Medion Akoya P56000 im Test: Der erste Aldi-PC mit AMD Ryzen steht Kopf 3/4

Jan-Frederik Timm 326 Kommentare

Aufrüstbarkeit

Käufer können den Medion Akoya P56000 aufrüsten, müssen dabei aber ein paar Einschränkungen beachten. Für OEM-PCs sind sie nicht unüblich, für PC-Enthusiasten natürlich trotzdem ein Unding. Wer beim Austausch von SSD, HDD, RAM oder Grafikkarte vorsichtig vorgeht, hat dabei keinen Garantieverlust zu befürchten. Bevor die CPU getauscht wird, sollte man sich vom Hersteller im Zweifelsfall aber Absolution einholen.

Aufrüsten ist mit Einschränkungen möglich

Grundsätzlich ist der Tower nach dem Lösen von nur zwei Kreuzschlitzschrauben frei zugänglich und bietet mit einem weiteren vierten SATA-Anschluss, dem zweiten freien DIMM-Slot für den Arbeitsspeicher, dem Hot-Swap-Festplattenrahmen sowie zwei freien PCIe-x4-Slots weiteren Komponenten Platz. Die Grafikkarte ließ sich im Test Problemlos gegen ein anderes Modell tauschen, dasselbe traf auf den Speicher zu – einen „BIOS Lock“, wie von Lesern auf Facebook zur Präsentation des Rechners gemutmaßt, gibt es nicht.

Auch das Netzteil ist für ein weiteres SATA-Laufwerk vorbereitet, ein entsprechender Anschluss ist noch frei. Eine Befestigungsmöglichkeit im Gehäuse gibt es aber nur für eine weiteres 2,5-Zoll-Laufwerk, eine zweite 3,5-Zoll-HDD hat keinen Platz. Für diese Variante kann aber der verbaute und bereits vollständig verkabelte Hot-Swap-Rahmen zur Erweiterung genutzt werden. Wie das möglich ist, wird im Handbuch ausführlich beschrieben.

Grafikkarten werden nur über den Steckplatz mit Strom versorgt

Wer die Grafikkarte wechseln will, muss zwingend bei einem Modell ohne PCIe-Anschluss bleiben, denn über einen solchen Strang verfügt das mit 250 Watt Nennleistung an den PC angepasste Netzteil nicht.

Ein DIMM-Slot ist ab Werk noch frei
Ein DIMM-Slot ist ab Werk noch frei

Beim Speicher ferner zu bedenken gilt es, dass im BIOS keinerlei Einstellungmöglichkeiten gibt – Takt und Timings werden vom Mainboard unter Berücksichtung des Speichers festgelegt. Im Test klappte das mit zwei verschiedenen 16-GB-Kits aber ohne Probleme. Einmal war ein zweiter Kaltstart notwendig, spätestens dann hatte das System aber kompatible Einstellungen gefunden.

Wer eine weitere Steckkarte im Rechner einsetzen will, dem steht effektiv nur ein PCIe-x4-Slot zur Verfügung. Der andere wird vom Kühler der Grafikkarte überragt.

Übertaktbarkeit

Kann ein „Aldi-PC“ übertaktet werden? Im Falle des Medion Akoya P56000 ist das möglich, denn das Mainboard aus unbekannter Herstellung setzt auf den B350-Chipsatz, der Overclocking erlaubt. Anwender müssen hierfür aber auf das Tool AMD Ryzen Master zurückgreifen, da das BIOS ausschließlich das An- und Abschalten von SMT (Simultaneous Multi-Threading) erlaubt. Im Test waren in Prime95 auf diesem Weg 3,6 GHZ statt 3,4 GHZ Last auf allen sechs Kernen möglich. Die Temperatur der CPU stieg um rund 5 °C an, die Lüfterdrehzahl von CPU- und Gehäuse-Lüfter jeweils um 200 U/min.

Für eine Schrecksekunde sorgte im Test die Funktion, Kerne der CPU über AMD Ryzen Master zu deaktivieren – denn aktivieren ließen sie sich anschließend weder in der Software noch durch einen BIOS-Reset. Erst der CMOS-Clear half. Das dürfte allerdings kein spezifisches Problem dieses PCs sein, sondern generell auf Rechner zutreffen, deren BIOS diese Funktion nicht selbst als Option anbietet. Speziell gewarnt hatte Ryzen Master nicht davor.

Garantie

Medion gibt auf den Akoya P56000 im Vertrieb über Aldi drei Jahre Garantie, wie es für alle über den Discounter vertriebenen Produkte der Lenovo-Tochter der Fall ist. Die Garantiebedingungen können beim Händler nachgeschlagen werden.

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