AMD Ryzen 9 3950X im Test: Benchmarks in Anwendungen und Spielen

 3/5
Volker Rißka
1.276 Kommentare

Für alle Tests kommt das mit AMD Ryzen 3000 (Test) im Sommer aufgebaute neue Testsystem zum Einsatz. Alle wesentlichen Parameter sind identisch, um die Vergleichbarkeit gewährleisten zu können. Windows 10 wurde deshalb noch nicht auf Version 1909 aktualisiert (siehe letzte Seite) und der Treiber für die GeForce ist auf dem Stand Juli.

AMD Ryzen 9 3950X
AMD Ryzen 9 3950X

Eine Ausnahme gibt es wie immer, das BIOS für das X570-Mainboard musste aktualisiert werden, um die neue CPU erkennen zu können, denn im Juli kam es noch mit AGESA 1.0.0.2 daher. Diesen Umstand hat die Redaktion aber auch genutzt, und mit dem bisherigen Flaggschiff Ryzen 9 3900X noch einmal nachgemessen, wie groß der Einfluss ist (siehe letzte Seite). Von dieser CPU sind beide Ergebnisse in den Diagrammen enthalten.

AMD Ryzen 3950X im Single-Core-Test
AMD Ryzen 3950X im Single-Core-Test

Benchmarks in Anwendungen

Die Paradedisziplin von AMD ist seit der Einführung der Ryzen-Prozessoren die moderne Anwendung. Und mit 16 Kernen, 32 Threads, hohem Takt und den Optimierungen in Zen 2 (u.A. auch AVX) ist die Leistung des neuen Ryzen 3950X nichts anderes als beeindruckend. Noch einmal fast ein Viertel mehr Leistung als das 12-Kern-Modell zeigen Ende 2019, dass sich die Investition in das Modell durchaus lohnen kann. Und das gilt dabei nicht einmal nur für Mehr-Kern-Anwendungen, auch bei Last auf nur einem Kern liegt der Prozessor an der Spitze des AMD-Portfolios, denn durch strenges Binning haben die CPU-Dies nicht nur auf dem Papier auch noch den höchsten Takt mit auf den Weg bekommen.

Die schnellsten AM4-CPUs je Generation
Ryzen 9 3950X Ryzen 7 2700X Ryzen 7 1800X
Leistung in Apps (Multi-Core) 235 % 113 % 100 %
Leistung Ryzen 7 1800X normiert auf 100 Prozent

Gegenüber dem Jahr 2017 und dem damals ersten und schnellsten Ryzen für AM4, dem Ryzen 1800X, ist die Leistung auf dem gleichen Sockel mit Veröffentlichung des Ryzen 9 3950X um den Faktor 2,35 gestiegen: Mehr als die doppelte Leistung liefert eine CPU Ende 2019 also auf dem gleichen Mainboard – das ist schlichtweg imposant. Ein Core i9-9900KS wird um fast 70 Prozent geschlagen, bei deutlich weniger Verbrauch.

Diagramme
Performancerating für Anwendungen (Multi-Core)
    • AMD Ryzen Threadripper 2990WX
      91
    • AMD Ryzen 9 3950X (AGESA 1.0.0.4)
      87
    • AMD Ryzen Threadripper 2970WX
      81
    • AMD Ryzen 9 3900X (AGESA 1.0.0.4)
      70
    • AMD Ryzen 9 3900X
      70
    • Intel Core i9-9980XE
      70
    • Intel Core i9-7980XE
      70
    • AMD Ryzen Threadripper 2950X
      68
    • Intel Core i9-7960X
      66
    • AMD Ryzen Threadripper 2920X
      57
    • Intel Core i9-9900KS
      52
    • AMD Ryzen Threadripper 1920X
      52
    • Intel Core i9-9900X
      52
    • Intel Core i9-7900X
      51
    • AMD Ryzen 7 3800X
      50
    • Intel Core i9-9900K
      50
    • Intel Core i9-9900KS (127/159 LT)
      49
    • AMD Ryzen 7 3700X
      49
    • Intel Core i9-9900K (95/119 W LT)
      46
    • Intel Core i7-9800X
      43
    • AMD Ryzen 7 2700X
      42
    • AMD Ryzen 5 3600X
      39
    • AMD Ryzen 5 3600
      37
    • Intel Core i7-9700
      37
    • AMD Ryzen 7 1800X
      37
    • AMD Ryzen 7 2700
      37
    • Intel Core i7-8700K
      35
    • AMD Ryzen 7 1700
      33
    • AMD Ryzen 5 2600X
      32
    • Intel Core i7-9700 (65/81 W LT)
      32
    • AMD Ryzen 5 2600
      30
    • AMD Ryzen 5 1600X
      29
    • Intel Core i5-9400F
      25
    • Intel Core i7-7700K
      24
    • Intel Core i5-8400
      24
    • AMD Ryzen 5 3400G
      21
    • AMD Ryzen 5 2400G
      19
    • Intel Core i7-4770K
      18
    • AMD Ryzen 3 3200G
      15
    • Intel Core i7-2600K
      15
    • AMD Ryzen 3 2200G
      14
Einheit: Prozent

