OnePlus 6 im Test: Sehr viel Smartphone zum fairen Preis 2/4

Nicolas La Rocco 220 Kommentare

Schneller Snapdragon 845

The Speed You Need“, heißt es auf der Website zum OnePlus 6. Als das Unternehmen das Smartphone Mitte Mai vorstellte, war die Geschwindigkeit das am stärksten beworbene Feature. Um noch vor den technischen Daten und Benchmarks für Klarheit zu sorgen: Das OnePlus 6 rennt im Alltag wie kaum ein anderes Smartphone. Die Entwickler setzen die Rohleistung des Prozessors sehr gut in tatsächliche Performance um. Denkpausen kennt das Gerät im Alltag nicht.

Für Vortrieb sorgt im OnePlus 6 das aktuelle Qualcomm-Spitzenmodell Snapdragon 845. Das SoC mit acht Kryo-385-Kernen und bis zu 2,8 GHz auf dem Performance-Cluster stammt aus Samsungs zweiter Generation der 10-nm-Fertigung und ist deshalb nicht nur sehr schnell, sondern auch energieeffizient. Dem SoC stellt OnePlus im Falle des Testgeräts 8 GB LPDDR4X-Arbeitsspeicher und 128 GB schnellen UFS-2.1-Speicher zur Seite. Das Smartphone wird darüber hinaus in Varianten mit 6 GB RAM und 64 GB Nutzerspeicher sowie 8 GB RAM und 256 GB Nutzerspeicher angeboten. Der Speicher ist nicht mittels microSD-Karte erweiterbar, der Aufpreis von jeweils 50 Euro pro Verdoppelung der Kapazität ist aber fair angesetzt. Und in den Benchmarks zeigt sich mit sequentiellen Lese- und Schreibraten von über 700 MB/s respektive 200 MB/s, dass tatsächlich schneller UFS verbaut ist.

OxygenOS auf Android-8.1-Basis

Das OnePlus 6 läuft mit einer angepassten Version von Android 8.1 Oreo (Test), die gemessen an der Benutzeroberfläche dem Stock-Android-Betriebssystem eines Pixel-Smartphones sehr ähnlich ist. Auch in Sachen Geschwindigkeit ist das Betriebssystem mit der Version von Google vergleichbar. Mehr noch: Das OnePlus 6 ist trotz des nicht exklusiven Snapdragon-Prozessors das derzeit schnellste Android-Smartphone.

OnePlus nennt die eigene Android-Version OxygenOS, das auf dem Testgerät in der Version 5.1.8 installiert ist. Die größeren Anpassungen verstecken sich in den Android-Einstellungen, die Anwendern deutlich mehr Optionen zur Hand geben, als es Google bei seinen Smartphones macht. Das fängt schon bei den Einstellungen für den Startbildschirm an, wo sich Gesten festlegen, Doppeltipp-Aktionen aussuchen, Icon-Packs laden sowie App-Benachrichtigungspunkte aktivieren oder deaktivieren lassen.

Homescreen und eigene Wetter-App von OnePlus
Homescreen und eigene Wetter-App von OnePlus

Für die Android-Navigationsleiste stehen ebenfalls umfangreiche Optionen zur Auswahl. Zunächst einmal darf man als Anwender entscheiden, ob man diese überhaupt nutzen oder stattdessen lieber auf eine Gestensteuerung setzen möchte. Werden die Tasten hingegen angezeigt, lassen sie sich mit doppeltem Drücken und langem Halten insgesamt jeweils dreifach für verschiedene Aktionen wie das Starten der Sprachsuche, das Teilen des Bildschirms oder das Öffnen der Benachrichtigungen belegen.

Darüber hinaus können Anwender in den Einstellungen des Displays zwischen dem Standard- sowie einem hellen und einem dunklen Theme wählen, Einfluss auf die Farben der Benachrichtigungs-LED nehmen und die Notch auf Wunsch deaktivieren. Dadurch wird es Apps grundsätzlich untersagt, die Bereiche links und rechts neben der Notch auszufüllen. Das Betriebssystem positioniert dort aber weiterhin Symbole für Benachrichtigungen sowie weitere Elemente der Statusleiste.

Keine Probleme mit HD-Streaming

Für (frustrierte) Besitzer früherer OnePlus-Smartphones dürfte im Bereich des Videostreamings noch von Relevanz sein, dass auf dem OnePlus 6 von Haus aus Googles DRM-Plattform Widevine nach Security Level L1 unterstützt wird und somit dem Streaming von beispielsweise Netflix in voller HD-Qualität nichts im Weg steht. Ältere Geräte unterstützten teils nur L3 für SD-Qualität.

App-Drawer und Einstellungen im Stile von Stock-Android
App-Drawer und Einstellungen im Stile von Stock-Android

OxygenOS erinnert somit stark an Custom-ROMs aus der Modding-Szene, die beim Design auf Stock-Android setzen, aber unter der Haube deutlich mehr zu bieten haben. Die Umsetzung dessen ist OnePlus auf dem OnePlus 6 sehr gut gelungen. Eine Garantie für Android-Updates oder schnelle Sicherheits-Patches gibt es bei dem Hersteller hingegen nicht. Das Testgerät besitzt den Sicherheits-Patch-Level Mai 2018, während auf den Pixel-Geräten von Google bereits die Ebene Juni angeboten wird. Es ist davon auszugehen, dass Android P zeitnah nach Release für das OnePlus 6 kommen wird, da OnePlus bereits am Betaprogramm für das neue Betriebssystem teilnimmt.

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