Crucial MX500 im Test: Die beste MX-SSD seit der MX100 2/3

Michael Günsch 126 Kommentare

Benchmarks

Erläuterungen und Einzelheiten zu dem Testsystem, der Testmethodik und den genutzten Benchmarks enthält der Artikel „So testet ComputerBase SSDs“.

Hinweis zu den Diagrammen: Ein Großteil lässt sich über die orangenen Pfeile am Kopf durchschalten. Zur Übersichtlichkeit ausgeblendete Elemente lassen sich über die Schaltfläche „+ xx Einträge“ je nach Belieben hinzufügen.

Iometer

Rund 550 MB/s beim sequenziellen Lesen mit der MX500 sind für eine Mainstream-SSD inzwischen üblich. Die MX300 lag hier etwas zurück und erreichte nur rund 520 MB/s. Das Maximum der Schnittstelle liegt aber ohnehin bereits bei rund 560 MB/s.

Auch beim sequenziellen Schreiben gibt es Fortschritt gegenüber dem Vorgänger. Der Vergleich ist allerdings nicht ganz fair, da die MX300 mit nur 750 GB der MX500 mit 1.000 GB gegenüber steht. Mehr NAND-Flash bedeutet einen potentiellen Vorteil durch Parallelisierung.

Die 423 MB/s bedeuten zwar eine gleich um 28 Prozent höhere Schreibrate als bei der MX300. Doch ist der Wert im Vergleich zu anderen SSDs der 1-TB-Klasse eher gering. Konkurrenz aus eigenem Hause in Form der MX200 und BX100 schafft rund 460 MB/s und die noch ältere MX100 ist trotz nur 512 GByte Speicherplatz sogar 15 Prozent schneller. Die BX300 bewegt sich dank MLC-NAND mit über 500 MB/s sogar im Spitzenfeld der SATA-SSDs.

Dass die MX500 nicht mithalten kann, liegt an der nicht konstanten Schreibrate. Innerhalb des SLC-Cache schafft die MX500 die versprochenen 510 MB/s beim sequenziellen Schreiben durchaus. Doch sobald der Schreibpuffer erschöpft ist, muss direkt im langsameren TLC-Modus geschrieben werden. Danach wird ein Niveau von 440 bis 450 MB/s erreicht. Allerdings sorgt der Wechsel vom SLC- auf den TLC-Modus augenscheinlich für eine so hohe Belastung, dass die Schreibrate zwischenzeitlich auf Werte von unter 50 MB/s einbricht. Dies dauert wenige Sekunden, wiederholt sich aber innerhalb des zweiminütigen Dauerschreibtests. Die Folge sind nur 423 MB/s im Durchschnitt.

AS SSD

Im mit nur 1 GByte Transfergröße kurz ausgelegten AS SSD Benchmark kann die MX500 dann hingegen glänzen. Sequenziell werden hohe Werte von 527 MB/s lesend und 482 MB/s schreibend erreicht. Eine Stärke zeigt sich zudem beim 4K-Lesen. Mit 42 MB/s wird sogar die Samsung 850 Evo mit 1 TB überholt.

Kompression kann nicht die Ursache für den hohen 4K-Read-Wert sein, denn der SMI-Controller profitiert davon im Gegensatz zu Phison-Controllern nicht. Als Beleg dient eine Überprüfung mit dem CrystalDiskMark, der in der Standardeinstellung nicht komprimierbare Zufallsdaten nutzt und erst mit der Option „0Fill“ vollständig komprimierbare Daten verwendet.

Crucial MX500 im CrystalDiskMark mit nicht komprimierbaren Daten (Standard)
Crucial MX500 im CrystalDiskMark mit nicht komprimierbaren Daten (Standard)
Crucial MX500 im CrystalDiskMark mit komprimierbaren Daten (0Fill)
Crucial MX500 im CrystalDiskMark mit komprimierbaren Daten (0Fill)

Die Screenshots zeigen, dass die Leistung der MX500 unabhängig von der Komprimierbarkeit der Daten identisch ausfällt.

PCMark 8

Ein deutlicher Fortschritt gegenüber der MX300 zeigt sich im Storage Test des PCMark 8. Für das Spitzenfeld reicht es aber nicht. Die ältere MX200 (Test) erreicht sogar 26 Prozent mehr Durchsatz. Fortschritt wird an anderer Stelle somit zum Rückschritt.

Praxistests

Installation & Programmstart

Entpacken & Kopieren

Das Entpacken erfolgt nicht mit Höchstleistung aber zügig. 20 Sekunden sind ein guter Wert für eine SATA-SSD, hier zeigten sich die Vorgänger bereits ähnlich schnell. Beim Kopiertest reicht die Leistung, um die MX300 um zehn Prozent zu schlagen. Die ältere MX200 ist aber noch schneller.

Ratings

Unterm Strich bringt die Crucial MX500 eine Leistungssteigerung gegenüber der MX300 mit sich, die mal mehr und mal weniger stark ausfällt. Mit der potenten Crucial BX300 (Test) kann die MX500 aber nicht ganz mithalten und auch für die Samsung 850 Evo (Test) als weiter amtierende Referenz dieser Klasse reicht es ebenfalls nicht. Ein Leistungsniveau im Bereich der gehobenen Mittelklasse steht einer Mainstream-SSD aber gut zu Gesicht.

Leistungsaufnahme

Durch den neuen 3D-NAND soll auch die Leistungsaufnahme weiter sinken. Im Leerlauf zeigt sich dies aber nicht. Zum Teil könnte der Griff zu DDR3-DRAM-Cache die Ursache sein, die MX300 mit sparsameren LPDDR3 gehört dagegen zu den sparsamsten SSDs.

Bei Aktivität zeigen sich dann doch Verbesserungen. Beim Schreiben benötigt die MX500 rund 20 Prozent weniger Energie als die MX300.

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