Vive Pro im Hands-On: Scharfes Teil!

Nicolas La Rocco 147 Kommentare
Vive Pro im Hands-On: Scharfes Teil!

HTCs neue VR-Brille Vive Pro lässt sich für ein erstes Hands-On entgegen der Natur eines Redakteurs, ein neues Produkt möglichst im Detail zu beschreiben, mit wenigen Worten zusammenfassen: bessere Bildqualität, besserer Tragekomfort und bessere Audioqualität. Bereits in den ersten Sekunden des Tragens wird das klar.

Unter dem Slogan und Wortspiel „New Year's Resolution“ hat HTC die neue Vive Pro vorgestellt. Das Thema Auflösung sei für den Großteil der von HTC befragten Personen der wichtigste Faktor für ein immersives VR-Erlebnis, hieß es zur Präsentation im Rahmen der CES 2018 in Las Vegas. Dem lässt sich sicherlich zustimmen, was bei der neuen Vive Pro aber als erstes auffällt, ist der verbesserte Tragekomfort, und das nicht nur minimal, sondern vollumfänglich und selbst im Vergleich zum Deluxe Audio Strap.

Endlich auch für Brillenträger

Über ein Rädchen auf der Rückseite wird das Gurtsystem gelöst, bevor das HMD dann mit den Augen zuerst und schließlich wie eine Kappe angezogen wird. Brillenträger werden hier den ersten Unterschied feststellen: Das HMD bietet großen Brillen mehr Platz. Während des Hands-Ons wurde eine größere Brille getragen, die für die normale Vive stets abgesetzt werden muss. Diese passt jetzt problemlos in das HMD und bleibt nach dem Ausziehen auch nicht mehr darin stecken.

Eine bessere Gewichtsverteilung und dickere Polsterung tragen ebenso zum gesteigerten Komfort bei. Die Vive Pro drückt weniger auf den Bereich um die Augen und wirkt insgesamt betrachtet weniger schwer, obwohl sie das nicht ist. Über das Drehrädchen auf der Rückseite lässt sich schnell ein fester aber noch angenehmer Anpressdruck finden, der kaum Licht in das HMD lässt. Der Bereich rund um die Nase scheint etwas großzügiger als bisher gefasst zu sein, negativen Einfluss auf die Immersion hatte dies in einem zugegebenermaßen abgedunkelten Raum aber nicht.

Der neue Headstrap ist HTC sehr gut gelungen
Der neue Headstrap ist HTC sehr gut gelungen

Mehr Pixel für ein feineres Fliegengitter

Die von 2,59 auf 4,61 Millionen Pixel und somit um 77 Prozent gesteigerte Auflösung der neuen Vive Pro ist in einer von HTC vor Ort genutzten Demo sehr gut erkennbar. In dieser Demo erhält der Vive-Träger einen von Wheatley aus Portal 2 durchgeführten Einstiegskurs in die Grundfunktionen von Vive und den Controllern. Dabei werden auch eine Reihe von Texttafeln eingeblendet, die auf der Vive Pro sichtbar schärfer dargestellt werden. HTC hat für den schnellen Vergleich beide Systeme direkt nebeneinander aufgebaut, um sofort zwischen erster und zweiter Generation wechseln zu können.

Modell Display-Technologie Auflösung Pixel insgesamt
HTC Vive OLED 2.160 × 1.200 (2 × 1.080 × 1.200) 2,59 Millionen
HTC Vive Pro OLED 2.880 × 1.600 (2 × 1.440 × 1.600) 4,61 Millionen

HTCs Demo eignet sich aber auch gut dazu, um zu erkennen, dass ein Fliegengitter zwischen den einzelnen Pixeln mit der neuen Generation weiterhin sichtbar ist. Weil sich der Spieler in einer Art überdimensionalem Silo befindet, in dem Wheatley durch die Demo führt, und das Silo zudem aus weißen bis hellgrauen Wänden besteht und sehr hell ausgeleuchtet wird, entsteht ein wunderbar sichtbarer Kontrast zwischen schwarzem Fliegengitter und Hintergrund. Das ist während der Nutzung aber nicht störend, sondern zeigt einfach nur, dass weiterhin Raum für Verbesserungen besteht. Im Direktvergleich mit der ersten Vive ist die neue Vive Pro aber ein großer Schritt nach vorne. Am Sichtfeld von 110 Grad und an den Fresnel-Linsen hat sich für die neue Vive Pro augenscheinlich nichts verändert, HTC wollte Anfragen dazu aber noch nicht kommentieren.

Vive Pro macht eigene Kopfhörer überflüssig

Dritte Veränderung an der Vive Pro sind die Kopfhörer und ein zweites Mikrofon für die Geräuschunterdrückung. HTC hatte zur Präsentation am Montag behauptet, besonders hochwertige Kopfhörer verbaut zu haben. Mit dieser Aussage hat sich HTC nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt, denn für einen zusätzlichen Kopfhörer gibt es jetzt tatsächlich keinen Grund mehr. Von Außengeräuschen wird der Spieler gut abgeschottet und die Klangkulisse war während eines Rennspiels hervorragend. Höhe und Abstand der Kopfhörer zu den Ohren lassen sich einfach einstellen, ohne dass es aufgrund der simplen Justierung anschließend an Anpressdruck mangelt. Die Kopfhörer sind als On-Ear und nicht als Over-Ear ausgeführt, schließen die Ohrmuschel aber dennoch gut genug ab.

Erstes Fazit

Vive Pro ist wie eingangs erwähnt in gleich dreifacher Hinsicht ein besseres HMD: bessere Bildqualität, besserer Tragekomfort und bessere Audioqualität. Ein paar Dinge wollte HTC allerdings noch nicht kommentieren. Unbekannt ist zum Beispiel noch, was es mit den zwei Kameras auf der Vorderseite auf sich hat. Außerdem zeigte HTC den neuen Wireless Adapter stets nur mit der ersten Vive-Generation. Gibt es hier etwa noch Probleme mit der höheren Auflösung bei Vive Pro? Mit näher rückendem Marktstart dürften diese offenen Fragen noch geklärt werden. Noch im ersten Quartal soll nur das HMD fertig sein, mit vollständigen Kits aus HMD, neuen Lighthouses mit Tracking 2.0 und Controllern sowie dem Wireless Adapter ist im zweiten bis dritten Quartal zu rechnen. HTC macht das Thema Virtual Reality mit Vive Pro wieder etwas spannender.

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