Quantencomputer: Microsoft publiziert Quantum Development Kit Preview

Volker Rißka 12 Kommentare
Quantencomputer: Microsoft publiziert Quantum Development Kit Preview
Bild: Microsoft

Microsoft will an der technischen Revolution rund um die Quantencomputer teilhaben und veröffentlicht heute, wie im September auf der Microsoft Ignite Conference bereits angekündigt, das Quantum Development Kit als Preview-Version.

Microsoft will wie viele große Unternehmen ein Stück von dem Kuchen abhaben. Während sich Hersteller wie IBM und Intel auf die Hardware fokussieren, will Microsoft über die Software-Schiene kommen – wenn möglich auch in Kooperation mit den Hardwareherstellern. Microsoft ist so unter anderem an der TU Delft zugegen, zu der Intel kürzlich seinen neuen 17-Qubit-Testchip lieferte. So soll die Lücke zu Google geschlossen werden, denn Alphabet als Mutterkonzern setzt bereits seit einiger Zeit auf die Forschung und Entwicklung in dem Bereich, mit Software kennt sich das Unternehmen zudem ebenfalls aus. Google will noch in diesem Jahr ein 49-Qubit-System enthüllen. Einen Zwischenstopp soll das Unternehmen in diesem Jahr bereits bei 20 Qubit gemacht haben, Details auch zu diesem System sind aber so gut wie keine an die Öffentlichkeit gelangt.

Microsoft weiß um das Potential von Quantencomputern und stellt die Quantum Development Kit Preview kostenlos zur Verfügung. Das Softwarepaket enthält alles, was für den Start benötigt wird, von der neuen Programmiersprache Q# über Compiler bis zur Bibliothek und Simulatoren. Für Hilfestellungen hat Microsoft zudem mehrere Supportforen eröffnet. Mit dem Komplettpaket sollen Programmierer erlernen können, was es heißt mit Quantencomputern zu entwickeln, die sich gegenüber klassischen Systemen doch deutlich anders verhalten können.

Qubits statt Bits

Qubits sind im Reich der Quantencomputer das Äquivalent zu einem Bit. Doch während ein Bit nur die Werte 0 oder 1 annehmen kann, kann ein Qubit auch 0 und 1 gleichzeitig sein, die sogenannte Superposition. Dieser und weitere Quanteneffekte sind dafür verantwortlich, dass Quantencomputer das Potenzial bieten, bestimmte Berechnungen bedeutend schneller auszuführen als ein normaler Computer. Die Anwendungsgebiete von Quantencomputern sind zahlreich, da von der erhöhten Rechenleistung nahezu alle Bereiche profitieren könnten – die passende Software vorausgesetzt. Dies will Microsoft beeinflussen.