FBI, CIA, NSA: US-Geheimdienste warnen vor Huawei-Smartphones

Frank Hüber 104 Kommentare
FBI, CIA, NSA: US-Geheimdienste warnen vor Huawei-Smartphones
Bild: Kārlis Dambrāns | CC BY 2.0

Die leitenden Beamten von sechs US-amerikanischen Sicherheitsbehörden, darunter die Chefs der CIA, des FBI und der NSA, haben in einer Anhörung vor dem Senate Intelligence Committee am Dienstag erklärt, dass sie amerikanischen Bürgern nicht dazu raten würden, Produkte oder Dienste des chinesischen Herstellers Huawei zu nutzen.

Zunächst hatten die sechs Direktoren ihr Misstrauen gegenüber Huawei und dem chinesischen Hersteller ZTE beim Einsatz für Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst und bei staatlichen Behörden geäußert. Im weiteren Verlauf der Anhörungen gaben dann jedoch alle auch an, dass sie auch Privatpersonen die Nutzung von Geräten der chinesischen Hersteller nicht empfehlen würden. Gleichsam lobten sie, dass amerikanische Unternehmen dem Druck der chinesischen Hersteller widerstehen würden.

Macht ausländischer Unternehmen begrenzen

FBI-Direktor Chris Wray äußerte sich generell besorgt darüber, irgendeinem Unternehmen, das einer ausländischen Regierung zu Dank verpflichtet sei und nicht die eigenen Werte und Ansichten teile, Macht und Befugnisse im eigenen Telekommunikationsnetzwerk zu geben. Dies ermögliche es ihnen nicht nur, Druck auf die USA auszuüben und Kontrolle über die Telekommunikationsinfrastruktur zu erlangen, sondern auch arglistig Informationen zu modifizieren oder zu stehlen. Zudem sei es den Unternehmen so möglich, unentdeckt Spionage zu betreiben.

Huawei reagiert auf Vorwürfe

Huawei begegnete dieser Sorge mit der Antwort, dass man keine größere Gefahr sei als jedes andere Technologie-Unternehmen. Zudem erklärte ein Sprecher, dass man sich durchaus bewusst sei, dass die US-Regierung verhindern wolle, dass das Unternehmen auf dem US-amerikanischen Markt erfolgreich sei. Erst zur CES 2018 war eine Partnerschaft mit AT&T, die die Smartphones von Huawei anbieten sollten, in letzter Minute gescheitert, was den Huawei-CEO Richard Yu dazu veranlasste, auf der Keynote gegen US-amerikanische Mobilfunkanbieter zu wettern.

5G-Mobilfunknetz könnte verstaatlicht werden

Die US-Regierung hat zum Schutz vor chinesischer Spionage bereits den Aufbau eines staatlichen Mobilfunknetzes mit dem kommenden 5G-Mobilfunkstandard erwogen, das den Mobilfunkanbietern zur Verfügung gestellt werden könnte, anstatt dass diese eigene Netze aufbauen. Man fürchtet, wenn Technologie-Unternehmen wie Huawei oder ZTE aus China die Technik des kommenden Mobilfunkstandards 5G für US-amerikanische Mobilfunkanbieter bereitstellen, Tür und Tor für chinesische Spionage zu öffnen.