX 480 sind es nur 42 Prozent. Das optisch kaum schlechtere Hoch-Preset läuft auf der AMD-Grafikkarte 20 Prozent flotter als Ultra und auf dem Nvidia-Pendant 22 Prozent.

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