Intel-Quartalszahlen: Mit neuen Rekorden zum Meltdown-Hardware-Fix

Volker Rißka 104 Kommentare
Intel-Quartalszahlen: Mit neuen Rekorden zum Meltdown-Hardware-Fix

Mit über 17 Milliarden US-Dollar Umsatz hat Intel ein neues Rekordquartal abgeliefert. Auch das Gesamtjahr schloss mit 62,7 Milliarden US-Dollar mit einem Umsatzrekord. Doch das war alles noch vor Meltdown/Spectre, für das Intel noch in diesem Jahr einen echten Hardware-Fix bieten will.

Hardware-Fix für Spectre/Meltdown kommt im Laufe des Jahres

CEO Brian Krzanich erklärte im Gespräch mit Analysten zu den Quartalszahlen erneut, dass Intel derzeit primär an einer Softwarelösung für Meltdown und Spectre arbeitet, parallel dazu aber auch Anstrengungen unternommen werden, diese direkt in die Hardware zu integrieren. Dies hatte Intel in einer ersten Telefonkonferenz, bei der auch CPU-Architekten anwesend waren, bereits am 3. Januar bekannt gegeben. Da dies nur über Microcode-Updates nicht zu realisieren ist, dürfte zwangsweise zumindest ein neues Stepping oder gar eine neue Revision der CPUs aufgelegt werden. Bei neuen und lange geplanten Prozessoren ist diese Aufgabe leichter als bei älteren – dort liegen die Design-Pläne bereits seit Jahren in den Schubladen. Je älter eine CPU-Familie ist, desto unwahrscheinlicher wird deshalb auch ein Hardware-Fix.

Our near term focus is on delivering high quality mitigations to protect our customers infrastructure from these exploits. We're working to incorporate silicon-based changed to future products that will directly address the Spectre and Meltdown threats in hardware. And those products will begin appearing later this year.

Brian Krzanich, CEO, Intel

Der Fokus dürfte auf Produkten mit Basis der Skylake-Architektur liegen. Diese schließt nicht nur drei Desktop- und Notebook-Generationen als auch die ersten 10-nm-CPUs ein, sondern auch – und für Intel besonders wichtig – die gesamte neue Server-CPU-Palette inklusive den dort im zweiten Halbjahr geplanten ersten Refresh Cascade Lake. Dort ohne einen solchen Fix in der Hardware zu starten dürfte fatal sein.

Server-Produkte sind das neue Zugpferd bei Intel

Der Fokus auf das professionelle Umfeld bekommt Rückhalt durch die starken Quartalszahlen. 5,6 Milliarden US-Dollar wurden allein dort umgesetzt, der operative Gewinn stieg um 1,1 auf 3 Milliarden US-Dollar an – die Marge verbesserte sich um beachtliche 14 Prozent.

Die PC Client Group ist mit 8,9 Milliarden US-Dollar zwar immer noch der stärkste Bereich im Konzern, allerdings ging der Umsatz und auch Gewinn dort im Jahresvergleich zurück. Keine neuen Notebook-CPUs im Herbst sorgten für geringere Auslieferungen, die Lieferschwierigkeiten bei Coffee Lake machten sich ebenfalls in geringeren Verkaufszahlen bemerkbar.

Die drei jüngeren Bereiche mit Fokus auf die Zukunft drehten zum Jahresende ins Plus. Die Speichersparte kam erstmals zu einem operativen Gewinn, die IoT Group machte ebenfalls deutlich mehr Gewinn. Auch das Altera-Geschäft fängt an besser zu laufen, mit der Serienfertigung des Stratix 10 soll diese jetzt richtig Fahrt aufnehmen.

Die neuen Bereichen wachsen
Die neuen Bereichen wachsen (Bild: Intel)

Trumps Steuerreform kommt zum Zuge

Zum Ende des Jahres verbuchen nahezu alle Firmen einmalige Belastungen auf den Nettogewinn, was mit der US-amerikanischen Steuerreform für Unternehmen zu tun hat. Diese sieht eine Senkung der Unternehmenssteuer auf nur noch rund 14 Prozent vor. Zuvor lag diese im Schnitt bei rund 20 Prozent. Intel schreibt in dem Zusammenhang auf das Jahresende einmalig 5,4 Milliarden US-Dollar auf im Ausland liegendes Vermögen ab, die jedoch über die nächsten acht Jahre zahlbar sind.

Durch die Zahlung von knapp einem Drittel weniger Steuern wird dieser Betrag in den kommenden Jahren mehr als wieder wettgemacht. Intel erwartet 28 Cent pro Aktie zusätzlichen Gewinn pro Jahr. Ausgehend von den letzten Quartalen entspricht dies im Schnitt rund 1,2 bis 1,3 Milliarden US-Dollar. Diese Vorhersagen haben eine Erhöhung der Dividende um gleich zehn Prozent zur Folge. Den Analysten gefielen diese Angaben ebenfalls, sie schickten die Aktie nachbörslich ins Plus.

Steuerreform der US-Regierung und ihre Auswirkungen
Steuerreform der US-Regierung und ihre Auswirkungen (Bild: Intel)