Overwatch 2: Sequel bietet Kampagne und Crossplay mit dem ersten Teil

Fabian Vecellio del Monego 61 Kommentare
Overwatch 2: Sequel bietet Kampagne und Crossplay mit dem ersten Teil
Bild: Blizzard

Overwatch 2 wird zum noch unbestimmten Release-Zeitpunkt Story-Missionen mit angepassten Spielmechaniken, neue Helden und Karten sowie eine überarbeitete Optik bieten. Das klassische Overwatch soll jedoch weiterleben: Neue Charaktere und PvP-Karten werden auch im ersten Teil zugänglich, ebenso wird es Crossplay geben.

Eigenständiges Sequel soll neben dem ersten Teil leben

Im Rahmen der BlizzCon hat Blizzard wie erwartet unter anderem Overwatch 2 und dessen Neuerungen vorgestellt. Dabei handelt es sich tatsächlich um ein eigenständiges Spiel, das zeitlich einige Jahre nach dem ersten Teil des strategischen Ego-Shooters angesiedelt ist. Jenen will der Publisher allerdings weiter unterstützen – ohnehin befindet sich Overwatch 2 derzeit inmitten der Entwicklung, es sei laut den Entwicklern noch „ein weiter Weg“ bis zum Start. Laut Jeff Kaplan, Overwatch' Game Director, läge der Fokus darauf, ein möglichst gutes Spiel herauszubringen – und nicht darauf, es zu einem bestimmten Termin zu veröffentlichen.

So kommt es, dass viele der angekündigten Neuerungen auch nur teilweise präsentiert werden konnten: Einige neue Helden und Karten werden erst im Laufe der nächsten Monate vorgestellt werden. Es ist daher durchaus vorstellbar, dass Blizzard die Ankündigung des Titels vorgezogen hat, um zur BlizzCon 2019 ein möglichst umfangreiches Portfolio an Neuankündigungen vorzeigen zu können.

Blizzard nimmt allerdings bereits vorweg, dass Overwatch 2 auf all denen Plattformen erhältlich sein wird, auf denen derzeit auch Overwatch spielbar ist. Das beinhaltet PC, PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch. Zu den Preisen äußerst sich der Entwickler noch nicht, verspricht aber, dass alle in Overwatch erhaltenen Gegenstände übernommen werden: Freigeschaltete Skins, Emotes, Voice Lines und auch Profilbilder gehen also beim Wechsel zu Overwatch 2 ebenso wie abgeschlossene Erfolge nicht verloren. Darüber hinaus wird es bei den klassischen, bereits in Overwatch enthaltenen PvP-Modi sogar Crossplay zwischen beiden Teilen geben – ein Team kann folglich sowohl aus Spielern des ersten als auch des zweiten Titels bestehen.

Story-Kampagne mit exklusiven Spielmechaniken

Die in den letzten Tagen und Wochen aufkeimenden Gerüchte hat Blizzard zudem weitgehend bestätigt: Overwatch 2 wird eine größere Story-Kampagne bieten, deren Geschichte nach der Wiedervereinigung der Heldentruppe spielt und unter anderem durch Cinematics zu Beginn und Ende der Missionen erzählt wird. Eben jene Kurzfilme bildeten bisher den Kernbestandteil der Handlung, da das klassische Overwatch abseits temporärer PvE-Missionen lediglich Spieler gegen Spieler antreten lässt. Die bisherige Geschichte fasst Blizzard in einem Video kurz zusammen.

In Overwatch 2 werden die Spieler diese Handlung kooperativ in Vierergruppen weiter vorantragen, wobei es die Helden in bekannte und neue Gebiete verschlagen wird, darunter unter anderem Rio de Janeiro und Toronto. Blizzard gibt in jeder der von Fans lang erwarteten PvE-Missionen einige spielbare Helden vor, sodass die Immersion der Story nicht verloren gehe. Andererseits seien die Charaktere stets so gewählt, dass sich ihre Fähigkeiten gut kombinieren lassen und Teamplay fördern.

Eine weitreichende, allein dem PvE-Modus vorbehaltene Neuerung ist zudem ein Leveling-System. Je mehr Erfahrung Spieler mit einem Helden sammeln, desto stärkere Talente können sie freischalten und ausrüsten. Diese Eigenschaften basieren zumeist auf den ohnehin schon vorhandenen Spezialfähigkeiten der Helden, verbessern diese aber teils deutlich. Jeff Kaplan merkt in diesem Kontext scherzhaft an, dass sich die KI-Gegner nicht im Forum über unausbalancierte Fähigkeiten und Helden beschweren könnten; die beteiligten Entwickler hätten ihren Ideen demnach völlig freien Lauf gelassen.

