Huawei P30 Pro im Test: Das Smartphone für bislang unmögliche Fotos

Nicolas La Rocco 280 Kommentare
Huawei P30 Pro im Test: Das Smartphone für bislang unmögliche Fotos

tl;dr: Die P-Serie steht bei Huawei für die neuesten Errungenschaften in Sachen Smartphone-Fotografie. Genau das trifft auf das mit vier Kameras ausgestattete P30 Pro zu. Es schießt Fotos, wie sie bislang mit keinem anderen Smartphone zuvor möglich waren. Vor allem beim Zoomen und bei Nacht ist das P30 Pro unschlagbar gut.

Gleich vier Kameras stecken im Huawei P30 Pro, das seit wenigen Tagen zu Preisen ab 999 Euro in Deutschland angeboten wird. Genau genommen hat der Anwender aber nur auf drei der vier Kameras Zugriff, da es sich bei der vierten um einen Time-of-Flight-Sensor handelt, der für die Tiefenvermesseung der Szene etwa bei Porträtaufnahmen zuständig ist. Einzeln über die Kamera-App ansprechen lässt sich diese Kamera nicht.

Es bleiben somit die drei auf Anhieb auf der Rückseite des P30 Pro erkennbaren Kameras, die als großes Modul zusammengefasst leicht hervorstehen. Diese sind von oben nach unten aufgezählt ein Ultraweitwinkel mit 16 mm Brennweite und f/2.2-Blende, dessen Licht auf einen Sensor mit 20 Megapixeln fällt. Darunter folgt die Hauptkamera mit 40 Megapixeln, deren Weitwinkel bei 27 mm Brennweite eine f/1.6-Blende bietet. Das Trio vervollständigt das aufgrund der quadratischen Öffnung ungewöhnlich aussehende Teleobjektiv mit 125 mm Brennweite, f/3.4-Blende und 8-Megapixel-Sensor.

SuperSensing-Sensor tauscht Grün gegen Gelb

Der „SuperSensing“ genannte Sensor der Hauptkamera ist mit 1/1,7 Zoll nach wie vor deutlich größer als der Sensor eines Samsung Galaxy S10+ oder Apple iPhone Xs Max, die auf jeweils 1/2,55 Zoll kommen. Die Besonderheit des Sensors ist diesmal aber nicht dessen Größe, denn die gab es schon beim P20 Pro und Mate 20 Pro. Jetzt hat Huawei das Subpixel-Layout von RGGB zu RYYB verändert, was für einen Tausch von Grün zu Gelb steht. Laut Huawei bietet Gelb eine höhere Lichtdurchlässigkeit als Grün, sodass mehr Licht auf den Sensor treffen kann. Damit es nicht zu Farbverfälschungen kommt und zum Beispiel Rasen nach wie vor grün ist, musste Huawei die gesamte Bildverarbeitung vom Sensor bis zum „Image Signal Processor“ (ISP) überarbeiten. Das hat offenbar geklappt, denn falsche Farben konnten im Test nicht festgestellt werden.

Periskop-Zoom lenkt das Licht über ein Prisma um

Nicht minder interessant ist, was sich Huawei für das Teleobjektiv hat einfallen lassen. Denn um eine Brennweite von 125 mm zu realisieren, wäre normalerweise ein deutlich dickeres Smartphone vonnöten gewesen, um die Linsen des Objektivs übereinander zu stapeln. Huawei macht sich stattdessen die Breite des Smartphones zunutze und leitet das Licht über ein Prisma um. Deshalb ist der Einlass auf der Rückseite nicht rund, sondern quadratisch. Licht trifft auf das Prisma und wird nach rechts in die Tiefen des Smartphones umgeleitet, wo es auf die Linsen und schließlich den Sensor mit 8 Megapixeln trifft. So ist es möglich, in einem Smartphone erstmals einen fünffachen optischen Zoom zu verbauen. Bis zu 10-fach schafft Huaweis Hybridzoom, der eine Mischung aus optischem Zoom, Cropping und KI-Magie darstellt. Digitales Zoomen ist mit dem P30 Pro bis zu 50-fach möglich, wobei hier die Bildqualität sichtbar leidet.

Ultraweitwinkel ersetzt den Monochrom-Sensor

Weil Huawei dank des neuen Subpixel-Layouts des Sensors der Hauptkamera nun mehr Licht einfangen kann, benötigt das Unternehmen nicht länger den Monochrom-Sensor, der erstmals beim Mate 20 Pro mit altem RGGB-Sensor nicht mehr verbaut war. Stattdessen gibt es im P30 Pro wie beim letzten Mate-Flaggschiff ein Ultraweitwinkel, das Aufnahmen mit einer neuen Perspektive ermöglicht. Das Blickfeld ist dabei jedoch nicht ganz so breit wie beim Ultraweitwinkel des Galaxy S10+ (Test), die Verzerrungen am Rand fallen dafür aber etwas geringer aus. Wirklich neu in der Smartphone-Welt sind Ultraweitwinkelobjektive aber nicht, wie LG seit Jahren mit der G-Serie zeigt.

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