10-nm-CPU: Intel bestätigt Cannon Lake auch ohne Grafikeinheit

Volker Rißka
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10-nm-CPU: Intel bestätigt Cannon Lake auch ohne Grafikeinheit
Bild: Intel

Gerüchte brachten vor einigen Wochen das scheinbar unmögliche Modell einer CPU vom Typ Cannon Lake als Dual-Core-Prozessor ohne Grafikeinheit ins Spiel. Jetzt hat Intel diesen Prozessor bestätigt. Die 2+0 als auch eine 2+2-Variante sind in der Spectre/Meltdown-Microcode-Liste enthalten.

Gängig sind heutzutage Varianten nach dem Schema 2+2. Dies steht bei Intel bereits seit Jahren für zwei Prozessorkerne und eine GT2-Grafiklösung. 2+0 bedeutet, dass die CPU zwar auf dem gleichen Die basiert, die Grafiklösung aber nicht aktiv ist. Dies kann mehrere Gründe haben, entweder wünscht es der Markt so, oder aber, was angesichts der Probleme von Intel in der 10-nm-Fertigung viel wahrscheinlicher ist, es wird der Ausbeute (Yield) geschuldet sein. So werden Prozessoren, bei denen die Grafikeinheit defekt ist, noch weiter genutzt.

Solch eine CPU aber dann auch wirklich anzubieten deutet darauf hin, dass die Stückzahlen entsprechend groß sind – sonst würden diese sprichwörtlich einfach unter den Tisch fallen und nicht in den Handel kommen. Denn etwaige Vorteile, die durch die 10-nm-Fertigung bei der Leistungsaufnahme und am Ende der Effizienz gewonnen werden, werden durch eine dann benötigte zusätzliche diskrete Grafikkarte zum Teil wieder zunichte gemacht.

Intel Cannon Lake als 2+2 und 2+0
Intel Cannon Lake als 2+2 und 2+0 (Bild: Intel)

BIOS-Updates für Spectre/Meltdown gibt es für die entsprechende Plattform ebenfalls schon, im Beta-Status liegen diese für Partner bereit.

Viele neue Coffee Lake im Anmarsch

Die Liste enthält zudem viele Einträge für anstehende neue 14-nm-Prozessoren. Die Prozessorfamilie Coffee Lake wird demnach in alle Richtungen ausgebaut – dies war bereits erwartet worden. Die Xeon-Prozessoren werden auf die gleichen CPUs setzen, die bereits im Desktop zugegen sind. Gleiches gilt auch für Coffee Lake-H, dahinter verbergen sich High-End-Notebook-CPUs bei TDPs um die 45 Watt. Erstmals wird es dort ebenfalls wie im Desktop sechs Kerne im Mainstream-Bereich geben.

Eine Etage tiefer wird wie erwartet Coffee Lake auch als U-Version angeboten. Die 43e-Abkürzung besagt, dass es sich um Vier-Kern-Prozessoren mit GT3-Grafik und eDRAM handelt. Dies sind die stärksten CPUs, die Intel in dieser Klasse stellt. Gerüchte vor wenigen Wochen hatten besagt, dass die Produktion dieser Varianten noch im ersten Quartal anlaufen soll und Coffee Lake-S/H jetzt bereits in den Werken gefertigt wird.

Viele neue Coffee Lake
Viele neue Coffee Lake (Bild: Intel)