Ziel des Fähigkeiten-Systems ist es einerseits, eine individuelle Anpassung der Helden zu ermöglichen und andererseits, die Spieler zum Experimentieren zu bewegen: Die Kombination bestimmter Talente verschiedener Helden führe im PvE-Modus häufig zum Erfolg. Zudem wird es ein Item-System geben, das der Entwickler unter anderem mit den aus Battle-Royale-Titeln bekannten Spielmechaniken vergleicht: Die Gegenstände – bei denen es sich beispielsweise um Heilungs-Stationen, Granaten oder Schilde handelt – werden nur innerhalb einer einzelnen Mission gefunden und verwendet werden können, nicht aber nach deren Abschluss im Inventar verweilen.

Heldenmissionen als zweites kooperatives Element

Abseits der eine konkrete Geschichte erzählenden Kampagne wird es zudem Heldenmissionen geben, die sich laut Blizzard durch eine hohe Dynamik und einen großen Wiederspielwert auszeichnen sollen. Zuständig seien dafür einerseits stetig wechselnde Aufgaben auf verschiedenen Karten, andererseits aber auch die freie Wahl der gespielten Helden. Letztere sei umso größer, da Spieler ohne Hemmungen Charaktere wählen könnten, an die sie sich im kompetitiven Spiel vielleicht nicht herantrauen würden. Als Beispiel für die geplante Umsetzung der Heldenmissionen nennt der Entwickler den Adventure-Modus aus den Diablo-Spielen.

Abseits der sich mit jedem neuen Start der Heldenmissionen wechselnden Aufgaben sollen sich des Weiteren auch die Gegner ändern: Bereits bekannt sind Omnic- und Talon-Antagonisten, doch Blizzard verspricht weitere, den Spielfluss abermals beeinflussende Gegner-Konstellationen mit eigenen Einheiten und Fähigkeiten.

„Schub“ als vierten PvP-Modus

Eine weitere größere Neuerung betrifft indes ausschließlich den klassischen Mehrspieler-Modus, wobei Blizzard nicht müde wird zu betonen, dass eben dieser integrale Bestandteil des ersten Overwatch von den sonstigen Änderungen nicht betroffen sein wird. Stattdessen wird sich zu den bisherigen drei PvP-Spielmodi „Angriff“, „Eskorte“ und „Kontrolle“ ein weiterer Modus namens „Schub“ gesellen. Bei diesem sowohl in der Schnellsuche als auch in der Rangliste verfügbaren Kartentyp versuchen die beiden nach wie vor aus sechs Spielern bestehenden Teams eine Barriere möglichst weit in Richtung des gegnerischen Spawns zu schieben.

Dabei behilflich ist ihnen ein großer Roboter, der jedoch auch vom gegnerischen Team vertrieben werden kann, sodass ein Stellungskrieg um die besagte Barriere entsteht. Die Karten sind dabei – entgegen denen im Eskorte-Modus – vollständig symmetrisch aufgebaut, sodass beide Teams stets die gleichen Chancen haben. Sobald die angreifende Truppe jedoch Checkpoints erreicht, wird ihr Spawn-Bereich nach vorne verschoben. Eine Besonderheit des Schub-Modus ist zudem das potentiell frühe Ende in Ranglisten-Spielen: Sollten es die Angreifer schaffen, die Barriere auf Anhieb bis zur gegnerischen Basis zu schieben, gewinnen sie sofort – ohne die im kompetitiven Modus eigentlich obligatorische Rückrunde.

Unbestimmte Anzahl an neuen Karten und Helden

Abseits dieser größeren Neuerungen soll es allerdings auch zahlreiche neue Karten und einige neue Helden geben, wobei Blizzard bisher nur vier neue Spielorte und zwei Charaktere vorgestellt hat. Bei ersteren handelt es sich neben den bereits erwähnten Karten im brasilianischen Rio de Janeiro und kanadischen Toronto um das schwedische Göteborg und Monacos Stadtteil Monte Carlo. Als neue Heldinnen nannten die Entwickler indes die Robotereinheit Echo und die Kanadierin Sojourn; bei beiden handelt es sich mutmaßlich um Charaktere der Klasse „Schaden“.

Diese und alle weiteren für klassische PvP-Modi ausgelegten Karten sowie alle weiteren Helden will Blizzard zudem auch im ursprünglichen Overwatch anbieten.

Neue Optik für alle Helden

Eine weitere Anpassung betrifft die Engine des Spiels. Overwatch 2 wird zwar auf das bekannte technische Gerüst setzen, jenes wurde aber weitreichend überarbeitet. Damit einher geht ein neues Äußeres aller Helden, was sich abseits klar ersichtlicher Veränderungen der Kleidung oder Frisuren auch im Detailgrad und der Texturschärfe zeigen soll. Ihren Wiedererkennungswert sollen die Helden jedoch auf jeden Fall behalten, verspricht Blizzard. Eine vergleichende Vorschau auf die neue Optik von insgesamt sieben Charakteren erlaubt die Website des Spiels.

Darüber hinaus wird das gesamte Interface überarbeitet, was auch eine Neugestaltung des HUDs beinhaltet – insbesondere diesbezüglich weist Blizzard allerdings abermals darauf hin, dass sich Overwatch 2 noch in der Entwicklung befinde und Rückmeldungen sowie Vorschläge der Community erwünscht seien.