Exos X16: Seagates erste 16-TB-Festplatten starten heute

Michael Günsch 62 Kommentare
Exos X16: Seagates erste 16-TB-Festplatten starten heute
Bild: Seagate

Seagate überholt den Erzkonkurrenten Western Digital und bringt 3,5-Zoll-Festplatten mit 16 TB Speicherplatz auf den Markt. Die Seagate Exos X16 für Server sowie die IronWolf (Pro) für NAS-Systeme nutzen neun Magnetscheiben (Platter) und ein herkömmliches Aufnahmeverfahren.

Schon zu Beginn des Jahres hatte Toshiba mit der MG08-Serie überraschend die ersten 16-TB-HDDs vorgestellt, die aber bis heute offenbar nicht frei erhältlich sind. Seagate nennt für seine 16-TB-Festplatten der Exos-X16-Serie hingegen eine sofortige Verfügbarkeit, und erste Online-Händler wollen die Festplatten in den kommenden Wochen ausliefern.

9 Platter mit Helium und ohne SMR

Wie Toshiba nutzt auch Seagate ein 9-Platter-Design mit Heliumfüllung sowie ein herkömmliches Aufnahmeverfahren (Conventional Magnetic Recording, CMR). Das bedeutet, dass kein Shingled Magnetic Recording (SMR) mit überlappenden Daten-Spuren zum Einsatz kommt und somit dessen Nachteile beim Wiederbeschreiben entfallen. Zuvor hatte Western Digital bei der HDD-Speicherkapazität geführt: Für die 15 TB der Ultrastar DC HC620 musste der Hersteller aber auf SMR zurückgreifen.

Seagate Exos X16 mit 16 TB
Seagate Exos X16 mit 16 TB (Bild: Seagate)
Seagate IronWolf Pro mit 16 TB
Seagate IronWolf Pro mit 16 TB (Bild: Seagate)

Im gewohnten 3,5-Zoll-Format mit 26,11 mm Bauhöhe stecken nun neun Magnetscheiben sowie 18 Lese/Schreibköpfe. Ob Seagate dabei auf Glasplatter setzt, die dünner als ihre Pendants aus Aluminium ausfallen können, ist zur Stunde noch nicht bekannt. Bei den kommenden HAMR-Festplatten mit Laser werden Glasplatter aufgrund der hohen Temperaturen aber unverzichtbar sein.

Die Eckdaten der Seagate Exos X16

Die Platter der Exos X16 rotieren mit 7.200 U/min, der übliche Wert für Server-HDDs. Je nach Ausführung dient SATA mit 6 Gb/s oder SAS mit 12 Gb/s als Schnittstelle, zudem werden SED-Varianten mit automatischer Datenverschlüsselung angeboten. Die maximale Dauertransferrate gibt Seagate mit 261 MB/s an, was dem Niveau der Toshiba MG08 entspricht. Allerdings verwendet Seagate einen mit 256 MB nur halb so großen DRAM-Cache. Die Angaben zu Haltbarkeit und Garantie entsprechen dem aktuellen Standard für Server-Festplatten der oberen Kapazitäts- und Leistungsklasse: 550 TB Workload pro Jahr, 1 nicht korrigierbarer Fehler in 1015 gelesenen Bits sowie fünf Jahre Garantie bietet die Toshiba MG08 auch. Die Leistungsaufnahme mit 5 Watt im Leerlauf und bis zu 10 Watt im aktiven Betrieb liegt zumindest auf dem Papier bei Seagate etwas höher.

Seagate Exos X16 Toshiba MG08
Einsatz Server
Speicherplatz 16 TB
Formfaktor 3,5 Zoll (26,1 mm Höhe)
Schnittstelle SATA 3 (6 Gbit/s) / SAS-3 (12 Gbit/s)
Platter 9
Rotation 7.200 U/min
DRAM-Cache 256 MB 512 MB
Transferrate 261 MB/s 260 MB/s
Leistungsaufnahme Idle 5,0 W 4,5 W
Transfer 10 W (max.) 8,5 W (max.)
Lautstärke k. A. 20 dB (Idle)
Workload Rating 550 TB pro Jahr
Load/Unload k. A. 600.000 Zyklen
UBER 1 in 1015 gelesenen Bits
MTTF 2.500.000 Stunden

Einen Termin für den Marktstart der IronWolf (Pro) mit 16 TB hat Seagate noch nicht genannt und auch technische Dokumente liegen zunächst nur für die Exos X16 vor. Das gleiche Neun-Platter-Design der Exos X16 ist aber ebenso bei den NAS-Geschwistern zu erwarten.

Update 04.06.2019 17:52 Uhr

Der Handel ist schneller als die Produktseiten bei Seagate: Die IronWolf 16 TB ist ab sofort für rund 580 Euro verfügbar, die Iron Wolf Pro ist ab 650 Euro erhältlich.

Die IronWolf 16TB soll 210 MB/s und die IronWolf Pro 16TB 250 MB/s erreichen.

Die Seagate Exos X16 mit 16 TB wird in verschiedenen Varianten zu Preisen von aktuell zwischen 670 Euro und 700 Euro angepriesen. Der Preis pro Terabyte liegt damit knapp über 40 Euro.

Mehr Speicherplatz mit HAMR und MAMR

Im kommenden Jahr will Seagate die ersten HDDs mit Heat-Assisted Magnetic Recording (HAMR) auf den Markt bringen, die 20 TB Daten und weitaus mehr speichern sollen. Ein Laser unterstützt dabei die Magnetisierung und ermöglicht wesentlich größere Datendichten pro Scheibe.

Western Digital und Toshiba sehen die Zeit für HAMR noch nicht reif und setzen zunächst auf das Microwave-Assisted Magnetic Recording (MAMR), das Mikrowellen statt Laser nutzt. Western Digital will noch in diesem Jahr die ersten MAMR-Festplatten herausbringen, die zunächst 16 TB und 18 TB speichern. Bei 18 TB will Western Digital aber erneut SMR einsetzen, was den Einsatzbereich einschränken dürfte.