PUBG: Der Weg zur Version 1.0 ist gepflastert mit Cheatern

Andreas Schnäpp 238 Kommentare
PUBG: Der Weg zur Version 1.0 ist gepflastert mit Cheatern
Bild: PCGamer

Die selbst auferlegte Deadline, bis zum Jahreswechsel Version 1.0 des Battle-Royale-Verkaufsschlagers PUBG zu veröffentlichen, bleibt für das südkoreanische Entwicklerstudio höchste Priorität. Statt neuer Content-Updates für den Live-Client werden sich die verbleibenden Wochen des Jahres 2017 rund um die Testserver drehen.

Roadmap zur Version 1.0

Das zur E3 2017 angekündigte „Vaulting & Climbing“-System für mehr Bewegungsfreiheit gehört unter anderem zu den größten Version-1.0-Neuerungen, die Spieler schon in wenigen Wochen antesten können. Das offizielle Verlassen des Early-Access-Programms wird unter anderem neue Fahrzeuge, die 3D-Replay-Funktion sowie die Desert-Map umfassen. Wie die Entwickler betonen, wurde zudem kontinuierlich an Optimierungen sowie der Stabilität des Spiels gearbeitet. Eine detaillierte Roadmap für die Veröffentlichung von PC-Version 1.0 und der „Xbox Game Preview“-Portierung soll „bald“ bekanntgegeben werden, wenn die Entwicklung weiter fortgeschritten ist.

Um einen „sehr stabilen offiziellen Launch“ zu gewährleisten, werden PC-Spieler die Möglichkeit haben, die neuen Features von Version 1.0 in drei groß angelegten Testserver-Phasen ausgiebig zu testen. Das „Vaulting & Climbing“-System wird voraussichtlich Ende Oktober oder Anfang November auf dem Testserver spielbar sein. In der zweiten, bisher nicht näher datierten Testserver-Phase sollen „andere neue Features“ hinzukommen, die in Phase 3 dann um „alle neuen Inhalte und Features“ der 1.0 Version ergänzt werden und erstmals auch die Desert-Map enthalten.

Rigoroses Testen statt Content-Updates

In diesem Sinne wird der heutige Patch voraussichtlich das letzte Update für den Live-Client vor Version 1.0 sein. Stattdessen wird das Entwicklerstudio neue Inhalte für „mindestens 2 bis 4 Wochen“ in der Testserver-Umgebung bereitstellen und den Fokus auf „rigoroses Testen“ dieser Features legen.

Das für den 17. Oktober geplante „Leaderboard Update“ zum Start der neuen Matchmaking-Season verschiebt sich ebenfalls um ein paar Tage auf den 20. Oktober.

Cheaterflut größtenteils aus Fernost

Einhergehend mit gebrochenen Spielerrekorden auf Steam, die laut Steamspy am Samstag bereits an der 2,2-Millionen-Spieler-Marke kratzten, steigt die Anzahl schwarzer Schafe ebenfalls. Je nach Spielregion und -Modus werden die aktuellen Top-Platzierungen der Rangliste größtenteils von Cheatern besetzt, die mit ihren scheinbar kryptischen Ingame-Namen offenkundig Werbung für ihre Cheat-Dienste machen. Die Nicknames bestehen aus Gruppenbezeichnungen für die chinesischen Instant-Messaging-Dienste WeChat oder QQ, in denen Spieler weitere Instruktionen zum Kauf der entsprechenden Cheats erhalten.

Dass der Hauptanteil der bisher erkannten Cheater aus China stammt, lässt sich anhand der Spieler-Geografie nachvollziehen. SteamSpy schätzt die Anzahl der aktiven Spieler in den letzten zwei Wochen aus dem chinesischen Raum auf 42 Prozent, Spieler aus den USA kommen gerade einmal auf knapp 12 Prozent.

PUBG North American Solo Leaderboard (Stand 16.10.2017)
PUBG North American Solo Leaderboard (Stand 16.10.2017) (Bild: pubg.me)
Spieleranteil geschätzt nach Ursprung
Spieleranteil geschätzt nach Ursprung (Bild: SteamSpy)

Bereits Bohemia Interactive beklagte sich während der DayZ-Entwicklung über das Millionen-Dollar-Geschäft mit Online-Cheats, denen dedizierte Anti-Cheat-Dienste wie BattlEye entgegen stehen. Auch PUBG nutzt BattlEye zur Bekämpfung von Cheatern, doch angesichts der Popularität des Spiels und der mit dem Lootbox-System verbundenen Profit-Möglichkeit durch das „Farmen“ von Ingame-Credits erweist sich die Situation als ein Kampf gegen Windmühlen.

Seit der Veröffentlichung im März 2017 wurden laut BattlEye über 322.000 Cheater permanent vom Spiel ausgeschlossen. Im Durchschnitt bannt der Dienst demnach 6.000 bis 13.000 Spieler pro Tag. Aus den Reihen der Spielergemeinde wurden in den vergangenen Wochen und Monaten die Beschwerden zunehmend lauter (1, 2, 3, 4), was unter anderem Forderungen nach „Region Locks“ und „Ping Limits“ nach sich zog, um zumindest übergangsweise die Situation zu entschärfen.

Auch ein „Prime“-System im Sinne von CS:GO oder Dota 2, bei dem der Spieler-Account an eine Mobilfunk-Nummer gekoppelt wird, um Cheatern den Wiedereinstieg zu erschweren, sehen viele Spieler als notwendige Maßnahme, um der Situation Herr zu werden. PUBG Corp, das von Bluehole gegründete Entwicklerstudio hinter PlayerUnknown's Battlegrounds, schweigt bisher zu weiteren Maßnahmen gegen die Welle von Cheatern.

Update 22.10.2017 18:36 Uhr

Mittlerweile haben die Entwickler weitere Details zur bevorstehenden, ersten Testserver-Phase bekanntgegeben. Die angekündigten „Vaulting & Climbing“-Features lassen sich „Anfang November“ erstmalig ausprobieren, wobei die PUBG-Entwickler von einem Zeitraum von „mindestens drei Tagen umfangreichen Testens“ sprechen.

Entgegen der ursprünglichen Ankündigung wird im Laufe nächster Woche ein letztes Mini-Update für den Live-Client eingespielt, das ab Anfang der Woche auf dem Testserver zur Verfügung steht. Die zwei Änderungen umfassen eine Erhöhung der Damage-Over-Time-Mechanik der blauen Zone sowie einen Bugfix für die Schadensberechnung von Kugeln, die in der Vergangenheit manchmal die Rüstung des Ziels ignoriert haben. Die Schadensänderung der blauen Zone soll laut den Entwicklern dafür sorgen, dass Spieler sich mehr auf die „close range“-Gefechte konzentrieren statt sich mit Gegnern außerhalb der Spielzone in den späteren Phasen eines Matches aufzuhalten.

Cheating-Situation verschärft sich

Die ursprünglichen Zahlen von BattlEye wurden mittlerweile auch um einen traurigen Rekord übertroffen: Binnen der letzten 24 Stunden hat der Anti-Cheat-Service beinahe 25.000 Cheater permanent vom Spiel ausgeschlossen. BattlEye kommentierte den neuen Höchststand mit den Worten „Und nein, wir mögen solche Zahlen überhaupt nicht.