ATi Radeon X1950 XTX: Ein Rückblick auf die letzte XTX-Grafikkarte von AMD

Jan-Frederik Timm
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ATi Radeon X1950 XTX: Ein Rückblick auf die letzte XTX-Grafikkarte von AMD

AMD soll Vega für Spieler in drei Varianten auf den Markt bringen, oder zumindest mit diesem Gedanken gespielt haben: Radeon RX Vega XTX, XT und XL. Neu wären diese Bezeichnungen nicht, die letzte XTX-Version liegt mit der ATi Radeon X1950 XTX allerdings schon länger zurück. Ein Rückblick.

XTX als Konter auf GTX

Die ATi Radeon X1950 XTX (Test) erschien am 23. August 2006 und damit genau einen Monat nach Bekanntgabe der Übernahme von ATi durch AMD. Sie war als Antwort auf Nvidias GeForce 7900 GTX (Test) gedacht, die wiederum kurz zuvor der ATi Radeon X1900 XTX (Test) Paroli bieten konnte. Es war die letzte High-End-Grafikkarte der DirectX-9-Ära.

Technologisch gesehen vereint die ATi Radeon X1950 XTX Langeweile mit einigen interessanten Details“, so beschrieb die Redaktion ATis Neuvorstellung im Spätsommer 2006. Denn die GPU R580+ war bereits fast vollständig von der Radeon RX 1900 XTX (R580) bekannt, auch der Chiptakt lag mit 650 MHz gleich hoch. Die 384 Millionen Transistoren wurden weiterhin in 90 nm gefertigt. Neu war allerdings der Speichercontroller, der erstmals auf einer Grafikkarte für Spieler GDDR4 zu nutzen wusste. Über ein 256 Bit breites Interface waren so 64 GB/s Speicherbandbreite möglich – die Nvidia 7900 GTX bot hingegen mit GDDR3 bei niedrigerem Takt nur 51 GB/s.

In der damals durchaus noch gängigen Auflösung von 1.024 × 768 Pixeln ohne Anti-Aliasing gelang es der Radeon X1950 XTX auf dieser Basis, im Durchschnitt fünf Prozent schneller als die 7900 GTX zu sein, in 1.600 × 1.200 waren es zehn, in 2.560 × 1.600 sogar achtzehn Prozent. Mit 4xAA/16xAF stieg der Vorsprung auf 11, 15 und 47 Prozent an. Beeindruckend war die Leistung im CrossFire-Modus, die selbst Quad-SLI-Konfigurationen von Nvidia hinter sich ließ – Mikroruckler waren damals noch kein beachtetes Thema. Wer CrossFire nutzen wollte, musste damals neben dem Standardmodell auf eine spezielle CF-Variante der Grafikkarte setzen.

Diagramme
Performancerating 1280x1024
    • nVidia GeForce 7950 GX2
      97,4
    • ATi Radeon X1950 XTX
      89,5
    • nVidia GeForce 7900 GTX
      84,8
    • ATi Radeon X1900 XTX
      83,9
    • ATi Radeon X1900 XT
      81,8
    • nVidia GeForce 7800 GTX 512
      77,6
    • ATi Radeon X1800 XT
      72,0
    • nVidia GeForce 7900 GT
      66,8
    • nVidia GeForce 7800 GTX
      64,4
    • ATi Radeon X1900 GT
      62,1
    • nVidia GeForce 7800 GT
      55,8
    • ATi Radeon X1800 XL
      53,3
    • nVidia GeForce 7600 GT
      48,2
    • ATi Radeon X1800 GTO
      45,7
    • nVidia GeForce 7600 GS
      32,4
    • ATi Radeon X1600 XT
      30,0
    • ATi Radeon X1600 Pro
      23,4
    • ATi Radeon X1300 Pro
      16,6
Einheit: Prozent, Arithmetisches Mittel

Unter Last benötigte das gesamte System (AMD Athlon 64 FX-60, 2 GB RAM) mit einer ATi Radeon X1950 XTX rund 280 Watt elektrische Leistung, mit der 7900 GTX waren es 30 Watt weniger. Die Lautstärke unter Windows war vergleichsweise gering, unter Last störte allerdings der kontinuierliche Wechsel der Drehzahl des Lüfters.

Fazit: Die Beste High-End-Grafikkarte für DirectX 9

Das Fazit im Test von vor elf Jahren lautete letztendlich trotzdem: „ATi hat mit der Radeon X1950 XTX den letzten Direct3D-9-Turbo gezündet und er kann sich wahrlich zeigen. Zwar kommt man an die Leistung einer einzelnen GeForce 7950 GX2 nicht heran, allerdings liegt der Preis dafür bei relativ niedrigen 400 Euro, während man für die „SLI-Karte“ mindestens 500 Euro berappen muss. [...] Für alle, die Wert auf einen fairen Preis und ein hochwertiges Bild legen, ist die Radeon X1950 XTX damit die richtige Wahl.“ Drei Monate später erschien mit der Nvidia GeForce 8800 GTX dann allerdings bereits „Der neue König unter den Grafikkarten“.

Radeon
X1900 XTX
Radeon
X1950 XTX
GeForce
7900 GTX
GeForce
7950 GX2
Logo Radeon X1900 XTX Radeon X1950 XTX GeForce 7900 GTX GeForce 7950 GX2
Chip R580 R580+ G71 G71
Transistoren ca. 384 Mio. ca. 384 Mio. ca. 278 Mio. ca. 2 × 278 Mio.
Fertigung 90 nm 90 nm 90 nm 90 nm
Chiptakt 650 MHz 650 MHz 650 MHz 500
Pixel-Pipelines 16 16 24 2x 24
Shader-Einheiten
pro Pipeline (MADD)
3 3 2 2
FLOPs (MADD/ADD) 374 GFLOPS 374 GFLOPS 250 GFLOPS 2 × 192 GFLOPS
ROPs 16 16 16 16
Pixelfüllrate 10400 MPix/s 10400 MPix/s 10400 MPix/s 2 × 8000 MPix/s
TMUs je Pixel-Pipeline 1 1 1 1
Texelfüllrate 10400 MTex/s 10400 MTex/s 15600 MTex/s 2 × 12000 MTex/s
Vertex-Shader 8 8 8 2 × 8
Dreiecksdurchsatz 1300 MV/s 1300 MV/s 1400 MV/s 2x 1000 MV/s
Pixelshader PS 3.0 PS 3.0 PS 3.0 PS 3.0
Vertexshader VS 3.0 VS 3.0 VS 3.0 VS 3.0
Speichermenge 512 GDDR3 512 GDDR4 512 GDDR3 2 × 512 GDDR3
Speichertakt 775 MHz 1000 MHz 800 MHz 600 MHz
Speicherinterface 256 Bit 256 Bit 256 Bit 2 × 256 Bit
Speicherbandbreite 49600 MB/s 64000 MB/s 51200 MB/s 2 × 38400 MB/s
Präzision pro Kanal FP32 FP32 FP16/FP32 FP16/FP32
SLI/CF-Unterstützung Ja Ja Ja Ja
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