In Win 301 im Test: Kantiger, aber stylischer Mini-Tower ohne Lüfter

Carsten Lissack 73 Kommentare
In Win 301 im Test: Kantiger, aber stylischer Mini-Tower ohne Lüfter
Bild: In Win

tl;dr: Das als Mini-Tower spezifizierte Gehäuse In Win 301 zeichnet sich durch eine klare Linienführung und eine dezente LED-Beleuchtung am Frontpanel aus. Gelungen ist auch das mit lediglich einem Handgriff abnehmbare Seitenteil aus getöntem Glas. Allerdings wird das In Win 301 ohne Gehäuselüfter ausgeliefert.

In Win 301

In Win weitet sein Portfolio weiter aus. Mit dem In Win 301 veröffentlicht der bereits seit 1985 etablierte und inzwischen stark auf den europäischen Markt einflussnehmende Hersteller den kleinen Bruder des vorausgegangenen und deutlich größeren In Win 303. Klar definierte Linien und Produkte, die sich auf das Wesentliche konzentrieren, sind das Steckenpferd des Herstellers, und das kommt in der heutigen Zeit gut an. Als besonderen Eyecatcher verfügt der neue Midi-Tower über eine dezente Frontpanel-LED-Beleuchtung.

In Win 301
In Win 301

Lieferumfang und Ausstattung

Das ohne einen einzigen Gehäuselüfter ausgestattete In Win 301 wird mit einer kleinen Box geliefert, in der sich obligatorisches Schraubenmaterial und fünf Kabelbinder befinden. Des Weiteren liegt eine Grafikkartenhalterung dem Lieferumfang bei, die lange und schwere Pixelbeschleuniger stützen soll.

Die multilinguale Gebrauchsanweisung ist vor allen Dingen eines: unübersichtlich. Zwar werden die notwendigsten Montageschritte erklärt, die Vielzahl der durcheinandergewürfelten Sprachen macht es jedoch schwer, den Überblick zu behalten und nicht den Faden zu verlieren. Zudem ist der Teil der Bedienungsanleitung, in dem es um die Montage geht, lediglich in englischer Sprache verfasst.

In Win 301
Mainboard-Format: Micro-ATX, Mini-ITX
Chassis (L × B × H): 370 × 188 × 365 mm (25,39 Liter)
Seitenfenster
Material: Stahl, Glas
Nettogewicht: 6,57 kg
I/O-Ports: 2 × USB 3.0, HD-Audio
Einschübe: 1 × 3,5"/2,5" (intern)
2 × 2,5" (intern)
Erweiterungsslots: 4
Lüfter: Front: 2 × 120 mm (optional)
Heck: 1 × 120 mm (optional)
Boden: 2 × 120 mm (optional)
Staubfilter: Boden
Kompatibilität: CPU-Kühler: 163 mm
GPU: 330 mm – 330 mm
Netzteil: 230 mm
Preis: 84,90 €

In Wins neuestes Gehäuse fasst Micro-ATX-Hauptplatinen, auch kleinere Mini-ITX-Mainboards können in dem Gehäuse eingesetzt werden. Das Gewicht von 6,57 kg setzt sich überwiegend aus Stahl, ein wenig Kunststoff und einer dunkel getönten Glasseitenwand zusammen. Im 301 können maximal fünf Lüfter eingebaut werden.

Ausstattung außen

Das 25,39 Liter fassende In Win 301 ist sehr kantig gestaltet und legt im Gegensatz zu manch anderer Kreation von In Win, beispielsweise dem In Win H-Frame oder H-Frame 2.0, Wert auf gerade Kanten und rechtwinklige Ecken. Einzige Ausnahme bildet der Griff mit seinen großzügig abgewinkelten Ecken des linken Seitenteils, über den letzteres mit einem simplen Handgriff entriegelt und abgenommen werden kann.

Die Rückseite des In Win 301 zeigt vier Erweiterungssteckplätze und einen Montageplatz für einen 120-mm-Hecklüfter. Im Deckel des Gehäuses wird das Netzteil eingebaut. Weiterhin erwähnenswert ist die Slot-Abdeckung an der Rückseite. Sie verhindert, dass ein größeres Loch in der Rückseite des kleinen Midi-Towers klafft.

