Vodafone und Telefónica: Mobilfunkmaste zusammen mit Glasfaser anbinden

Andreas Frischholz 17 Kommentare
Vodafone und Telefónica: Mobilfunkmaste zusammen mit Glasfaser anbinden
Bild: Thomas Kohler | CC BY 2.0

Vodafone und der O2-Mutterkonzern Telefónica Deutschland wollen gemeinsam den Glasfaserausbau für Mobilfunkstandorte vorantreiben. Das Ziel ist, den Ausbau zu beschleunigen – was insbesondere mit Blick auf den kommenden Mobilfunkstandard 5G gilt.

Verträge wurden zwar noch nicht unterzeichnet, doch grundsätzlich haben sich beide Unternehmen auf das Projekt verständigt. Losgehen soll es bereits im Juli 2018, ab dann wollen Vodafone und Telefónica die Glasfaser-Technologie von gemeinsamen oder benachbarten Mobilfunkstandorten nutzen. In einem ersten Schritt soll das bei rund 100 Standorten der Fall sein, also Mobilfunkmasten sowie Häuser, auf denen Antennen installiert sind.

Glasfaser-Anbindungen, die bis dato nur eines der Unternehmen nutzt, werden insoweit modifiziert, dass auch das andere Netz darüber laufen kann. Der Datenverkehr beider Netze soll aber konsequent getrennt bleiben, dafür sind technische Vorrichtungen geplant. Wenn bis dato nicht erschlossene Mobilfunkstandorte mit Glasfaser ausgestattet werden, sollen die Leitungen bis zu den Basisstationen zu gleichen Teilen verlegt werden.

Vorteile für beide Unternehmen

Von der Kooperation versprechen sich die Unternehmen zunächst Verbesserungen bei den bestehenden LTE-Netzen. Langfristig geht es aber auch um den 5G-Ausbau. Der neue Mobilfunkstandard verspricht Geschwindigkeiten im Gigabit-Bereich, nötig ist dafür aber auch eine ausreichend schnelle Glasfaseranbindung an den jeweiligen Funkmast. Und mit der Kooperation sollen die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden, damit der anvisierte Start ab 2019 und 2020 möglich ist.

Die Unternehmen-Chefs zeigen sich überzeugt von der Kooperation. Markus Haas, Vorsitzender von Telefónica Deutschland, spricht von Vorteilen für die Kunden, denn „mit vereinten Kräften gelingt es schneller und effizienter, die notwendige Breitbandanbindung für Highspeed-Netze im Mobilfunk voranzutreiben“. Vodafones Deutschland-CEO Hannes Ametsreiter bezeichnet das Projekt als „möglichen Baustein in unserer 5G-Strategie, mit der wir das Netz von morgen bauen“.

Telefónica überlässt Vodafone ein Frequenzspektrum im 3,5-GHz-Bereich

Darüber hinaus erhält Vodafone von Telefónica ein Frequenzspektrum im 3,5-GHz-Bereich, das Telefónica aktuell nicht benötigt. Bislang verfügt der O2-Mutterkonzern in diesem Bereich über ein 84-MHz-Spektrum, die Hälfte davon soll Vodafone erhalten, bis die von der Regulierungsbehörde eingeräumten Nutzungsrechte im Jahr 2021 auslaufen. Über den Frequenzbereich bei 3,5 GHz lassen sich auf kurze Distanz hohe Bandbreiten erreichen, sodass das Frequenzband besonders für 5G geeignet ist.