GeForce GTX: Nvidia bittet Händler um Verkauf an Spieler, nicht Miner

Jan-Frederik Timm 395 Kommentare
GeForce GTX: Nvidia bittet Händler um Verkauf an Spieler, nicht Miner

Weitere Händler haben damit begonnen, Grafikkarten vom Typ GeForce GTX nur noch in limitierter Stückzahl pro Bestellung zu verkaufen. Wie Nvidia auf Nachfrage gegenüber ComputerBase bestätigt, geht das auf eine Initiative des GPU-Herstellers zurück. Was das für Preise und Verfügbarkeit bedeutet, bleibt abzuwarten.

Viele Händler setzen das Limit bei 2

Neu ist die Beschränkung auf maximal zwei Grafikkarten desselben Modells pro Bestellung beispielsweise im Online-Shop von Caseking. Mindfactory hatte wiederum schon im Sommer 2017 damit begonnen, nur noch fünf, kurz darauf nur noch drei und ab November nur noch zwei Grafikkarten desselben Typs pro Bestellung zu verkaufen. Auch Alternate oder MIX verkaufen aktuell maximal zwei Grafikkarten desselben Typs. Alle vier Händler verfahren auch bei Grafikkarten von AMD so, eine Ansage soll es in diesem Fall aber nicht gegeben haben. Andere Händler wie Cyberport oder Snogard zeigen im Online-Shop hingegen noch keine Beschränkung.

Nvidia empfiehlt, am Ende entscheidet der Handel

Auf Nachfrage bei Nvidia erklärte Pressesprecher Boris Böhles gegenüber der Redaktion: „Für NVIDIA stehen Gamer an erster Stelle. Sämtliche Aktivitäten rund um unsere GeForce-Produktreihe sind auf unsere Hauptzielgruppe ausgerichtet. Um den GeForce-Gamern auch in der aktuellen Situation weiterhin eine gute Verfügbarkeit von GeForce-Grafikkarten zu gewährleisten, empfehlen wir unseren Handelspartnern, entsprechende Vorkehrungen zu treffen, um den Bedarf der Gamer wie gewohnt abzudecken.

Neu bei Caseking: Maximale Bestellmenge von 2
Neu bei Caseking: Maximale Bestellmenge von 2

Nvidia betont, dass Händler dieser „Empfehlung“ folgen können, aber nicht müssen. Der Hersteller würde „niemals in die Freiheit und Unabhängigkeit des Handels“ eingreifen. Das dürfte er aber auch nicht.

Per E-Mail werden auch Mal 100 Grafikkarten angefragt

Preise für Grafikkarten für Spieler sind zuletzt erneut massiv gestiegen, trotzdem sind hierzulande viele Modelle nur noch schwer oder gar nicht mehr zu bekommen. Wie im Frühsommer 2017 gilt auch dieses Mal die hohe Nachfrage der Betreiber von Mining-Farmen oder privaten Mining-PCs als Ursache, denn das Berechnen vieler Währungen lohnt sich nach starken Kursanstiegen der Kryptowährungen wieder, auch wenn es jüngst deutliche Rücksetzer gegeben hat.

Die Anpassung der maximalen Abgabemenge pro Grafikkarte ist ein Schritt, um es anderen Kunden als Spielern zu erschweren, große Mengen Grafikkarten am Markt zu bestellen. Und das kam auch in Deutschland zuletzt vor. Bestellmengen für Radeon RX Vega von 5 bis 10 waren keine Seltenheit, wie Händler gegenüber ComputerBase erklärten. Anfragen per E-Mail, vorrangig aus Osteuropa und offensichtlich an dutzende Händler versendet, würden sogar Anfragen zu Bestellmengen verschiedenster Grafikkarten in dreistelliger Größenordnung beinhalten.

Der Erfolg der Aktion bleibt abzuwarten

Inwiefern das neue Limit bei Händlern Preise und Verfügbarkeit positiv beeinflussen wird, bleibt trotzdem abzuwarten. Die meisten Shops beschränken sich vorerst auf ein Limit pro Produkt, das ist technisch einfach umzusetzen. Zehn verschiedene Grafikkarten lassen sich deshalb aber weiterhin je zwei Mal im Warenkorb ablegen. Hier müssen Händler manuell einschreiten, um weiter zu filtern.

Auch dürfte neben der Nachfrage der Nachschub einen nicht unerheblichen Einfluss auf die aktuelle Marktsituation haben. Tom's Hardware hatte diese Woche davon berichtet, dass Hersteller von Grafikkarten große Mengen an mit GPUs bestückten PCBs direkt aus der Fabrik an Mining-Farmen oder deren Zulieferer verkaufen, die dann wiederum spezifische Kühlsysteme auf die sonst für Spieler (in Deutschland) gedachten Grafikkarten schrauben. Inwiefern AMD oder Nvidia gegen dieses Geschäft vorgehen, ist nicht bekannt.