Mikrotransaktionen: Gran Turismo Sport verkauft Autos für Euros

Max Doll 63 Kommentare
Mikrotransaktionen: Gran Turismo Sport verkauft Autos für Euros
Bild: Polyphony Digital

Das Juli-Update für Gran Turismo Sport bringt in Form des kanadischen Circuit de Sainte-Croix in sechs Layouts neues Streckenmaterial sowie weitere Fahrzeuge, darunter der Ferrari 250 GTO und der Mercedes AMG F1 W08 aus dem Jahr 2017. Außerdem werden Mikrotransaktionen eingeführt.

Während Strecken, Autos, neue Veranstaltungen und die Möglichkeit zum Anbringen von Aufklebern auf Fahrerhelmen in der Ankündigung viel, im Trailer zum Patch sogar den gesamten Raum einnehmen, hat den größten Neuigkeitswert das, was nur in zwei kurzen Sätzen angekündigt wird: Ab dem 2. August können Spieler für Autos nicht nur in die virtuelle, sondern alternativ in die reale Geldbörse greifen.

Zur Verfügung steht diese Option für alle Wagen mit einem Kaufpreis von weniger als zwei Millionen Credits. Darunter fällt nahezu der gesamte Fuhrpark; nur zwölf Autos kosten zwei oder mehr Millionen Credits. Zur Preisstruktur macht Entwickler Polyphony Digital keine Angaben. Gezeigt wurde lediglich ein Screenshot, laut dem der Mercedes AMG GTS für 184.000 Credits oder rund einen US-Dollar erworben werden kann. Da das System für Nutzer in Japan schon aktiviert wurde, verrät die lokale Version des PlayStation-Stores die Preise. Verlangt werden dort zwischen 100 und 300 Yen (rund 0,77 bis 2,30 Euro) abhängig von den Credit-Kosten des gewünschten Autos.

Die Preisstruktur bleibt im Dunkeln
Die Preisstruktur bleibt im Dunkeln (Bild: Polyphony Digital)

Die Grenze für Käufe zieht Gran Turismo Sport mit diesem Ansatz bei einer Summe, die sich laut Forenberichten in etwa einer Stunde Spielzeit auch verdienen lässt. Die teuersten Fahrzeuge bleiben aktuell Statussymbole, die die Leistung im Spiel ausweisen. In Gran Turismo 6 war das noch anders: dort ließ sich jedes Fahrzeug alternativ kaufen. Für ein einzelnes virtuelles Vehikel wurden dort jedoch bis zu 140 Euro oder Grind verlangt – was immerhin zeitgemäß war. Forza Motorsport 5 rief bis zu 70 Euro für das Freischalten eines Autos auf.

Von keinen Mikrotransaktionen zu keinen DLCs

Mit dem Update wechselt Polyphony Digital das Monetarisierungsmodell des Spiels. Initial wurde lediglich angekündigt, nach der Veröffentlichung mit DLCs zu planen. Ob die Erweiterungen kostenlos oder kostenpflichtig sein würden, ging aus den Äußerungen nie hervor, erwartet wurde eine Mischung aus beiden Varianten. Neue Inhalte wurden bislang kostenlos in Form von Updates nachgereicht, Mikrotransaktionen sollte es aber ursprünglich nicht geben. Da bisherige Updates nach der eher geringen Anzahl Inhalte zur Veröffentlichung des Rennspiels eher als Vervollständigung denn als Erweiterung verstanden werden, stößt die Einführung der Ingame-Käufe nicht auf einhellige Begeisterung.