Zaunkoenig M1K: Kohlefaser-Maus ist ab 6,50 Euro pro Gramm zu haben

Fabian Vecellio del Monego 134 Kommentare
Zaunkoenig M1K: Kohlefaser-Maus ist ab 6,50 Euro pro Gramm zu haben
Bild: Zaunkoenig

Die mit lediglich 23 Gramm konkurrenzlos leichte Kohlenstofffaser-Maus M1K ist ab sofort auf Kickstarter vorbestellbar. Hürden sind die Stückzahl und der Preis: Das deutsche Startup Zaunkoenig stellt zunächst 333 Exemplare des Eingabegerätes in Aussicht, die zu Beginn der Kampagne ab 149 Euro angeboten werden.

Kohlenstoffgehäuse und Handarbeit steigern die Kosten

Dieser Preis gilt jedoch nur für die ersten 100 Kunden und für 48 Stunden – später wird die Maus teurer. Und als unverbindliche Preisempfehlung für den Handel, den die M1K nach dem Beenden der Kickstarter-Kampagne erreichen soll, ruft der Hersteller gar 249 Euro auf. Der Grund für die hohen Preise findet sich in der Herstellung: Einerseits verwendet Zaunkoenig mit japanischen Omron-Tastern und einer Hülle aus Kohlenstofffasern für eine Maus ungewöhnliche Komponenten, andererseits bedarf gerade jenes Gehäuse einer aufwändigen Fertigung in Handarbeit, wie der Hersteller im eigenen Blog dokumentiert.

Der Sinn des Aufwandes liegt im somit erreichten Gewicht von 23 Gramm, die die M1K weitab jeder Konkurrenz ansiedeln: Cooler Masters MM710 (Test) ist bereits sehr puristisch, wiegt aber dennoch mehr als das doppelte. Die Leichtigkeit kostet aber nicht nur Geld, sondern auch Funktionalität: Zusätzliche Tasten oder ein Mausrad bietet die M1K nicht – einfach, weil sie zum bloßen Spielen eines kompetitiven Shooters nicht essentiell sind. Auch eine Software fehlt, wenngleich Sensor-Parameter per Open-Source-Firmware adjustiert werden können. Hauptaugenmerke der Maus sind zudem die Sensorik, die Taster und die Gleiteigenschaften.

Den ersten beiden Anforderungen begegnet Zaunkoenig mit einem PixArt PMW-3360 und japanischen Omron-Tastern des Typs D2F-01F. Letztere sind den bei Gaming-Mäusen zumeist vertretenen chinesischen Pendants bereits ohnehin überlegen, wurden aber bei der M1K ihrer üblicherweise konfigurierten Entprellverzögerung beraubt, sodass möglichst geringe Latenzen entstehen. Ermöglicht wurde das indem jeder Taster zwei Kontakte anstatt wie üblich lediglich einen besitzt: Nicht nur geschlossene Schalter erzeugen ein Signal, sondern auch offene.

Und hervorragende Gleiteigenschaften sind abseits des geringen Gewichts auch durch ein möglichst flexibles Kabel und hochwertige Gleitfüße gegeben. Alle drei Dinge sind hilfreich, um die Maus lediglich mit den Fingerspitzen möglichst präzise beschleunigen und abbremsen zu können.

Die M1K ersetzt keine herkömmliche Maus

Die Nachfrage nach der M1K ist folglich niedrig: Die Zugriffszahlen auf den Test der Endgame Gear XM1 haben diese Woche gezeigt, dass derartige Endgeräte nur für eine bestimmte Zielgruppe von Interesse sind; das Zaunkoenig-Eingabegerät treibt das Konzept einer professionellen Gaming-Maus jedoch auf die Spitze und spricht folglich nur eine Nische an. Das zeigt sich auch in den Rückmeldungen der ComputerBase-Leser: Nur rund ein Fünftel würde die Maus verwenden oder zumindest ausprobieren wollen. Dabei ersetzt die M1K ohnehin keine herkömmliche Maus, sondern sollte eher als zusätzliches Eingabegerät für Spiele verstanden werden – in etwa so, wie ein Gamepad.

Käme eine solch puristische Maus für dich in Frage?
  • Ja, ein solches Konzept klingt für mich sehr interessant
    5,3 %
  • Ich würde eine solche Maus zumindest ausprobieren
    14,5 %
  • Nein, eine solche Maus ist mir viel zu spartanisch
    80,1 %

Produktion ab November, Auslieferung im März 2020

Auf Kickstarter konnte die M1K jedoch bereits über 115 Interessenten zur Unterstützung bewegen, womit auch das angestrebte Ziel von 10.000 Euro mit Leichtigkeit erreicht wurde. Die bestellten Mäuse sollen anschließend im November in Produktion gehen, wobei diese hauptsächlich in Deutschland vonstatten gehen soll. Mit einer Auslieferung rechnet Zaunkoenig derzeit im März des nächsten Jahres.

Zaunkoenig M1K
Ergonomie: Beidhändig (symmetrisch)
Sensor: PixArt PMW-3360
Optisch
Lift-Off-Distance: 2,0 – 3,0 mm
Auflösung: 200 – 12.000 dpi
1 Stufen
Geschwindigkeit: 6,3 m/s
Beschleunigung: 490 m/s²
USB-Abfragerate: 1.000 Hz
Primärtaster: Omron D2F-01F
Anzahl Tasten: 2
Oberseite: 2
Sondertasten:
Software: Angle-Snapping deaktivierbar
Interner Speicher: 1 Profil
Beleuchtung:
Gehäuse: 79 × 60 × 30 mm
Hartplastik, Kohlenstofffasern
Gewicht: 23 Gramm (o. Kabel)
Anschluss: USB-A-Kabel, 1,80 m
Preis: 249 €