Im rechten Seitenteil sind wabenförmige Lufteinlässe zu sehen. Achtsame Betrachter der Bilder haben vielleicht bereits gemerkt, dass das In Win 301 keinerlei Luftschlitze für die beiden optionalen Frontlüfter aufweist. Diese hat der taiwanische Hersteller schlicht auf die von vorne betrachtet rechte Seite ausgelagert, von wo aus die Ventilatoren ihre frische Luft beziehen müssen.

Wie das Gehäuse insgesamt, so ist auch das Frontpanel sehr klar gestaltet und strukturiert. Dieses setzt sich von unten begonnen aus zwei USB-3.0-Schnittstellen und jeweils einer 3,5-mm-Klinkenbuchse für den Soundaus- und den Mikrofoneingang zusammen.

Frontpanel-Beleuchtung als optisches Highlight

Zwischen dem oben gelegenen Start- und Reset-Knopf hat der Hersteller seinen Namen verewigt. Das In Win 301 ist in den Farben Weiß und Schwarz erhältlich. Während bei Ersterer die mattweißen Flächen im Betrieb blau leuchten, wird die letztere Variante rot illuminiert.

Das linke Seitenteil, welches zu Lichtspielereien förmlich einlädt, wird durch zwei Kunststoffnasen am Stahlkorpus gehalten. Das Entriegeln klappt in der Praxis gut und zuverlässig, ein auffälliger Verschleiß des Kunststoffes ist auch nach mehrmaliger Betätigung nicht sichtbar.

Unter dem Gehäuse hat In Win einen Nylonstaubfilter zwischen den beiden Standfüßen vorgesehen. Letztere dienen als Arretierung. Auch wenn die Standfüße sehr groß und massiv wirken, sind sie in Wahrheit hohl und stehen auf vier kleinen Sohlen aus Hartgummi.

Die Verarbeitungsqualität stimmt, ein seitlicher Staubfilter fehlt jedoch

Äußerlich ist das In Win 301 hervorragend verarbeitet. Kritik gibt es seitens der Verarbeitungsqualität daher keine, höchstens bei der Ausstattung. Denn In Win legt beim 301 zwar einen Bodenstaubfilter bei, das rechte Seitenteil und somit die Frontlüfter müssen jedoch ohne jeglichen Staubschutz auskommen.

Ausstattung innen

Der Innenraum des In Win 301 ist weitestgehend konventionell aufgebaut. Ausnahmen bilden sowohl das im Deckel platzierte Netzteil als auch die ebenfalls oben im Gehäuse gelegenen Festplattenmontageplätze. Die Stromversorgung des künftigen PCs muss von der Rückseite aus eingebaut werden, zwei der drei möglichen Festplatten, von denen wiederum zwei Plätze ausschließlich für kleine 2,5"-SSDs vorgesehen sind, lassen sich von der Vorderseite einsetzen.

Zwei Besonderheiten des komplett schwarz gehaltenen Innenraums sind das modulare Kabelverdeck aus Kunststoff und das nach dem Lösen von vier Schrauben herausnehmbare Frontlüfter-Bracket für zwei Ventilatoren mit einer Rahmenbreite von 120 mm.

Ansonsten gibt es dem Innenraum des neuen Midi-Towers nicht mehr allzu viel zu entlocken. Ein Blick von unten in das Innere des Gehäuses zeigt noch eine großzügige Öffnung direkt unter der Position des Netzteils, sodass dieses die Kühlung der Hardware aktiv unterstützt, dabei jedoch auch selbst stärker mit höheren Temperaturen belastet wird.

Die einzige 3,5"-Festplatte, die sich im In Win 301 verbauen lässt, wird auf einer modularen Festplattenschiene aufgenommen, die Montage geschieht entkoppelt. Anschließend wird sie in den oben gelegenen Käfig eingeschoben. An der Rückseite des Mainboardtrays finden sich keine nennenswerten Details.

Die erstklassige Verarbeitungsqualität, die bei der äußeren Begutachtung festgestellt wurde, setzt sich im Inneren des In Win 301 nahtlos fort. Alle Kanten sind entgratet, die Lackierung ist überall gleichmäßig. Auch die Verwindungssteifigkeit einzelner Teile, beispielsweise die des Frontlüfter-Brackets, geben keinen Anlass zur Kritik.

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