Nvidia Titan RTX im Test: Das Turing-Topmodell im High-End-PC von Mifcom

 4/6
Wolfgang Andermahr 161 Kommentare

Titan RTX und die 24 GB Speicher im Benchmark

24 Gigabyte auf der Titan RTX – die Zahl ist schon der Wahnsinn. Im professionellen Umfeld gibt es Anwendungen, die nicht genug Speicher haben können. Aber wie sieht es für Spiele aus? Die GeForce RTX 2080 Ti stagniert bei 11 Gigabyte. Entsprechend ist der Speicherausbau des Turing-Titans mehr als doppelt so hoch. Aber bringt der massive VRAM auch heute schon etwas?

Das testet die Redaktion anhand der Speicherfresser Call of Duty: WWII, Call of Duty: Black Ops IV und Wolfenstein II. Als Auflösungen kamen 3.840 × 2.160 und das sehr fordernde 5.120 × 2.880 (5K) bei gleichen Qualitätseinstellungen zum Einsatz.

11 GB sind in aktuellen Spielen bei Ultra-HD-Spielen durchweg ausreichend. Zumindest kennt die Redaktion kein Szenario, wo es spürbare Probleme gibt. Auch in 5.120 × 2.880 ist der VRAM meistens groß genug, aber eben nicht immer. So zeigt Call of Duty: Black Ops IV auf der GeForce RTX 2080 Ti einige unregelmäßige Frametimes, die es so auf der Titan RTX nicht gibt. Abgesehen von den Ausreißern sind die Frametimes auf der 24-GB-Grafikkarte auch generell gleichmäßiger.

Das ist schlussendlich ein ziemlich konstruiertes, aber doch mögliches Szenario, wo die Titan RTX aufgrund des Speichers Vorteile in Spielen hat. Vor allem in zukünftigen Titeln werden die 11 GB der GeForce RTX 2080 Ti vermutlich ab und zu nicht mehr ausreichen. Aktuell ist der Speicher dagegen groß genug, auch wenn der Spielraum teils eng ist.

Raytracing und DLSS in Battlefield V und Metro Exodus

Raytracing und DLSS sind auch bei der Titan RTX wichtige Argumente beim Kauf. Wie gut die Techniken im Vergleich zu einer GeForce RTX 2080 laufen, prüft ComputerBase in Battlefield V und Metro Exodus. Als Auflösung wird durchweg 4K eingesetzt, denn weniger Bildpunkte wird wohl kaum ein Käufer einer Titan RTX nutzen.

Kaum schneller in Battlefield V

Battlefield V zeigt sich allerdings unbeeindruckt von der Titan RTX. Ohne Raytracing liefert die schnellste Nvidia-Grafikkarte nur 4 Prozent mehr FPS und selbst mit den schönen Reflexionen ändert sich daran nichts. Im Gegenteil: Bei den DXR-Reflexionen auf „Ultra“ sinkt die Differenz auf nur noch 1 Prozent und ist damit quasi nicht mehr vorhanden.

Mit DLSS kann sich die Titan RTX dann wieder minimal besser absetzen. Bei den Reflexionen auf „Niedrig“ bleibt es bei 4 Prozent, mit der Ultra-Einstellung sind es nun aber 5 Prozent.

Battlefield V – 3.840 × 2.160
  • FPS, Durchschnitt:
    • Titan RTX
      79,0
    • RTX 2080 Ti
      76,3
    • Titan RTX, RT Niedrig, DLSS
      67,3
    • RTX 2080 Ti, RT Niedrig, DLSS
      64,8
    • Titan RTX, RT Ultra, DLSS
      57,0
    • RTX 2080 Ti, RT Ultra, DLSS
      56,4
    • Titan RTX, RT Niedrig
      53,6
    • RTX 2080 Ti, RT Niedrig
      51,6
    • Titan RTX, RT Ultra
      41,0
    • RTX 2080 Ti, RT Ultra
      39,0

Ganz anders als Battlefield V reagiert Metro Exodus. Ohne die neue Technologie ist die Titan RTX 9 Prozent schneller als die GeForce RTX 2080 Ti. Mit Raytracing auf „Hoch“ bietet die Titan RTX dann gute 12 Prozent mehr FPS, mit „Ultra“ sind es 8 Prozent. Mit DLSS und Raytracing auf „Hoch“ steigt der Abstand auf 10 Prozent an, mit Raytracing auf „Ultra“ bleibt es bei den 12 Prozent.

Metro Exodus – 3.840 × 2.160
  • FPS, Durchschnitt:
    • Titan RTX
      76,3
    • RTX 2080 Ti
      70,1
    • Titan RTX, RT Hoch, DLSS
      69,8
    • RTX 2080 Ti, RT Hoch, DLSS
      63,4
    • Titan RTX, RT Ultra, DLSS
      56,1
    • RTX 2080 Ti, RT Ultra, DLSS
      50,3
    • Titan RTX, RT Hoch
      45,6
    • RTX 2080 Ti, RT Hoch
      40,8
    • Titan RTX, RT Ultra
      33,5
    • RTX 2080 Ti, RT Ultra
      30,9

Warum die Spiele so unterschiedlich reagieren, ist unklar. Offenbar kann Metro Exodus mit der zusätzlichen Rechenleistung und Speicherbandbreite generell mehr anfangen als Battlefield V.

Auf der nächsten Seite: Benchmarks und Tests mit dem Mifcom-System