Turing Spezial: Nvidia plant angeblich eine GTX 1660 Ti ohne Raytracing

Wolfgang Andermahr et al. 226 Kommentare
Turing Spezial: Nvidia plant angeblich eine GTX 1660 Ti ohne Raytracing

Die Gerüchte um neue Nvidia-Grafikkarten auf Basis der Turing-Architektur, die allerdings unter dem alten GeForce-GTX-Namen und als 1000er-Serie laufen sollen, reißen nicht ab. VideoCardz berichtet nun erneut von einer mutmaßlichen GeForce GTX 1660 Ti.

Bei der GeForce GTX 1660 Ti soll es sich um eine Grafikkarte auf Basis der Turing-Architektur handeln, die aber nicht unter dem GeForce-RTX-Namen laufen soll. Entsprechend soll das Produkt kein Raytracing und damit den Namensgeber für „RTX“ unterstützen. Unklar ist, ob auch die für KI-Berechnungen zuständigen und ebenso neuen Tensor-Kerne fehlen.

Mit GPU ohne RTX

Die kolportierte GeForce GTX 1660 Ti soll auf eine GPU mit dem Namen TU116 setzen. Es soll 1.536 Shadereinheiten geben, was 20 Prozent weniger als die 1.920 der GeForce RTX 2060 wären, aber immer noch 20 Prozent mehr als die 1.280 ALUs der GeForce GTX 1060, die auf Basis von Pascal zudem pro Shadereinheit bei gleichem Takt etwas langsamer arbeitet. Darüber hinaus soll die GeForce GTX 1660 Ti wie auch die GeForce RTX 2060 über einen 6.144 MB großen GDDR6-Speicher verfügen, der an ein 192 Bit Speicherinterface angeschlossen ist.

Angeblich soll Nvidia diesen Schritt gehen, weil die GeForce GTX 1060 in absehbarer Zeit auslaufen wird und die GeForce RTX 2060 aufgrund des deutlich höheren Preises von derzeit mindestens 360 Euro die aktuelle Mittelklasse-Generation nicht ablösen kann. Dies soll dann die GeForce GTX 1660 Ti übernehmen. Einen Zeitpunkt für die Präsentation soll es noch nicht geben.

Eine Einschätzung der Redaktion zur GeForce GTX 1660 Ti

Auch wenn die Gerüchte über eine neue GeForce-GTX-Grafikkarte ohne Raytracing nicht abreißen, klingen einige Details unwahrscheinlich. Das fängt schon beim Name an, denn in die neue Generation würde sich solch eine Grafikkarte viel besser als GeForce GTX 2050 integrieren lassen. Der Unterschied der Modelle mit und ohne Raytracing wäre immer noch sichtbar, ohne das kleinere Modell auch eine Generation älter wirken zu lassen. „Ti“ suggeriert zudem, dass es noch weitere Varianten der GTX 1660 geben wird.

Darüber lässt die GPU-Bezeichnung stutzen. TU116 deutet auf eine neue GPU hin, die Nvidia aber erst einmal auflegen müsste. Das ist sehr teuer, zumal die Tensor- und RT-Kerne bei Turing in den Shader-Clustern und nicht separat untergebracht sind. Es ist damit auch denkbar, dass Nvidia für die doch sehr unterschiedliche Konfiguration einfach den TU106 umbenennt. Allerdings würde das für Nvidia nicht die Produktionskosten senken, sodass ein geringerer Preis der GeForce GTX 1660 Ti einen geringeren oder gar keinen Gewinn mehr bedeuten würde. Denkbar ist der Schritt dagegen, wenn der TU116 doch deutlich kleiner als der TU106 ausfallen würde. Das ist aber schwer einzuschätzen, da unklar ist, wie groß die Raytracing -und womöglich Tensor-Kerne genau sind.

Und zu guter Letzt würde eine neue GeForce GTX auch die Durchsetzung von Raytracing – das Hauptfeature von Turing – deutlich erschweren. Nvidia benötigt möglichst viele Grafikkarten mit Raytracing-Unterstützung im Handel. Sinnvoll erscheint der Schritt damit nur, wenn die Produktionskosten einer GPU inklusive Raytracing-Einheiten nicht genug gesenkt werden könnten, um den Kaufpreis spürbar zu reduzieren.

Update 21.01.2019 13:14 Uhr

Ein Benchmarkergebnis aus Ashes of the Singularity soll einmal mehr untermauern, dass die Karte existiert. Da der Benchmark sehr stark auf viele Parameter reagiert, hilft das Ergebnis allein am Ende aber kaum weiter, nur soviel, dass die 1660 Ti über der aktuellen GeForce GTX 1060 rangieren wird.

Update 23.01.2019 10:08 Uhr

Die erste Briefings zur neuen GeForce-Lösung in Asien laufen bereits, Boardpartner sind ohnehin schon länger darüber informiert. Dies untermauert Gerüchte, dass der Start Mitte Februar über die Bühne gehen könnte.

GeForce GTX 1660
GeForce GTX 1660 (Bild: reddit)
Update 24.01.2019 10:41 Uhr

Der 15. Februar 2019 soll der Starttermin sein, als Preis werden 279 US-Dollar für die GTX 1660 Ti genannt. Anfang März soll die Non-Ti für 229 US-Dollar folgen, berichtet HardOCP. Abgerundet wird das Paket dann von einer GTX 1650 für 179 US-Dollar Ende März, parallel zu der Neuvorstellung soll die bisherige GTX 1050 Ti günstiger werden, aber im Portfolio als Einstieg verbleiben.

Update 28.01.2019 14:58 Uhr

Zum nahenden Starttermin bringen auch die Boardpartner ihre Modelle in Stellung. Gigabyte führt genau so wie MSI einige Probanden der GeForce GTX 1660 Ti ins Feld. Die Bezeichnungen deuten auf alternative und unterschiedliche Kühler ebenso wie das Kürzel OC auf Overclocking hin. 6G bei allen Karten steht für 6 GByte VRAM.

Gigabyte GTX 1660 Ti
Gigabyte GTX 1660 Ti (Bild: Евразийская экономическая комиссия)
MSI GeForce GTX 1660 Ti
MSI GeForce GTX 1660 Ti (Bild: Евразийская экономическая комиссия)