Razer Kraken (2019) im Test: Headset-Allrounder mit gutem Klang und Mikrofon

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Michael Schäfer 56 Kommentare

Mikrofon mit leichten Schwächen

Auch bei der Mikrofonqualität weiß das Kraken weitestgehend zu überzeugen. Es verfügt laut Hersteller über einen Frequenzgang von 100 bis 10.000 Hz und im Gegensatz zur teilweise auch teureren Konkurrenz sorgt es für eine klare und verständliche Stimmenaufnahme. Sie klingt nicht grell, könnte aber an manchen Stellen eine stärkere Aufnahme der tieferen Töne vertragen. Hier muss es sich dem – zumindest preislich gesehen – direkten Konkurrenten LX55 von Lioncast knapp geschlagen geben.

Das Mikrofon des Razer Kraken bietet eine gute Qualität – wenn auch mit leichtem Rauschen
Das Mikrofon des Razer Kraken bietet eine gute Qualität – wenn auch mit leichtem Rauschen

Guter Klang trotz leichten Rauschens

Dies soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Kraken in dem Bereich für den geforderten Preis eine gute Figur macht und die Stimme des Nutzers auch bei lautstarken Mehrspielerpartien sehr gut verständlich bleibt. Für hochqualitative Sprachaufnahmen empfiehlt sich das Kraken aufgrund der geringen Tieftöne und auch wegen eines trotz guten Pegels leichten permanenten Hintergrundrauschens jedoch eher weniger.

Razer stattet das fast komplett in der Ohrmuschel verstaubare Mikrofon mit einer Kardioiden-Technologie aus, die über die verwendete Richtcharakteristik laut Hersteller die Stimme des Nutzers auch bei unerwünschten Hintergrundgeräuschen klar und verständlich aufnehmen soll. Dies gelingt jedoch, wie den Audio-Beispielen entnommen werden kann, nur bedingt. Natürlich stellt das Szenario mit aufgestelltem Ventilator ein Extrembeispiel dar, Tastaturgeräusche kommen hingegen auch in der Realität nicht selten vor. Über eine aktive Rauschunterdrückung verfügt das Headset nicht.

Das Mikrofon lässt sich beim Razer Kraken leicht verstauen
Das Mikrofon lässt sich beim Razer Kraken leicht verstauen

Über den rund 10 cm langen Schwanenhals lässt sich das Mikrofon gut positionieren, durch die flexible Ausrichtung lassen sich auch Poppgeräusche weitestgehend unterdrücken.

Razer Kraken

Razer Kraken – Clean
Razer Kraken – Störgeräusche

Sennheiser GSP 50

Sennheiser GSP 500 – Clean
Sennheiser GSP 500 – Störgeräusche

Logitech G635

Logitech G635 – Clean
Logitech G635 – Störgeräusche
Logitech G635 – Clean, Reduktion Störgeräusche
Logitech G635 – Störgeräusche, Reduktion Störgeräusche
Logitech G635 – Analog – Clean
Logitech G635 – Analog – Störgeräusche

Lioncast LX55

Lioncast LX55 Clean
Lioncast LX55 Störgeräusche

Lioncast LX55 USB

Lioncast LX55 USB Clean
Lioncast LX55 USB Störgeräusche
Lioncast LX55 USB Analog Störgeräusche
Lioncast LX55 USB Analog Clean

beyerdynamic Custom Game

beyerdynamic Custom Game – Clean
beyerdynamic Custom Game – Clean, Popp-Schutz
beyerdynamic Custom Game – Störgeräusche
beyerdynamic Custom Game – Störgeräusche, Popp-Schutz

Fazit

Mit der Neuauflage des Kraken hat Razer einen soliden Allrounder geschaffen. Die Verarbeitungsqualität wird der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers von rund 80 Euro gerecht und lässt keinen Grund zur Beanstandung. Der Sitz ist angenehm, könnte allerdings etwas straffer sein, damit das Headset bei schnellen Bewegungen nicht so leicht verrutscht. Die mit kühlendem Gel versehenen Ohrpolster tragen ihren Teil zu einem guten Komfort auch bei längerem Tragen bei. Beachten müssen Interessenten allerdings: Eine horizontale Ausrichtung der Ohrmuscheln findet nur über Druck auf den Schaumstoff im Bügel statt.

Klanglich besser als manch kostspieligere Lösung

Klanglich kann das Headset ebenfalls überzeugen. Es liefert ein gutes Bassfundament und solide Höhen. Letztere könnten etwas prägnanter ausfallen, was aber meist den höherpreisigen Exemplaren vorbehalten ist. Dennoch muss sich der Kraken nicht hinter teureren Headsets verstecken. Die kürzlich auf ComputerBase getesteten Sennheiser-Vertreter GSP 500 und GSP 550 (Test) haben hier gegenüber dem deutlich günstigeren Kraken eindeutig das Nachsehen. Auf Surround-Spielereien verzichtet Razer beim neuen Headset, was, gemessen an dem Preis und der gesamten Qualität, offensichtlich eine gute Entscheidung war. Durch den Klinken-Anschluss macht das Headset auch unterwegs eine gute Figur.

Razer Kraken im Test

Gutes Mikrofon für Spiele-Sessions, aber nur bedingt für Sprachaufnahmen

Auch das Mikrofon bietet dem Nutzer eine gute Qualität und kann mit einer klaren Stimmaufnahme punkten. Es fehlt allerdings ein wenig der Tieftonbereich, auch das leichte Hintergrundrauschen schmälert den Gesamteindruck ein wenig. Dennoch sorgt es bei Online-Sessions für eine sehr gute und verständliche Kommunikation. Für Sprachvertonungen sollte es dagegen nicht herangezogen werden.

Diese kleinen Schönheitsfehler sowie das fest verbundene, kurze und sehr dünne Kabel sind es jedoch, die dem Kraken am Ende eine uneingeschränkte Kaufempfehlung verwehren. Dennoch ist der Razer-Neuling für jeden, der ein neues Headset im Bereich unter 100 Euro sucht, einen Blick wert.

Razer Kraken
Produktgruppe Headsets, 09.04.2019
  • Verarbeitung
    +
  • Klangqualität
    +
  • Mikrofonqualität
    +
  • guter und ausgewogener Klang
  • gutes Bassfundament
  • gute Mikrofonqualität
  • leichtes Mikrofonrauschen
  • lockerer Sitz
  • fest verbundenes Kabel

ComputerBase wurde das Kraken für den Test leihweise von Razer zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme seitens des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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