OnePlus 6 im Test: Sehr viel Smartphone zum fairen Preis 3/4

Nicolas La Rocco 220 Kommentare

Dual-Kamera mit OIS

OnePlus setzt bei der Hauptkamera erneut auf 16 Megapixel, allerdings ist der Sensor mit dem 1/2,6" messenden Sony IMX519 jetzt 19 Prozent größer als zuvor. Die Größe der Pixel nimmt im Vergleich zum IMX398-Sensor des OnePlus 5T von 1,12 μm auf 1,22 μm zu. Zurück ist der optische Bildstabilisator (OIS), den es zuletzt im OnePlus 3T gegeben hatte, bevor er für das OnePlus 5 und 5T wieder gestrichen wurde. Die Optik der Hauptkamera arbeitet nach wie vor mit einer f/1.7-Blende. Den zweiten Sensor mit 20 Megapixel und f/1.7-Blende hat OnePlus unverändert vom 5T übernommen.

Pro-Modus mit RAW-Option

Die Kamera lässt sich angenehm schnell über doppeltes Drücken der Power-Taste starten. Im Alltag ist sie damit innerhalb von einer bis zwei Sekunden einsatzbereit. Beim Auslösen könnte die Kamera aber noch einen Tick schneller reagieren. Ein vorbeifahrender Bus wurde aufgrund der Verzögerung erst nach Verlassen des Suchers eingefangen. Erfreulich simpel hält OnePlus die Kamera-App, anstatt sie schon in der Standardansicht mit Optionen zu überfluten. Wer den Automatikmodus jedoch nicht nutzen möchte, kann über eine Wischgeste im Bereich des Auslösers die weiteren Modi auswählen, darunter der Pro-Modus mit Einstellungen für ISO, Weißabgleich, Belichtungszeit, Fokus und Belichtungskorrektur. Auch eine RAW-Option finden Anwender hier. Allgemeine Einstellungen zur Kamera sind über ein kleines Zahnrad erreichbar, das erscheint, sobald das Menü der Fotomodi geöffnet wurde.

Verpasst! Der Auslöser reagiert etwas zu träge (f/1.7, ISO 100, 1/2000 s)
Verpasst! Der Auslöser reagiert etwas zu träge (f/1.7, ISO 100, 1/2000 s)

Porträtmodus für die Frontkamera

Apropos Fotomodi: Die Dual-Kamera lässt sich beim OnePlus 6 für den Porträtmodus und das zweifache Zoomen nutzen. Der optische Bildstabilisator arbeitet jedoch ausschließlich in Verbindung mit der Hauptkamera, im Test werden Wackler allerdings auch auf dem Teleobjektiv gut elektronisch abgefangen. Porträts lassen sich beim OnePlus 6 auch mit der 16-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite schießen. Obwohl nur mit einem Objektiv ausgerüstet, soll diese laut OnePlus dank KI-Berechnungen auf dem Snapdragon 845 den Vordergrund vom Hintergrund trennen und letzteren mit einer Unschärfe versehen können. Im Test funktionierte das nur eingeschränkt, da immer wieder Bereiche des Vordergrunds ebenfalls unscharf erschienen.

Die Qualität der normalen Aufnahmen mit der Hauptkamera ist durch die Bank gut. Der neue HDR-Modus „Advanced HDR“ soll Schattierungen besser als gewohnt hervorheben und Licht unterschiedlicher Intensität besser verarbeiten. Der HDR-Modus schaltet sich in entsprechenden Situationen zuverlässig hinzu, könnte aber noch eine Spur besser arbeiten und schattierte Bereiche stärker aufhellen. Das von OnePlus versprochene Plus an Schärfe liefert die Kamera hingegen – hier gibt es nichts zu meckern. Die Aufnahmen punkten aber auch mit einem gelungenen Weißabgleich und einer guten Farbdarstellung. Auf dem normalen IPS-PC-Monitor betrachtet, sehen die Fotos des OnePlus 6 jedoch etwas weniger spektakulär aus, da hier der Effekt des OLED-Bildschirms verloren geht.

Akku für einen Tag

Seit der Vorstellung des OnePlus 5 hält das Unternehmen an dem Akku mit einer Nennladung von 3.300 mAh fest. Die Laufzeiten haben sich aber im Vergleich zum letzten von ComputerBase getesteten OnePlus-Smartphone, dem 3T mit 3.400 mAh, nur geringfügig verändert. Im PCMark werkelt das OnePlus 6 rund eine halbe Stunde länger als das 3T und liegt mit 9:30 Stunden auf dem Niveau eines Google Pixel XL. Knapp vor dem OnePlus 6 landen das Huawei Mate 10 Pro und das P20 Pro (Test). Beim WLAN-Streaming eines YouTube-Videos in 720p-Auflösung hält das OnePlus 6 wie viele High-End-Smartphones über zwölf Stunden durch und platziert sich damit im guten Bereich.

Aufgrund der wiederkehrenden Technik unter der Haube sind deshalb hinsichtlich der Laufzeiten im Alltag keine Verbesserungen gegenüber früheren OnePlus-Generationen möglich. Auch OnePlus konzipiert seine Smartphones für einen Tag Laufzeit mit etwas Reserve. Abseits der intensiven Belastung durch Spiele wird dieses Ziel erreicht.

Im Test hatte der Akku nach 24 Stunden häufig noch eine Restkapazität zwischen 15 und 30 Prozent. Im konkreten Beispiel mit 20 Prozent Restkapazität war das Display 4:17 Stunden eingeschaltet. Android prognostizierte eine weitere Nutzung des Smartphones von knapp über 5 Stunden. Gespielt wurde auf dem Gerät jedoch nicht, was positiven Einfluss auf die Laufzeit hatte. Wer sich wie im Test auf Browser, WhatsApp, Facebook, Instagram, YouTube und Co. im Alltag beschränkt, wird das Smartphone im Regelfall nicht frühzeitig wieder laden müssen.

Akku mit 20 Prozent Restkapazität nach 24 Stunden Nutzung
Akku mit 20 Prozent Restkapazität nach 24 Stunden Nutzung

Sollte das doch mal der Fall sein, lässt sich der Akku mittels „Dash Charge“ schnell wieder aufladen. Das Dash-Charge-Netzteil arbeitet mit üblichen 5 Volt Spannung, jedoch mit 4 Ampere und somit einer höheren Stromstärke. Selbst beim Schnellladen mit 20 Watt bleibt das OnePlus 6 dadurch kühl. Damit das allerdings funktioniert, muss stets die Kombination aus Netzteil und Kabel von OnePlus verwendet werden.

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