Just Cause 4 im Benchmark: Große Explosionen mittelmäßig umgesetzt

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Wolfgang Andermahr 54 Kommentare

Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind mit einem auf 4,7 GHz übertakteten Core i7-8700K erstellt worden, der auf insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher mit einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (16-16-16-38, Dual-Rank) zugreifen kann. Windows 10 Oktober Update (1809) inklusive aller derzeit verfügbaren Updates ist installiert. Als Treiber werden der Adrenalin 18.12.1 beziehungsweise der GeForce 417.01 genutzt. Der AMD-Treiber ist offiziell für Just Cause 4 optimiert, das Nvidia-Gegenstück noch nicht.

Der von Nvidia mittlerweile freigegebene und offiziell für Just Cause 4 optimierte GeForce 417.22 hat sowohl auf einer GeForce GTX 1080 als auch auf einer GeForce RTX 2080 keine erkennbaren Änderungen gezeigt. Manchmal ist der Treiber minimal schneller, manchmal aber auch langsamer.

Eine fordernde Testszene mit viel Dynamik

Die 25 Sekunden lange Testszene spielt im Dschungel-Szenario und zeigt einen Marsch über eine Straße mit hoher Sichtweite und viel Vegetation, auf der sich einige NPCs bekämpfen. Entsprechend ist die Szene sehr dynamisch, erzeugt aber trotzdem reproduzierbare Ergebnisse. Die Testsequenz gehört zu den anspruchsvollsten Sequenzen in Just Cause 4.

Da das Spiel keine Presets bietet und zudem eine einzelne Option keinen großen Einfluss auf die Geschwindigkeit hat, hat sich die Redaktion dazu entschieden, unabhängig der Auflösung die vollen Grafikdetails zu nutzen.

Auflösung Grafik-Details
1.920 × 1.080 Maximale Details, Temporales SMAA
2.560 × 1.440 Maximale Details, Temporales SMAA
3.840 × 2.160 Maximale Details, Temporales SMAA

Grafikkarten-Benchmarks von Full HD bis Ultra HD

Die Benchmarks zu Just Cause 4 zeigen ein interessantes Bild. Denn im Duell GeForce GTX 1080 gegen die Radeon RX Vega 64 herrscht bezüglich der Framerate ein Gleichstand. In 1.920 × 1.080 ist die AMD-Grafikkarte vier Prozent schneller, in 2.560 × 1.440 ist es noch ein Prozent und in 3.840 × 2.160 ist dann Nvidia um ein Prozent voraus. Bei den Frametimes hat dagegen AMD klar die Nase vorn.

So fallen die Frametimes der Radeon RX Vega 64 in Full HD 17 Prozent besser als die der GeForce GTX 1080 aus. In der nächsthöheren Auflösung sind es gar 19 Prozent, in Ultra HD noch 15 Prozent. Warum dies so ist, zeigt das Frametime-Diagramm im nächsten Abschnitt.

Der Vergleich GeForce GTX 1080 Ti gegen die GeForce RTX 2080 zeigt, dass Architekturen in Just Cause 4 genauso abschneiden wie im Schnitt bei anderen Spielen. Interessant ist allerdings, dass die GeForce GTX 1080 Ti weniger Probleme bei den Frametimes zu haben scheint als die GeForce GTX 1080 und GeForce GTX 1070. Auch Turing scheint davon weniger betroffen zu sein, wobei aber Vega dennoch besser zurecht kommt – nur in Ultra HD nicht. Da das Verhalten der Frametimes in Just Cause 4 nicht sehr konstant ist, ist es durchaus möglich, dass das Problem gar nicht bei AMD oder Nvidia liegt, sondern womöglich beim Spiel selbst.

Das Duell in der Mittelklasse entscheidet AMD knapp für sich. Die Radeon RX 580 ist leicht schneller als die GeForce GTX 1060 und die Radeon RX 590 legt dann noch einmal einen drauf. Interessanterweise sind die Unterschiede bei den Frametimes deutlich kleiner als bei den schnelleren Modellen. Die neuere Vega-Architektur könnte Vorteile gegenüber dem älteren Polaris bietet.

Die Frametimes auf einer AMD- und Nvidia-Grafikkarte

Die Testsequenz gehört zu den anspruchsvollsten Szenen in Just Cause 4 und läuft auch unabhängig der Grafikkarte nicht ganz einwandfrei. So läuft man zu Beginn der Sequenz durch eine Rauchschwade, die auf Nvidia-Grafikkarten mit dem aktuellen Treiber kleine Probleme bereitet – egal, ob eine GeForce GTX 1060 oder eine GeForce RTX 2080 Ti im Rechner steckt. Währenddessen sind nämlich die Frametimes sehr unregelmäßig, was sich im Spiel auch spüren lässt. Die Auswirkungen in der Praxis sind dennoch nicht allzu groß, da der Bildschirm ziemlich grau ist, sodass die Frametimes kaum auffallen.

Auf einem 3D-Beschleuniger von AMD zeigt sich das Problem nicht. Aber auch dort gibt es am Ende des Benchmarks einen einzelnen Ausreißer bei den Frametimes. Das betrifft jedoch nicht nur die AMD-Grafikkarten, auf einer GeForce-Grafikkarte zeigt sich genau dasselbe Verhalten. Auch wenn bei den Messungen Nvidia größere Probleme zeigt, sind die Frametimes auf der GeForce GTX 1080 eigentlich etwas gleichmäßiger als auf einer Radeon RX Vega 64 – die Ausreißer sind aber größer.

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