Nicht weniger imposant ist die quasi nebenbei fast vollständig vollzogene „Zerstörung“ der Threadripper, die für sich genommen bis dato das Maß der Dinge waren. Selbst der 2970WX mit 24 Kernen und 48 Threads (Test) hat im Durchschnitt kaum eine Chance, die Zen-2-Architektur mit sehr großen Verbesserungen gepaart mit deutlich höheren Taktraten lassen der gerade ein Jahr alten High-End-Lösung nur noch einen Platz hinter dem neuen Mainstream-Flaggschiff, während der „64-Threader“ 2990WX noch gerade so einen hauchdünnen Vorsprung rettet. Hier deutet sich bereits an, dass die von AMD für die ebenfalls am 25. November startenden Threadripper 3000 versprochenen massiven Leistungszugewinne nicht übertrieben sein dürften, denn die ganzen Zen-2-Optimierungen greifen dann auch dort und werden das Verhältnis Ryzen zu Ryzen Threadripper wieder gerade rücken.

Und was macht die Konkurrenz von Intel? Der Ryzen 3950X hat in diesem Marktumfeld keine. Selbst Intels noch teuerste 18-Kern-Lösung auf der größeren HEDT-Plattform liegt bis auf Spezialtests mit Nutzung von AVX-512 (y-cruncher) in jedem Test zurück. Und die Paradedisziplin von Intels Prozessoren, die Leistung in Single-Core-Anwendungen, rettet der Chipriese nur dank nochmals 300 MHz mehr Takt über die Ziellinie, denn die bessere IPC hat AMD.

Benchmarks in Spielen (Full HD und UHD)

Ein Ryzen ist in Spielen ein Ryzen, das ist das Motto in der 3000er-Serie. Und das ist ein deutlicher Schritt nach vorn, denn in den beiden vorangegangen Generationen waren die Unterschiede im Portfolio markanter ausgeprägt. Heute kann jedoch gesagt werden, dass alle Matisse-Prozessoren ab acht Kernen aufwärts in Spielen nahezu gleich schnell sind.

Der 16-Kerner gibt sich in der Detailbetrachtung keine Blöße – das war bei 16-Kern-Threadripper vor zwei Jahren noch undenkbar. In einigen Spielen ist er dank des höchsten Taktes bei Last auf wenig Kernen heute sogar das schnellste AMD-Produkt, in anderen liegt er nur minimal zurück. Denn werden viele Kerne ausgelastet, ist der Durchschnittstakt etwas geringer als bei CPUs mit weniger Kernen und gleicher TDP, was logischerweise auch Auswirkungen auf die Leistung hat. Die gute Botschaft lautet am Ende aber: Der Ryzen 3000 ist zwar keine rationale CPU für Spieler, in Spielen abgestraft werden Käufer des 16-Kern-Ryzen für AM4 aber nicht.

Wird die Auflösung über Full HD angehoben, rücken alle CPUs näher zusammen, da die Grafikkarte in den Vordergrund tritt. In UHD trennen alle schnellen AMD- und Intel-Prozessoren höchsten 5 Prozent in den Frametimes und noch weniger bei den FPS und sind somit als quasi ebenbürtig anzusehen.

