Support-Ende: In einem Jahr ist Schluss mit Windows 7

Jan-Frederik Timm 763 Kommentare
Support-Ende: In einem Jahr ist Schluss mit Windows 7
Bild: Microsoft

Heute in einem Jahr ist es so weit: Der erweiterte Support für Windows 7 läuft nach fast zehn Jahren aus. Sicherheitsupdates gibt es dann nur noch für Unternehmen, die dafür zahlen. Bei weltweit noch knapp 40 Prozent Marktanteil sieht derzeit alles nach einer Wiederholung der Ereignisse zum Aus von Windows XP aus.

In den Fußstapfen von Windows XP

Auch Windows XP, dessen Support vor knapp fünf Jahren im April 2014 endete, konnte ein Jahr vor der Einstellung noch knapp 40 Prozent Marktanteil auf sich vereinen. Und trotz massiver Anstrengungen gelang es Microsoft innerhalb der dann folgenden 12 Monate nicht, den Marktanteil auf unter 30 Prozent zu drücken. Auch bei Windows 7 haben zumindest die letzten zwei Jahre nur für wenig Bewegung gesorgt. Laut NetMarketShare sank der weltweite Marktanteil auf mit dem Internet verbundenen Systemen lediglich um 23 Prozent von 48 auf 37 Prozent. Auch das für mehr als ein Jahr verfügbare kostenlose Upgrade-Angebot auf Windows 10 konnte daran nichts ändern.

Als bei Windows XP absehbar war, dass insbesondere viele Unternehmen noch nicht auf Windows 7 oder Windows 8 gewechselt haben werden, verlängerte Microsoft deren Support gegen Bezahlung und Vorlage eines Migrationsplanes. Bei Windows 7 hat Microsoft diesen Schritt jetzt schon früher angekündigt.

Auf aktueller Hardware nicht immer lauffähig

Windows 7 erhält wie Windows 8.1 und Windows 10 zwar derzeit noch Sicherheitsupdates zum monatlichen Patchday, funktionale Updates gibt es allerdings bereits seit dem 13. Januar 2015 nicht mehr. Das hat zur Folge, dass aktuelle Hardware schon heute nicht, nur über Umwege oder nur noch eingeschränkt mit Windows 7 zusammenarbeitet. Auf Systemen mit AMD Ryzen lässt sich das Betriebssystem von USB-Stick beispielsweise oft nur noch über einen Trick installieren, weil das BIOS der AM4-Platine nur noch USB 3.0 ohne Legacy Support bietet – die Installationsroutine von Windows 7 beherrscht USB 3.0 aber noch nicht.

Doch auch bei den Sicherheitsupdates gibt es seit zwei Jahren eine Einschränkung: Auf Rechnern mit AMD Bristol Ridge, Ryzen oder Intel Kaby Lake werden sie nicht mehr bereitgestellt. Microsofts Begründung: Wenn das Betriebssystem eine Architektur in Ermangelung eines Funktionsupdates nicht mehr unterstützt, erhält es auch keine Sicherheitsupdates mehr. Die Abfrage kann allerdings umgangen werden.

Auch neuen Microcode gegen die CPU-Sicherheitslücken Meltdown und Spectre verteilt Microsoft bis heute nur für Windows 10, Rechner mit Windows 8.1 und Windows 7 sind hingegen auf BIOS-Updates der Mainboard-Hersteller angewiesen.

Auch Windows Server 2008 (R2) ist am Ende

Parallel zu Windows 7 für Desktop-PCs endet am 14. Januar 2020 auch der Support für Windows Server 2008/2008 R2 für Server. Auch in diesem Fall gibt es gegen Bezahlung auf Wunsch maximal drei weitere Jahre Support. Neben dem Wechsel auf ein neueres Betriebssystem bewirbt Microsoft in diesem Fall aber auch noch eine andere Option: Die Verlagerung der eigenen Server-Kapazitäten in die Cloud.