Phanteks Revolt: Ein Netzteil für zwei, oder zwei Netzteile für einen PC

Nico Schleippmann 26 Kommentare
Phanteks Revolt: Ein Netzteil für zwei, oder zwei Netzteile für einen PC

Phanteks präsentiert auf der CES 2018 erstmals Netzteile unter eigenem Namen. Der für seine Power-Splitter bekannte Hersteller integriert diese Technik nun in Netzteilen, sodass entweder ein System (redundant) an zwei Netzteilen oder zwei Systeme an einem Netzteil betrieben werden können.

Zwei Systeme an einem Netzteil

Das stärkste der drei Netzteile hört auf den Namen Revolt X und kann eine Leistung von 1.200 W abgeben. Die Besonderheit an diesem Netzteil sind die doppelt vorhandenen Anschlüsse für das Mainboard beziehungsweise dreifachen für die CPU, weil für das erste – leistungsstärkere – System zwei CPU-Stecker verbunden werden können. Das Netzteil schaltet sich ein, sobald eines der Systeme aktiviert wird, und schaltet ab, sobald keines der Systeme Leistung benötigt. Bis auf die Zertifizierung nach 80Plus Platinum liegen keine weiteren Details zum Wirkungsgrad vor.

Redundanz oder höhere Leistung mit Revolt Pro

Außerdem zeigt Phanteks zwei Revolt-Pro-Netzteile mit 850 und 1.000 W, die einen Wirkungsgrad nach 80Plus Gold besitzen sollen. Diese bedienen den genau umgekehrten Anwendungsfall: dass mit zwei Netzteilen ein System versorgt wird. In der Praxis muss dafür ein Revolt-Pro- mit einem beliebigen anderen ATX-Netzteil verbunden werden. Vom zweiten Netzteil müssen dafür der 24-Pin-ATX- und 8-Pin-EPS-Stecker an die Eingangsbuchsen des Revolt Pro angeschlossen werden. Mit dieser Konstellation ergeben sich im wesentlichen zwei Vorteile. So kann das System weiterhin von dem anderen Netzteil versorgt werden, falls eines von beiden ausfällt. Andererseits kann das Gespann dazu genutzt werden die Gesamtausgangsleistung zu steigern. Allerdings ist dann die Redundanz bei Volllast nicht mehr gegeben.

Der laut Phanteks gegebene Vorteil eines höheren Wirkungsgrads ist allerdings nur theoretischer Natur, weil bei Schwachlast die Verluste zweier Netzteile höher als die eines einzelnen sind. Einzig wenn das System dauerhaft bei einer höheren Auslastung betrieben wird, kann diesbezüglich eine leichte Verbesserung verzeichnet werden.

Für die technische Umsetzung hat Phanteks Sea Sonic beauftragt. Welche Technik unter dem Gewand steckt, kann nur gemutmaßt werden, wobei die Prime-Serie als Basisprodukt als wahrscheinlich gilt. Die Netzteile verfügen alle über ein vollmodulares Kabelmanagement und sollen mit einem vollständigen Schutzschaltungspaket versehen sein. Die Ausstattung mit acht 6+2-Pin-PCIe-Anschlüssen fällt besonders großzügig aus.

Mit einer Verfügbarkeit im Handel rechnet der Hersteller zum Ende des ersten Quartals 2018. Die Preisempfehlungen für das Revolt X belaufen sich auf 259,90 Euro und für das Revolt Pro mit 850 W und 1.000 W auf 129,90 respektive 159,90 Euro.