F1 2017: 4 GB Grafikspeicher erlauben Raserei mit hohen Details 3/3

Wolfgang Andermahr 178 Kommentare

Frametimes von Vega 64 und GTX 1080

Bei einer ausreichend hoher Framerate fühlt sich F1 2017 sowohl auf einer AMD- als auch auf einer Nvidia-Grafikkarte sehr flüssig an. Ruckler sind nicht zu spüren. Die Frametime-Messungen zeigen jedoch, dass die Bildabfolge trotzdem nicht optimal ist. Und es zeigen sich auch Unterschiede zwischen einer GeForce und einer Radeon.

So weist die Radeon RX Vega 64 im Vergleich zur GeForce GTX 1080 den größeren Peak bei den Frametimes auf. Dafür hat die AMD-Grafikkarte im Schnitt eine ruhigere Frameabfolge als die GeForce-Konkurrenz aufzuweisen.

Der Grafik-Speicher

Für die höchsten Texturdetails in F1 2017 sollte die Grafikkarte über 4.096 MB Speicher verfügen. Diese sind bis inklusive 2.560 × 1.440 völlig ausreichend. Ab 3.840 × 2.160 ist bei dieser Bestückung jedoch ab und zu ein Haken zu spüren. Erst mit Grafikkarten mit acht Gigabyte treten sie auch in Ultra HD nicht mehr auf. Für die Texturdetails ist der Speicherverbrauch angemessen. Die Texturen machen im Rennspiel keinen spektakulären, aber einen guten und vor allem passenden Eindruck.

Benchmarks mit Intel Core, AMD Ryzen und FX (Update)

In der F1-Serie hat neben der Grafikkarte bis jetzt auch immer der Prozessor eine wichtige Rolle für die maximale Performance gespielt. Hat sich daran mit der technischen Überarbeitung seit F1 2017 etwas geändert? Diese Frage wird mit Hilfe der von Haus aus übertakteten Asus GeForce GTX 1080 Ti Strix OC in den Auflösungen 1.920 × 1.080 sowie 3.840 × 2.160 geklärt. Das Testszenario ist identisch zu den Grafikkarten-Benchmarks inklusive der genutzten Grafik-Einstellungen.

Ergebnis: Auch F1 2017 kann wie die Vorgängerspiele von schnellen Prozessoren profitieren. Allerdings gilt auch hier, dass das insbesondere dann gilt, wenn eine sehr schnelle Grafikkarte mit niedrigen Auflösungen kombiniert wird. Andernfalls spielt primär der 3D-Beschleuniger eine Rolle.

Intel-Prozessoren haben in F1 2017 derzeit die Nase vorn. Von mehr Kernen hält das Spiel allerdings wenig, denn der Core i7-7700K ist der schnellste Prozessor in dem Rennspiel, gefolgt von dem Core i7-6850K mit hoch taktenden sechs Kernen. Alles, was mehr Kerne oder weniger Takt bietet, arbeitet dagegen langsamer.

Intels Skylake-X-Generation ist langsamer als Broadwell-E

So ist zum Beispiel der Core i7-7820X der Skylake-X-Generation mit acht Kernen ein gutes Stück langsamer unterwegs als die zwei vorher genannten CPUs. Bei den Durchschnitts-FPS ist der Core i7-6850K elf Prozent schneller, bei den Frametimes um 15 Prozent. Auch der Core i9-7900X hat keine Chance gegen die zwei anderen Probanden. Der Core i7-7820X arbeitet ziemlich genau gleich schnell wie der Core i5-7600K. Mit sechs, acht oder gar mehr CPU-Kernen kann F1 2017 also wenig anfangen.

Damit haben es auch AMDs Ryzen-Prozessoren nicht einfach. So arbeitet der Ryzen 3 1300X bei den durchschnittlichen FPS nur drei Prozent schneller als der Pentium G4560. Allerdings bietet die AMD-CPU um zehn Prozent bessere Frametimes. Der Ryzen 5 1600X agiert fünf Prozent langsamer als der Core i5-7600K. Der Ryzen 7 1800X kommt an den Core i7-6850K nicht heran und muss sich geschlagen geben. Im Vergleich zum Core i7-7820X schaut es dagegen gar nicht so schlecht aus, da dieser an den Vorgänger nicht heran kommt.

Der Ryzen Threadripper 1950X und damit AMDs CPU-Flaggschiff kommt in F1 2017 nicht ganz an den gleich teuren Core i9-7900X heran. Im für das Spiel optimalen Modus (Speicherverwaltung auf Local, alle Kerne aktiv) liegt die 16-Kern-CPU um sieben beziehungsweise fünf Prozent zurück. Der Rückstand ist gering, aber vorhanden. Erwähnenswert ist zudem, dass F1 2016, der Vorgänger, mit der CPU aufgrund der hohen Kernanzahl gar nicht erst starten wollte. Damit hat das neue F1 2017 dagegen kein Problem.

Ab Core i5 und Ryzen 5 gibt es die volle Leistung in F1 2017

In (für die ausgesuchte Grafikkarte) realitätsnahen Einstellungen zeigt sich dann, dass die meisten der getesteten Prozessoren in F1 2017 die volle Performance zur Verfügung stellen können. Ab dem Core i5-7600K beziehungsweise dem Ryzen 5 1600X gibt es keinerlei Einschränkungen in der Leistung. Auch der Ryzen 3 1300X und der Pentium G4560 reichen für ein flüssiges Spielen völlig aus, jedoch können die zwei CPUs eine schnelle Grafikkarte in F1 2017 nicht komplett auslasten.

Fazit

Codemasters hat mit F1 2017 eine gute PC-Version des Rennspiels abgeliefert. Die Grafik ist hübsch anzusehen und kann sich ein sichtbares Stück von der Optik des Vorgängers absetzen, ohne den von der Serie bekannten Stil zu verändern. Im Vergleich zu anderen aktuellen Rennspielen muss sich die neueste Formel-1-Ausgabe definitiv nicht verstecken. Die Grafik ist keine genreübergreifende Referenz, der Gesamteindruck aber einfach stimmig.

Darüber hinaus gehen die Anforderungen an die Hardware für die auf den Bildschirm gezeichnete Grafik vollkommen in Ordnung. Für sehr hohe Details und Auflösungen benötigt es zwar eine schnelle Grafikkarte, das schnellste Modell muss es aber nicht zwingend sein. Und bei leicht reduzierten Details reichen gerade in geringeren Auflösungen auch langsamere Modelle. Im Duell AMD gegen Nvidia hat derzeit Nvidia leicht die Nase vorn. GeForce-Grafikkarten laufen in F1 2017 etwas schneller als gewöhnlich. Groß ist der Vorsprung aber nicht.

Zu negativen Auffälligkeiten oder technischen Problemen kam es während der gesamten Testphase nicht. Damit spricht vier Tage nach dem Marktstart nichts gegen den Kauf der PC-Version von F1 2017.

F1 2017 im Technik-Test
F1 2017 im Technik-Test

ComputerBase bereitet derzeit weitere Benchmarks mit verschiedenen Prozessoren vor, um zu testen, ob neben der Grafikkarte auch eine flotte CPU wichtig für die Performance in F1 2017 ist. Der Artikel wird mit diesen Messwerten in Kürze ein Update erhalten.

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