7-nm-Fertigung: Exynos 9825 des Note 10 hält GPU-Leistung bei Dauerlast

Nicolas La Rocco 19 Kommentare
7-nm-Fertigung: Exynos 9825 des Note 10 hält GPU-Leistung bei Dauerlast
Bild: Samsung

Im Galaxy Note 10 werkelt mit dem Exynos 9825 ein neues System-on-a-Chip, das zuvor nicht im Galaxy S10 zu finden war. Neben einer minimalen Taktanpassung ist ein effizienteres Fertigungsverfahren in 7 nm die größte Veränderung. Im Belastungstest hält der Chip vor allem im Bereich der GPU die Leistung durchweg auf hohem Niveau.

Samsungs jährlicher Zeitplan für Smartphones und neue System-on-a-Chips spielt sich üblicherweise nach gleichem Muster ab: neues Top-SoC und Galaxy S im Frühjahr, neues Galaxy Note mit gleichem SoC im Spätsommer. Beim Note 10 (Test) ist das anders, denn erstmals gibt es mit dem Exynos 9825 ein eigenes SoC für das Note.

Von 8 nm LPP zu 7 nm LPP EUV

Für den Exynos 9825 ist Samsung von der 8-nm-LPP-Fertigung des Exynos 9820 auf 7 Nanometer LPP samt EUV gewechselt. Die EUV-Belichtung wird dabei für einige Layer des Chips verwendet. Durch den neuen Fertigungsprozess wird die Die-Größe reduziert, bei der Samsung mit 127 mm² aus der 8-nm-Fertigung des Exynos 9820 im Vergleich zu TSMCs 7-nm-Prozess des Snapdragon 855 bisher das Nachsehen hatte. Außerdem ist von einer Verbesserung der Energieeffizienz auszugehen, wenngleich von Samsung zum Start der 7-nm-Produktion letzten Oktober nur ein Vergleichswert zum alten 10LPE-Prozess vorgelegt wurde, der bei 50 Prozent liegen soll.

Galaxy Note 10+ im Belastungstest

Was das in der Praxis bedeuten kann, wollte ComputerBase anhand des Galaxy Note 10+ und eines Belastungstest für GPU und CPU herausfinden um festzustellen, ob auch der neue Prozessor die gleichen Leistungseinbußen wie der auf dem Papier ineffizientere Exynos 9820 im S10 aufweist, der in allen drei Varianten des Smartphones nach kurzer Zeit nicht mehr die volle Leistung zur Verfügung stellen konnte.

Samsung Galaxy Note 10+ im Test
Samsung Galaxy Note 10+ im Test

Die GPU-Leistung fällt jetzt durchweg hoch aus

Im GPU-Throttle-Test (GFXBench Manhattan 3.1 1080p Offscreen) hält das Galaxy Note 10+ vorbildlich eine Bildwiederholrate zwischen 72 FPS und 73 FPS und liefert damit durchweg maximale Leistung, ohne wärmer als 43 Grad Celsius auf der Rückseite zu werden. Ähnlich gut haben zuletzt nur das OnePlus 7 Pro (Test) und das in diesem Test ziemlich warm gewordene Asus ZenFone 6 (Test) abgeschnitten. Beide sind mit Qualcomms Snapdragon 855 ausgestattet. Die Galaxy-S10-Serie stieg hingegen mit 69 FPS ein und sackte ab dem fünften Durchgang auf bis zu 55 FPS ab.

Dass das Galaxy Note 10+ besser abschneidet, hat das Smartphone sicherlich auch seinem im Vergleich zum S10+ etwas größeren Gehäuse zu verdanken, doch einen Anteil am Erfolg dürfte auch dem neuen Exynos 9825 zuzuschreiben sein.

Cortex-A75 takten höher

Weniger euphorisch fällt das Fazit zur CPU aus. Hier hat Samsung die Taktraten der zwei ARM Cortex-A75 von 2,31 GHz auf 2,40 GHz angehoben. In spürbar mehr Leistung im Alltag resultiert diese Maßnahme nicht, wenngleich in den Benchmarks ein kleines Plus vermerkt werden kann. Überraschenderweise zeigt das Galaxy Note 10+ jedoch ein komplett anderes Verhalten unter CPU-Dauerlast im Geekbench 4.

Exynos 9825 Exynos 9820
Fertigung 7 nm LPP EUV 8 nm LPP
CPU 2 × Exynos M4 @ 2,73 GHz
2 × ARM Cortex-A75 @ 2,40 GHz
4 × ARM Cortex-A55 @ 1,95 GHz
2 × Exynos M4 @ 2,73 GHz
2 × ARM Cortex-A75 @ 2,31 GHz
4 × ARM Cortex-A55 @ 1,95 GHz
GPU ARM Mali-G76 MP12 @ 600 MHz

Massiver Einbruch, sprunghafter Anstieg

In dem Single-Core- und Multi-Core-Test hält der Exynos 9825 zunächst etwas länger seine Leistung auf hohem Niveau. Das temperaturbedingte Throttling setzt dann aber überraschend intensiv ein, sodass die Leistung unterhalb jedes zuvor gemessenen Smartphones mit Exynos 9820 oder Snapdragon 855 fällt. Im Single-Core-Test sind es bis zu 44 Prozent, im Multi-Core-Test bis zu 81 Prozent der Ausgangsleistung. Der Exynos 9820 knickte früher, aber weniger dramatisch ein.

Leistung zum Ende hin marginal höher

Sobald sich der Prozessor erholt hat, springt die Single-Core-Leistung wieder auf das ursprüngliche Niveau, nur um dann wieder auf 76 Prozent zu fallen, bevor sich das Spiel wiederholt. Im Multi-Core-Test wird das ursprüngliche Ergebnis nicht mehr erreicht, aber auch hier folgen auf die Talfahrt wieder bessere Ergebnisse im Wechselspiel mit nicht mehr ganz so dramatischen Einbrüchen. Interessanterweise liegt die Leistung aber in beiden Fällen nach dem ersten Einbruch oberhalb der des Exynos 9820.

Note-10-Serie verkauft sich gut

Obwohl sich Galaxy Note 10 und Galaxy S10 in vielen Funktionen sehr ähnlich sind, verkauft sich das Stylus-Smartphones im Heimatland Südkorea ausgezeichnet. Eine Million Einheiten seien in den ersten 25 Tagen nach Marktstart verkauft worden, berichtet die Nachrichtenagentur Yonhap. Das seien doppelt so viele Geräte wie noch beim Galaxy Note 9. Das Galaxy S8 habe für eine Million Einheiten 37 Tage benötigt.