1.920 × 1.080
Performancerating für Spiele (Frametimes) – 1.920 × 1.080
    • Intel Core i9-9900KS
      99
    • Intel Core i9-9900KS (127/159 LT)
      97
    • Intel Core i9-9900K
      94
    • Intel Core i7-9700
      93
    • Intel Core i9-9900K (95/119 W LT)
      89
    • Intel Core i7-9700 (65/81 W LT)
      88
    • AMD Ryzen 9 3900X
      87
    • AMD Ryzen 7 3700X
      86
    • AMD Ryzen 9 3950X (AGESA 1.0.0.4)
      86
    • Intel Core i7-8700K
      86
    • AMD Ryzen 7 3800X
      86
    • AMD Ryzen 5 3600X
      82
    • AMD Ryzen 5 3600
      82
    • Intel Core i5-8400
      81
    • Intel Core i5-9400F
      81
    • AMD Ryzen 7 2700X
      74
    • Intel Core i7-7700K
      72
    • Intel Core i9-9900X
      71
    • Intel Core i9-9980XE
      71
    • Intel Core i7-9800X
      71
    • AMD Ryzen 5 2600X
      71
    • AMD Ryzen Threadripper 2950X
      70
    • AMD Ryzen Threadripper 2920X
      69
    • Intel Core i9-7980XE
      69
    • Intel Core i9-7960X
      67
    • AMD Ryzen 7 2700
      65
    • AMD Ryzen 5 2600
      65
    • AMD Ryzen 7 1800X
      64
    • AMD Ryzen 5 1600X
      62
    • AMD Ryzen 5 3400G
      59
    • AMD Ryzen 5 2400G
      55
    • AMD Ryzen 3 3200G
      51
    • AMD Ryzen 3 2200G
      50
Einheit: Prozent
3.840 × 2.160
Performancerating für Spiele (Frametimes) – 3.840 × 2.160
    • Intel Core i9-9900KS
      99
    • Intel Core i9-9900K
      97
    • Intel Core i9-9900KS (127/159 LT)
      97
    • Intel Core i7-9700
      96
    • Intel Core i9-9900K (95/119 W LT)
      95
    • AMD Ryzen 7 3700X
      95
    • AMD Ryzen 7 3800X
      95
    • AMD Ryzen 9 3900X
      95
    • AMD Ryzen 9 3950X (AGESA 1.0.0.4)
      94
    • Intel Core i7-8700K
      94
    • AMD Ryzen 5 3600
      93
    • Intel Core i7-9700 (65/81 W LT)
      92
    • AMD Ryzen 5 3600X
      92
    • Intel Core i5-9400F
      92
    • Intel Core i9-9900X
      92
    • Intel Core i5-8400
      91
    • Intel Core i7-9800X
      91
    • AMD Ryzen 7 2700X
      89
    • Intel Core i7-7700K
      88
    • Intel Core i9-9980XE
      87
    • AMD Ryzen Threadripper 2950X
      87
    • AMD Ryzen Threadripper 2920X
      86
    • AMD Ryzen 7 2700
      86
    • Intel Core i9-7980XE
      86
    • AMD Ryzen 5 2600X
      84
    • Intel Core i9-7960X
      84
    • AMD Ryzen 5 2600
      83
    • AMD Ryzen 7 1800X
      82
    • AMD Ryzen 5 1600X
      74
    • AMD Ryzen 5 3400G
      74
    • AMD Ryzen 5 2400G
      71
    • AMD Ryzen 3 3200G
      71
    • AMD Ryzen 3 2200G
      69
Einheit: Prozent

Preis/Leistung in Anwendungen und Games

Auf vielfachen Wunsch der Community wird das Preis-Leistungs-Diagramm wieder eingeführt – nachdem es vor einigen Jahren aufgrund der Wünsche der Community entfernt worden war. Diese Diagramme sind nicht perfekt, denn sie gewichten sehr stark und berücksichtigen beispielsweise andere Komponenten wie die im Test in Spielen genutzte Grafikkarte vom Schlag einer GeForce RTX 2080 Ti nicht. In jedem Fall sollten diese Diagramme nicht zur alleinigen Kaufentscheidung genutzt werden.

819 Euro UVP (749 US-Dollar vor Steuern) für den Ryzen 9 3950X zum Start sind kein Pappenstiel, aber die Leistung, die geboten wird, ist eben auch sehr hoch. So liegt der 16-Kerner in Anwendungen am Ende nur etwas unter der Linie des 12-Kerners, für den Aufpreis bekommt der Kunde auch fast einen identischen Leistungszuwachs. Kleinere Prozessoren leisten für deutlich geringere Preise verhältnismäßig wesentlich mehr, weshalb sie in diesen Charts immer etwas besser dastehen. Das gilt insbesondere für die Ryzen mit sechs und acht Kernen.

Diagramme
Preis / Leistung in Multi-Core-Anwendungen
3044587286100Performancerating für Anwendungen (Multi-Core) [Prozent] besser schlechter Ryzen 9 3950XRyzen 9 3900XRyzen 7 3800XRyzen 7 3700XRyzen 7 2700XRyzen 5 3600XRyzen 5 3600TR 2920XTR 2950XTR 2970WXTR 2990WXCore i9-9900KSCore i9-9900KCore i7-9700Core i9-9980XECore i7-9800XCore i9-9900X 100440780112014601800Preis [Euro]

In Spielen liefert der Intel Core i9-9900KS (Test) im Jahr 2019 die höchste Leistung. Teure CPUs wie diese oder der etwas langsamere Ryzen 9 3950X haben es im Preis-Leistungs-Verhältnis aber generell schwer. Denn kleinere CPUs liefern beispielsweise 85 Prozent der Leistung des besten Modells für den halben oder gar nur ein Drittel des Preises, weil die GPU am Ende den größten Einfluss auf die Leistung hat.

Das Spiel ließe sich sogar noch weiter treiben: Ein Ryzen 3 als APU liefert kombiniert mit der besten Grafikkarte ebenfalls noch 50 Prozent der Leistung eines 9900KS, kostet aber nur ein Achtel. Durch die Auswirkung der Grafikkarte schneiden kleinere Prozessoren in dem Rating immer tendenziell besser ab, als große Modelle.

Preis / Leistung Spielen (FHD, Frametimes)
5060708090100Performancerating für Spiele (Frametimes) – 1.920 × 1.080 [Prozent] besser schlechter Ryzen 9 3950XRyzen 9 3900XRyzen 7 3800XRyzen 7 3700XRyzen 7 2700XRyzen 5 3600XRyzen 5 3600TR 2920XTR 2950XCore i9-9900KSCore i9-9900KCore i7-9700Core i9-9980XECore i7-9800XCore i9-9900X 1003205407609801200Preis [Euro]