GeForce GTX 1650 Super im Test: Die Taktraten sowie Benchmarks in Full HD

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Wolfgang Andermahr 245 Kommentare

Für diesen Artikel hat ComputerBase einen kleinen Übergangs-Testparcours erstellt, denn derzeit wird der normale Grafikkarten-Parcours umgebaut und aktualisiert. Darüber hinaus werden auf einer GeForce GTX 1650 Super nicht nur AAA-Titel gespielt, sondern auch andere Spiele mit anderen Anforderungen. Deshalb hat ComputerBase den Übergangsparcours angepasst und sowohl für die GeForce GTX 1650 Super als auch für die kommende Radeon RX 5500 optimiert.

Die Spieleauswahl ist querbeet, von großen AAA-Produktionen über kleinere Spiele bis hin zu beliebten Online-Multiplayer-Only-Titeln. Mit Borderlands 3, Call of Duty: Modern Warfare, Fortnite, Overwatch, Planet Zoo und Star Wars Jedi: Fallen Order ist für jeden Geschmack etwas dabei. Als Auflösung wird durchweg 1.920 × 1.080 genutzt, die Presets werden stellenweise angepasst. Die genauen Einstellungen zeigt die folgende Tabelle.

Grafik-Einstellungen
Borderlands 3 Mittel-Preset, DX11
CoD: Modern Warfare Maximale Details
Fortnite Hoch-Preset, DX11
Overwatch Episch-Preset-Preset
Planet Zoo Ultra-Preset
SW Jedi: Fallen Order Mittel-Preset

Als Treiber werden der Adrenalin 19.11.3 beziehungsweise der GeForce 441.20 genutzt. Ein frisches Windows 10 in der neuen Version 1909 ist installiert. Sowohl das Testsystem als auch die Messungen abseits der Benchmarks wie zum Beispiel zur Lautstärke sowie Leistungsaufnahme werden wie gewohnt durchgeführt und sind damit zu älteren Artikeln vergleichbar. Wie die sonstigen Messungen genau durchgeführt werden, lässt sich im alten Benchmark-&-Methodik-Artikel nachlesen.

Die tatsächlichen Taktraten unter Last

Kann die MSI GeForce GTX 1650 Super Gaming X frei von jeglichen Limitierungen arbeiten, taktet die TU116-GPU in Spielen mit maximal 1.950 MHz. Das schafft die Grafikkarte im Test aber nur in Call of Duty: Modern Warfare, in den anderen Titeln taktet sich der Rechenkern leicht herunter. Die niedrigsten Frequenzen zeigen sich in Planet Zoo sowie Star Wars Jedi: Fallen Ordner, wo jeweils zwischen 1.905 und 1.920 MHz anliegen.

Die Grafikkarte ist so konfiguriert, dass in den meisten Fällen die erlaubten 100 Watt nicht mehr ausreichen und dann das Powerlimit leicht eingreifen muss. Die Temperatur spielt dagegen zu keiner Zeit eine Rolle.

Die tatsächlichen Taktraten im Phanteks Enthoo Evolv X
Spiel (1.920 × 1.080) MSI GTX 1650 Super Gaming X
Maximaler Takt in Spielen 1.950 MHz
Borderlands 3 1.920-1.935 MHz [PT]
CoD: Modern Warfare 1.950 MHz
Fortnite 1.920-1.935 MHz [PT]
Overwatch 1.920-1.935 MHz [PT]
Planet Zoo 1.905-1.920 MHz [PT]
SW Jedi: Fallen Order 1.905-1.920 MHz [PT]
[P] = Power-Target limitiert, [T] = Temperature-Target limitiert

Das Powerlimit lässt sich bei der MSI-Grafikkarte auf 110 Watt und damit um 10 Prozent erhöhen. Unabhängig vom Spiel arbeitet die GeForce GTX 1650 Super Gaming X dann durchweg mit den vollen 1.950 MHz. Bei der Performance macht dies ohne weitere manuelle Übertaktung aber keinen erwähnenswerten Unterschied.

Benchmarks in 1.920 × 1.080

Die GeForce GTX 1650 Super legt mit der beschnitten TU116- statt der voll aktiven TU117-GPU deutlich zu. Die neue Grafikkarte ist im Durchschnitt 36 Prozent schneller als die GeForce GTX 1650, was ein ordentlicher Sprung ist. Damit rückt die Grafikkarte ziemlich nahe an die GeForce GTX 1660 heran, die nur weitere 11 Prozent schneller bleibt.

Interessant ist der Vergleich zur GeForce GTX 1060, da diese gleich viele Shader-Einheiten sowie eine identische Speicherbandbreite wie die GeForce GTX 1650 Super hat. Damit machen nur der Takt und – sogar wichtiger – die Leistungsunterschiede pro ALU zwischen Pascal und Turing die Differenz aus. In dem angepassten Testparcours arbeitet die neue Grafikkarte sechs Prozent schneller als die alte Mittelklasse. Für die Radeon RX 590 reicht es nicht ganz, wobei der Unterschied nur einen marginalen Prozentpunkt beträgt. Die Radeon RX 580 wird dagegen um acht Prozent geschlagen. Die von Haus aus übertaktete MSI GeForce GTX 1650 Super Gaming X arbeitet ein Prozent schneller als mit Nvidias Referenzvorgaben. Die Unterschiede sind selbst kaum messbar.

Bei den Frametimes muss die GeForce GTX 1650 Super dagegen etwas Federn lassen. Bei der Testreihe liegt das Super-Modell nur noch ein Prozent vor der GeForce GTX 1060, sodass die Radeon RX 580 plötzlich gleich schnell abschneidet und die Radeon RX 590 zehn Prozent besser ist. Der Abstand zur GeForce GTX 1660 bleibt dagegen gleich – Turing kann sich bei den Frametimes in Full HD nicht so gut gegenüber Pascal absetzen wie bei den FPS.

Turing macht den Unterschied – mal mehr und mal weniger

Apropos absetzen: In Borderlands 3 arbeitet Turing deutlich schneller als Pascal. Die GeForce GTX 1650 Super ist hier vierzehn Prozent flotter als die GeForce GTX 1060 und auch in Planet Zoo sind es noch gute elf Prozent. In Fortnite bringt die neue Architektur dagegen keine Vorteile, beide Grafikkarten sind genau gleich schnell. In Call of Duty: Modern Warfare, Overwatch und Star Wars Jedi: Fallen Order ist das Turing-Modell vier Prozent flinker als der Pascal-Vorgänger.

Für Modern Warfare reicht der Speicher nicht

Bereits die Radeon RX 570 fällt in Call of Duty: Modern Wafare weit hinter die Radeon RX 580 zurück und der GeForce GTX 1650 Super geht es im Vergleich zur GeForce GTX 1660 nicht besser. Der Grund ist der gleiche: Für die maximalen Texturdetails reicht in Full HD der 4 GB große Speicher nicht aus, erst ab 6 GB gibt es die volle Geschwindigkeit. Eigentlich arbeitet Turing in dem Spiel deutlich schneller als Pascal, kann dies aufgrund des zu kleinen Speichers aber nicht zeigen. Vor allem in den Frametimes schneiden Grafikkarten mit 4 GB deutlich schlechter ab als 3D-Beschleuniger mit 6 GB oder 8 GB.

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