MacBook Pro: Designfehler führt zu teuren Display-Defekten

Michael Schäfer 103 Kommentare
MacBook Pro: Designfehler führt zu teuren Display-Defekten
Bild: Apple

Apple setzt beim MacBook Pro des Baujahrs 2016 mit integrierter Touch Bar laut Erkenntnissen von iFixit auf eine zu straff gespannte Monitorverbindung. Der als „Flexgate‟ bezeichnete Designfehler kann unter Umständen durch eine Überbelastung der Kabel nach einer gewissen Zeit für eine kostspielige Reparatur sorgen.

Komplettausfall möglich

Der potenzielle Schaden ist laut dem Reparaturdienstleister iFixit auf ein „fragiles Flachbandkabel‟ zurückzuführen. Dieses sei um den Display-Controller gewickelt und würde zu stark spannen, wenn der Klappwinkel des Bildschirm mehr als 40 Grad beträgt. Die Folge ist eine Materialermüdung, bei der Nutzer im günstigsten Fall nur mit einer ungleichmäßigen Ausleuchtung am unteren Bildschirmrand zu kämpfen haben. Durch ständige Abnutzung kann die Verbindung auch komplett versagen, so dass Anwender schließlich vor einem schwarzen Bildschirm sitzen. Diese Probleme sollen bisher nur bei Nutzern der Notebook-Modelle mit Apples Touch Bar auftreten.

Handhabung unterschiedlich

Laut den Reparaturprofis fällt dabei besonders ins Auge, dass die meisten Probleme erst nach der von Apple gewährten einjährigen Hardware-Garantie auftreten. Die Reaktionen des Apple-Services fallen laut Nutzerberichten aus den USA unterschiedlich aus: So soll Apple in manchen Fällen den Fehler auch ohne AppleCare kostenlos behoben haben, anderen betroffenen Besitzern wurde dagegen eine teure Reparatur angeboten.

Ein zu straff gespanntes Display-Kabel als Ursache für Ausfälle
Ein zu straff gespanntes Display-Kabel als Ursache für Ausfälle (Bild: iFixit)

Neues Design als Ursache

Die Reparatur ist vor allem deswegen so kostspielig, weil Apple, im Gegensatz zu den Vorgängern, das Kabel aus Gründen der Dicke nicht mehr aufsteckt, sondern fest in das Display integriert. Wo früher somit nur ein Kabel für ein paar Euro ausgetauscht wurde, muss nun das komplette Display für mehrere hundert Euro gewechselt werden.

MacBook Air eventuell auch betroffen

Laut iFixit könnten von dem Problem auch Nutzer des 2018er Modells des MacBook Air betroffen sein. Hier soll Apple zwar nicht die gleiche Kabel-Lösung verwenden, diese soll aber ähnlichen Belastungen unterliegen. Der Dienst hält es daher für durchaus möglich, dass auch bei diesen Besitzern in absehbarer Zukunft das Problemen auftreten kann.

Petition fordert Austauschprogramm

In den USA haben Nutzer indes Apple aufgefordert, für das genannte Problem ein kostenloses Austauschprogramm zu starten. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, wurde gleichzeitig eine Petition ins Leben gerufen, welche in vier Monaten erst knapp über 4.200 Mal unterzeichnet wurde, infolge der aktuellen Berichterstattung jedoch rasant wächst.

Kühlprobleme Monate nach Verkaufsstart

Dies ist nicht das erste Problem, mit welchem Apple mit der aktuellen Generation des MacBook Pro zu kämpfen hat: Bereits eine Woche nach Markteinführung musste der Hersteller bei Modellen mit Intels Core i9 Probleme mit der Kühlung der Prozessoren unter Vollast bei Verwendung aller Kerne einräumen. Dies hatte zur Folge, dass die CPUs bereits nach kurzer Zeit die Taktfrequenz teilweise erheblich drosselten, so dass das neue Modell am Ende sogar langsamer war als der Vorgänger respektive das Modell mit Core i7. Später veröffentlichte Apple ein Firmware-Update, welches das Problem lösen sollte. Ein aktueller Test von Notebookcheck zeigt aber, dass der Core i9 abgesehen von kurzen Single-Core-Belastungen nach wie vor langsamer ist als der Core i7. Die 340 bis je nach Modell 480 Euro Aufpreis lohnen sich deshalb nicht.