Ducky One 2 SF im Test: Praxiserfahrungen und Fazit

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Max Doll
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Den Alltag begleitet die Ducky One 2 SF ebenso ruhig wie vielseitig. Die geringe Lautstärke und die subjektiv dezente, tieftonige Klangkulisse entstehen durch eine Mischung aus den Silent-Tastern des getesteten Modells, dem geschlossenen, soliden Gehäuse und einem Double-Layer-PCB, das hemmend wirkt. Wünschen lässt sich lediglich noch eine Zugentlastung des komfortablen Typ-C-Steckers, auf die Ducky bei größeren Tastaturen zurückgreift.

Ducky One 2 SF (MX Silent Red)

Volltreffer-Layout

Die relativ geringe Lautstärke und ansprechende Verarbeitung gibt es bei anderen (Ducky-)Tastaturen aber ebenfalls. Was es dort nicht gibt, ist das Layout mit ergänzten Tasten und großer Enter-Taste, das tatsächlich eine bessere Alternative zum puren und extremen Hacker-Layout sein kann. Gegenüber den Winzigst-Tastaturen muss bei diesem etwas weniger winzigen Modell seltener auf Tastenverknüpfungen zurückgegriffen werden.

Selbst dann sorgen die logisch platzierten FN-F- und FN-Funktionstasten dafür, dass der Arbeitsfluss kaum ins Stolpern gerät; diese Funktionen lassen sich deshalb zumeist einhändig und ohne großes Nachdenken betätigen. Spätestens in der Zehnfingerhaltung sind dann alle Funktionen mit minimalem Bewegungsaufwand zugänglich. Das Kompaktlayout wird deshalb nicht nur durch die gesparte Breite, sondern zugleich durch die verkürzten Bedienwege unerwartet ergonomisch. Dass alle fünf zusätzlichen Tasten auch als FN-Option vorhanden sind, wird Synergieeffekten mit der Ducky One Mini geschuldet sein und erlaubt es, die zusätzlichen Taster bei Bedarf für Makros einzusetzen.

In einer solchen Situation gelingt der Umstieg vom Tenkeyless-Layout auf die 65-Prozent-Größe komplikationslos, eine Eingewöhnung entfällt fast völlig. Neu merken muss sich das Muskelgedächtnis nur die Position von der Escape- und Entfernen-Taste. Letztere liegt nun oben rechts und lässt sich deshalb ohne Hinsehen blind treffen. Diese Tasten lassen sich darüber hinaus schneller und mit weniger Handbewegungen betätigen, sind folglich ebenfalls eher Vor- als Nachteil.

Zum Arbeiten kann die One 2 SF daher wie ein Maßanzug sitzen, zum Spielen vor allem dann, wenn die F-Tasten 1 bis 6 nicht ständig in Gebrauch sind, da sie sich nur mit zwei Händen betätigen lassen und deshalb die Preisgabe der Maus erforderlich machen – in Videospielen selten eine günstige Konstellation. Ein wenig muss das Layout trotz ergänzter Tasten also zum Anwender passen, damit das Konzept optimal aufgeht. Der Kompromiss erscheint dennoch als einer, den eine große Anzahl Anwender ohne Probleme eingehen kann.

Ohne Software wird es komplizierter

Dass die gesamte Tastatur mit Doppel- und teils mit Dreifachbelegungen bestückt wurde, ist kein Hemmnis. Viele der stets logisch nachvollziehbar angeordneten Funktionen werden nur selten oder einmalig benötigt, um sich die Tastatur individuell einzurichten. Deutlich wird dadurch der Nutzen der stirnseitigen Beschriftung. Sie reicht zur Orientierung beim Einlernen oder bei Bedarf, ohne die Tastatur im Normalbetrieb zu überfrachten. Alle Funktionen und Möglichkeiten der Tastatur auszuschöpfen, erfordert wie schon bei der One TKL einen Profi, der davon aber auch erst profitiert, weil er Vielseitigkeit und Flexibilität im Gegensatz zu Normalanwendern am ehesten sinnvoll nutzen kann.

Bei Bedarf können fünf Profile in drei Ebenen programmiert werden
Bei Bedarf können fünf Profile in drei Ebenen programmiert werden

Davon hat die Tastatur eine ganze Menge: Mit neuen Funktionen können in vier beziehungsweise je nach Speicherauslastung fünf Profilen normale Tastenbelegungen, die FN-Ebene und die FN+Strg-Ebene angepasst werden. Die FN+Alt-Ebene dient hingegen unveränderlich der Konfiguration der LEDs. Zu wünschen wäre, dass Ducky diese noch stärker zur Nutzerführung einsetzen würde, um etwa mögliche Tastenkombinationen anzuzeigen. Unabhängig davon muss das Handbuch studiert werden, um komplexere Funktionen nutzen zu können. Erst so erreicht die Bedienung den Rahmen des Machbaren, wenn auch nur dessen Rand – das war schon bei der One TKL (Test) so.

Fazit

Was lässt sich durch Verzicht gewinnen? Im Prinzip eine ganze Menge. Ein kleines, aber nicht kleinstes Eingabegerät mit intelligentem Layout erfordert nur (wenn überhaupt) in geringem Maße Kompromisse bei der Bedienung durch FN-Tastenverknüpfungen und bringt erhebliche Gewinne an Ergonomie. Weniger ist in diesem Fall und in der Regel mehr.

Dass „klein“ nicht gleichzusetzen ist mit „verzichten“, belegt Ducky mit der One 2 SF an anderer Stelle ebenfalls. Langlebige Technik, die gute Verarbeitung und die Flexibilität stehen den Eigenschaften großer Tastaturen in nichts nach – nur mit bedeutend kleinerem Fußabdruck. Die fummelige Einrichtung ist dem Verzicht auf Software geschuldet und stößt an Grenzen. Sie ist als größter Nachteil der One 2 SF aber noch kein erheblicher Makel.

Layout und Verarbeitung überzeugen – die One SF empfiehlt sich
Layout und Verarbeitung überzeugen – die One SF empfiehlt sich

Trotz des Preises von 120 Euro positioniert sich die One 2 SF als eine ernstzunehmende, sogar große Alternative zum Tenkeyless-Layout und verdient sich deshalb eine Empfehlung in diesem Segment. Der Preis mag zwar übertrieben erscheinen, ist allerdings marktgerecht. Im Vergleich mit günstigeren Alternativen aus Online-Marktplätzen oder Crowdfuning-Aktionen überzeugen die Güte der Tastatur und das deutsche Layout, das im Kleinstsegment selten ist. Nicht zuletzt wird hier für ein Produkt bezahlt, das eine tendenziell kleine Zielgruppe hat – und das Besondere war schon immer teurer.

Ducky One 2 SF (MX Silent Red)
Produktgruppe Tastaturen, 18.02.2020
  • Gehäuse
    +
  • Tasten & Beschriftung
    ++
  • Layout
    ++
  • Ausstattung & Extras
    +
  • Software
    n/a
  • Kompaktes, stimmiges Layout
  • Sinnvolle FN-Belegungen
  • Flexibilität (Taster + Konfiguration)
  • Relativ leise
  • USB-Type-C-Anschluss
  • Fummelige Konfiguration
  • Erste Tastenreihe nicht im Normlayout

ComputerBase hat die One SF von Ducky zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme seitens des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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