Motorola One Vision: Updates, 48 Megapixel und 21:9-Display für 299 Euro

Mahir Kulalic 61 Kommentare
Motorola One Vision: Updates, 48 Megapixel und 21:9-Display für 299 Euro

Die Leaks sollen erneut Recht behalten: Knapp 10 Monate nach dem ersten eigenen Smartphone mit Android One legt Motorola nach. Das One Vision folgt zum Preis des Vorgängers erneut als Mittelklasse-Modell mit fast unveränderter Android-Software und sicheren Updates. In den Fokus rücken das Display und die Kamera.

Display im Kinoformat mit Loch

Auf den ersten Blick fällt vor allem das große, sehr längliche Display auf. Das Vision im Namen steht laut Motorola unter anderem für den Bildschirm. Wie bei Sony Xperia 1 oder 10 und 10 Plus setzt Motorola auf ein Seitenverhältnis von 21:9, das vor allen Dingen in Kinos zum Einsatz kommt. Die Auflösung des LCD-Panels liegt bei 1.080 × 2.520 (B × H) Bildpunkten, die Diagonale beträgt 6,3 Zoll. Anders als bei Sony setzt Motorola aber auf ein Kameraloch im Display, sodass bei Inhalten im Vollbild die Kamera mit im Bild ist. Der Ausschnitt beherbergt die 25-Megapixel-Frontkamera. Dass sie links zu finden ist, kommt Rechtshändern zugute, erklärt der Hersteller.

Android One sorgt für Updates

Vorinstalliert ist ein quasi unverändertes Android 9.0 Pie auf Basis von Android One, die bekannten Moto-Gesten werden aber weiterhin unterstützt. Laut Google erhalten Smartphones des Programms mindestens zwei Jahre lang Updates auf neue Android-Versionen, Sicherheitspatches sollen zudem monatlich drei Jahre lang folgen. Motorola verspricht Updates auf Android 10 und Android 11 sowie Sicherheitsupdates für drei Jahre ab internationalem Verkaufsstart im Mai. HMD Global setzt bei Nokia-Smartphones über das gesamte westliche Portfolio hinweg auf Android One.

Vergleichsweise unerwartet vertraut Motorola beim System-on-a-Chip nicht auf Qualcomm, sondern auf Samsung. Für Vortrieb sorgt ein Exynos 9609 mit acht Kernen in zwei Vierer-Clustern (Cortex-A73 und –A53) bei einer maximalen Taktrate von bis zu 2,2 GHz. Als GPU kommt eine Mali G72 MP3 zum Einsatz. Dem SoC zur Seite stehen 4 GB RAM sowie 128 GB interner Speicher, der per microSD-Karte erweiterbar ist. Wird auf eine Speichererweiterung verzichtet, ist auch die Nutzung von zwei SIM-Karten möglich. Es gibt nur diese eine Konfiguration.

Kamera mit Nachtmodus und OIS

Ein weiteres Merkmal, das Motorola am One Vision hervorhebt, ist die Hauptkamera. Denn der Name soll neben dem Display auch für die Kamera stehen. Diese ist als Dual-Kamera ausgeführt, der primäre Sensor bietet eine Auflösung von 48 Megapixeln und setzt auf vierfaches Pixel Binning um mehr Licht einzufangen, was in Fotos mit 12 Megapixel resultiert. Der Hauptsensor verfügt zudem über eine optische Bildstabilisierung, ist mit 1/2“ vergleichsweise groß und bietet eine feste Offenblende von f/1.7. Die Pixelgröße ist mit 0,8 µm vergleichsweise klein, das Pixel Binning soll das ausgleichen; Motorola spricht daher auch von einer effektiven Pixelgröße von 1,6 µm. Identisch wird es auch von OnePlus im 7 Pro (Test) gehandhabt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich auch im One Vision um den Sony-IMX586-Sensor, der auch beispielsweise bei Xiaomi (Mi 9, Mi 9 SE, Redmi Note 7 Pro) vielfach zum Einsatz kommt.

Durch das Pixel Binning sollen dann auch zusammen mit einem eigenen Nachtmodus Aufnahmen bei schwacher Beleuchtung angemessen hell ausfallen. Die zweite Kamera sammelt Tiefeninformationen, beispielsweise für Porträtaufnahmen, löst mit 5 Megapixel auf und bietet eine Offenblende von f/2.2. Ein Teleobjektiv bietet das One Vision nicht. Auch Ultraweitwinkel-Aufnahmen sind, anders als etwa beim Samsung Galaxy A50 mit ähnlichen Preis, nicht möglich.

Weitere Merkmale des One Vision sind WLAN nach ac-Standard, Bluetooth 5.0, ein 3,5-mm-Klinkenanschluss, ein Fingerabdrucksensor auf der Rückseite sowie ein Akku mit 3.500 mAh Nennladung. Gegen das Untertauchen in Wasser ist das Smartphone nicht geschützt, wenngleich eine IP52-Zertifizierung zumindest einen Schutz gegen Spritzwasser aufzeigt. Auch drahtloses Laden gibt es nicht. Das im Lieferumfang enthaltene Netzteil lädt mit maximal 18 Watt. Ferner legt Motorola Kopfhörer sowie eine Klarsichthülle bei.

Preis und Verfügbarkeit

Das Motorola One Vision kommt voraussichtlich am 1. Juni zum Preis von 299 Euro auf den deutschen Markt, andere Märkte werden bereits ab morgen bedient. In Deutschland startet morgen die Vorbestellung. Zur Auswahl stehen die Farben Bronze und Blau, deren Erscheinungsbild stark vom Lichteinfall abhängig ist. Frühentschlossene Käufer erhalten als Beigabe das drahtlose Headset Vervebuds 500.

Motorola One Vision
Software:
(bei Erscheinen)
Android 9.0
Display: 6,30 Zoll
1.080 × 2.520, 435 ppi
LTPS
Bedienung: Touch, Fingerabdrucksensor
SoC: Samsung Exynos 9609
4 × Cortex-A73, 2,20 GHz
4 × Cortex-A53
10 nm, 64-Bit
GPU: Mali-G72 MP3
RAM: 4.096 MB
Speicher: 128 GB (+microSD)
1. Kamera: 48,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,7, AF, OIS
2. Kamera: 5,0 MP, f/2,2
3. Kamera: Nein
4. Kamera: Nein
5. Kamera: Nein
1. Frontkamera: 25,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,0
2. Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑11,52 Mbit/s
LTE: Ja
↓300 ↑50 Mbit/s
5G: Nein
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth: 5.0 LE
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo
Weitere Standards: USB 2.0 Typ C, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM, Dual-SIM
Akku: 3.500 mAh
fest verbaut
Größe (B×H×T): 71,2 × 160,1 × 8,70 mm
Schutzart: IP52
Gewicht: 180 g
Preis: 299 €

ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Lenovo/Motorola unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühstmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.