Crucial MX500 im Test: Die beste MX-SSD seit der MX100 3/3

Michael Günsch 130 Kommentare

Detailbetrachtungen

Neuzustand und Leistungsabfall

Zur Überprüfung der Leistungsbeständigkeit dient der Benchmark AS SSD. Mit diesem werden Transferraten und Zugriffszeiten der SSDs zunächst im leeren Auslieferungszustand und im späteren Verlauf nach normaler Nutzung mit installiertem System sowie nach starker Nutzung und fast vollständiger Befüllung überprüft. Details zu diesem Vorgehen und den vorbereitenden Maßnahmen liefert der Artikel „So testet ComputerBase SSDs“.

AS SSD – Crucial MX500 1.000 GB
Neuzustand
(ohne Daten)
Normalzustand
(35 GB belegt)
Stark genutzt
(10 GB frei)
∆ Neuzustand
zu Stark genutzt
Sequenzielles Lesen 526 527 520 -1 %
Sequenzielles Schreiben 479 482 464 -3 %
4K Lesen 42 42 29 -31 %
4K Schreiben 105 102 98 -7 %
4K 64Thrd Lesen 378 376 368 -3 %
4K 64Thrd Schreiben 313 286 242 -23 %
Werte in MB/s

Im Normalzustand zeigt sich die MX500 genau so leistungsstark wie im Neuzustand. Bei hohem Füllstand und nach extremer Belastung sinkt die Leistung dagegen in allen Punkten ab. Besonders auffällig ist der Wert beim wahlfreien 4K-Lesen: Die MX500 verliert hier fast ein Drittel der Leistung. Zudem zeigten sich im Verlauf von acht Messungen immer wieder Ausreißer in verschiedenen Testabschnitten von AS SSD. Der Eindruck entsteht, dass die SSD auch Stunden nach dem Belastungstest immer noch mit „Aufräumarbeiten“ (Garbage Collection) beschäftigt ist.

Hier zeigen sich durchaus Parallelen zur MX300 beim Marktstart. Erst mit einer neuen Firmware schnitt die MX300 im Nachtest besser ab. Es ist somit gut möglich, dass auch bei der MX500 Verbesserungspotenzial auf Seiten der Firmware besteht. Das Szenario „Stark genutzt“ ist allerdings ein Extrembeispiel, das im Alltag in der Regel nicht auftritt.

Leistungsbeständigkeit

IOPS im Zeitverlauf als Windows-Systemlaufwerk

Der Diagrammverlauf ähnelt jenem des Vorgängers. Minutenlang werden hohe aber inkonsistente IOPS-Werte erreicht. Im späteren Verlauf und mit Annäherung des Steady State kann die MX500 die MX300 hinter sich lassen und erzielt Spitzen von deutlich über 10.000 IOPS.

Hinweis zum Diagramm: Bei Klick auf den Elementnamen in der Legende lassen sich Elemente ein- oder ausblenden.

Consistency Test

Auch im langwierigen Consistency Test des PCMark 8 schneidet die MX500 besser als ihr Vorgänger ab.

Fazit

Von MX100 über MX200 zu MX300 nahm die Leistung der MX-Familie von Crucial tendenziell ab. Mit der neuen MX500 geht es wieder nach oben. Zwar wird nicht das hohe Niveau einer Samsung 850 Evo erreicht, doch ist die MX500 von der Leistung her in der gehobenen Mittelklasse angesiedelt und bietet dies zu einem Preis der Einstiegsklasse.

Mit rund 260 Euro ist die MX500 mit 1.000 GB rund 40 Euro günstiger als die gleichgroße 850 Evo und kostet aktuell genau so viel wie der langsamere Vorgänger MX300. In der Regel sinken die Preise bei breiter Verfügbarkeit noch deutlich unter die UVP des Herstellers, sodass die MX500 am Ende noch attraktiver dastehen könnte.

Abgesehen von kleineren Makeln wie Einbrüchen bei Dauerschreibtests und nach extremer Belastung leistet sich die MX500 keine für Normalnutzer relevanten Schwächen. Hinzu kommt die gehobene Ausstattung mit der Unterstützung diverser Verschlüsselungsstandards. Das Gesamtpaket wird durch die auf fünf Jahre aufgestockte Garantie noch aufgewertet. In diesen beiden Punkten herrscht Gleichstand zur 850 Evo als ewige Klassen-Referenz. Die MX500 ist eine bessere MX300 mit mehr Garantie.

Crucial MX500 im Test
Crucial MX500 im Test

Das 1-TB-Modell der MX500-Serie kann die Redaktion allen preisbewussten Käufern empfehlen, die sonst zur MX300 gegriffen hätten. Die MX500 bringt Potenzial mit, ein neuer Verkaufsschlager von Crucial zu werden. Die kleineren Varianten sowie das Flaggschiff mit 2 TByte Speicherplatz sollen ab dem 9. Januar folgen.

Crucial MX500 (1.000 GB)
Produktgruppe Solid State Drives, 20.12.2017
  • Das beste MX-Modell seit der MX100
  • Mehr Leistung als MX300
  • 5 Jahre Garantie
  • Diverse Verschlüsselungsstandards
  • Niedrige Leistungsaufnahme beim Schreiben
  • Relativ hohe Leistungsaufnahme im Leerlauf
  • Schwächen bei Beständigkeit im Extremfall
ComputerBase-Empfehlung für Crucial MX500 (1.000 GB)

Preise & Verfügbarkeit

So viel kostet die Crucial MX500

Heute fiel nur der Startschuss für die MX500 mit 1 TByte Speicherplatz. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt rund 260 Euro. Daraus resultiert ein sehr günstiger Preis von 26 Cent pro Gigabyte. Derzeit wird nur ein Händler im Preisvergleich aufgeführt, der die MX500 für 264 Euro* anbietet. Die Verfügbarkeit ist direkt gegeben.

Das restliche Aufgebot mit 250 GB, 500 GB und 2 TByte soll am 9. Januar folgen. Zu diesen Modellen hat Crucial noch keine Preise genannt.

Nachtrag vom 09.01.2018:

Direkt beim Hersteller sind nun die weiteren Modelle mit 250, 500 und 2.000 GB erhältlich. Die Preise liegen zwischen 80 und knapp 500 Euro.

Mit rund 80, 139, 254 und 496 Euro ist die MX500-Serie derzeit als günstig anzusehen, wenngleich sie noch nicht zu den günstigsten zählt. Mit breiter Verfügbarkeit kann sich dies noch ändern. Beim Preis pro Gigabyte ist die schon seit Dezember 2017 erhältliche MX500 mit 1 TB bereits günstiger als der langsamere Vorgänger MX300 (Test).

Die neuen Modelle sind vorerst nur im Hersteller-Shop auf Crucial.de erhältlich. Die 1-TB-Version wird dagegen schon von diversen Online-Shops angeboten.

Nachtrag vom 11.01.2018: Mittlerweile liegen zahlreiche Händlereinträge vor, die Preistabelle wurde angepasst.

250 GB 500 GB 1.000 GB 2.000 GB
Preis (UVP) ? 258,99 € ?
Preis (Handel*) 78 € 133 € 249 € 494 €
Preis/GB 0,31 € 0,27 € 0,25 € 0,25 €
*gerundet, bei Verfügbarkeit ab Lager, Stand 11.01.2018

ComputerBase gibt mit der SSD-Rangliste samt Benchmarks und Vergleich Empfehlungen als Hilfestellung beim SSD-Kauf.

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.

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