Mercedes-Benz MBUX im Test: Das Smartphone unter den Autos

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Nicolas La Rocco 187 Kommentare

Fazit

MBUX in der neuen A‑Klasse ist das mit Abstand beste Infotainmentsystem, das Mercedes-Benz je in einem Fahrzeug angeboten hat. Der Sprung vom NTG 5.5 auf die sechste Generation ist ein deutlich größerer als noch der zum NTG 5.5 der aktuellen E‑Klasse. Mercedes-Benz bietet mit MBUX moderne Hardware und eine gute Software-Plattform an, die sich dank vielfältiger Eingabemethoden gut während der Fahrt und im Stand bedienen lässt. Jetzt gilt es, diese Plattform mit mehr Diensten zu füllen.

Neue A-Klasse mit MBUX
Neue A-Klasse mit MBUX

Der Plattform fehlen noch Inhalte

Große Displays mit hoher Auflösung und ein schönes User Interface mit sinnvoller Menüstruktur sind nicht ausreichend, um langfristig gesehen ganz vorne mitzuschwimmen. Das Fundament ist mit MBUX solide gebaut, allerdings fehlen derzeit noch viele Dienste, die man zum Beispiel vom Smartphone kennt. Größtes Manko ist derzeit noch der Verzicht auf sämtliche Messenger und soziale Netzwerke. Musik lässt sich zwar online streamen, ausgerechnet die größten Anbieter fehlen aber.

Die Konfiguration bleibt auch 2018 unübersichtlich

So gut der Redaktion MBUX für sich alleine betrachtet im eingebauten Zustand des Testwagens auch gefällt, so konfus sind die elend langen Listen an Sonderausstattung und voneinander abhängigen Ausstattungsmerkmalen. Es ist nur logisch, dass gewisse Sonderfunktionen in Abhängigkeit zu anderen stehen und deshalb Folgekosten mit sich bringen, irgendwie muss eine Fahrzeugkonfiguration heutzutage aber doch einfacher vonstatten gehen. Mit dem „Navigation Premium-Paket“ sind aber immerhin die wichtigsten Funktionen mit an Bord. Gerade bei den Mercedes-me-Diensten muss man aber ganz genau hinsehen, welche Option welche Laufzeit und Folgekosten hat.

Nach zwei Wochen mit MBUX fällt das Fazit trotz mancher Hürde beim Behalten des Überblicks positiv aus. Mercedes-Benz macht aus der bisweilen herrschenden Kluft zwischen Hardware im Auto und Hardware in Smartphones oder Tablets eine deutlich kleinere Lücke und liefert ein vielfach besseres Produkt ab. Bei den versprochenen OTA‑Updates nimmt Mercedes-Benz hoffentlich iOS und nicht Android als Maßstab.

ComputerBase hat die A-Klasse leihweise von Mercedes-Benz zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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