Gegen Preisverfall: Western Digital reduziert Produktion von NAND-Flash

Michael Günsch 54 Kommentare
Gegen Preisverfall: Western Digital reduziert Produktion von NAND-Flash

Die neuen Quartalszahlen von Western Digital stehen vor allem durch die sinkenden Preise für NAND-Flash unter Druck. Das Unternehmen reagiert und hat eine Reduktion der Wafer-Produktion um 10 bis 15 Prozent für 2019 angekündigt. Die momentane Überversorgung mit NAND-Flash lässt die Preise weiter fallen.

Mit 5,028 Milliarden US-Dollar Umsatz und 511 Millionen US-Dollar Nettogewinn fiel das Ergebnis im ersten Quartal des Fiskaljahres 2019 schlechter aus als vor einem Jahr und auch gegenüber dem vorherigen Quartal gab es einen Rückgang.

CEO Steve Milligan spricht zwar von starken Zahlen für die Bereiche „Capacity Enterprise, Surveillance Hard Drives and Embedded Flash Solution“, von denen jeder im Jahresvergleich um mehr als 30 Prozent beim Umsatz zugelegt habe. Doch die Kehrseite der Medaille ist neben der Problematik durch den Steuerstreit der USA mit China vor allem das Geschäft mit NAND-Flash-Produkten. Die Preise für den Speicher haben sich in diesem Jahr bereits halbiert und Experten erwarten aufgrund des Überangebots an Speicherchips weiter sinkende Preise bis ins kommende Jahr.

NAND-Flash-Produktion wird eingeschränkt

Als Reaktion hat Western Digitals Chief Operating Officer Michael Cordano Gegenmaßnahmen angekündigt. Die Rede ist von einer Reduktion der Wafer-Produktion (Wafer Starts) sowie der verzögerte Einsatz von Investitionen. Die Maßnahmen sollen im Kalenderjahr 2019 den zuvor geplanten Speicher-Ausstoß (Bit Output) um 10 bis 15 Prozent niedriger ausfallen lassen. Ziel ist es, das Verhältnis von Angebot und Nachfrage aus Sicht des Unternehmens zu verbessern. Im Klartext wird die Produktion eingeschränkt, um den Überschuss zu verringern und damit dem Preisverfall Einhalt zu gebieten.

Our immediate reduction in wafer starts and delayed deployment of capital equipment is a reflection of the adjustment to bit supply growth needed to improve the supply-demand dynamic by midyear 2019. The magnitude of these actions is a reduction of 10% to 15% of our planned bit output in calendar year 2019.

Zusammen mit Partner Toshiba Memory ist Western Digital der zweitgrößte Hersteller von NAND-Flash nach Samsung. Vom Marktführer sowie dem Konkurrenten SK Hynix wird ebenfalls eine Verschiebung der Fabrikaufrüstung erwartet. Micron möchte derweil Intels Anteil der Gemeinschaftsfirma IM Flash übernehmen und hatte Ende August eine Aufstockung der Reinraumflächen der Speicherfabrik in Virginia in Aussicht gestellt, die allerdings nur auf lange Sicht bis zum Jahr 2030 geplant ist. Vor dem Hintergrund der aktuellen Preisentwicklung dürfte die Aufrüstung eher später als früher vonstatten gehen.