Neuausrichtung: Intel macht Nervana dicht

Volker Rißka 68 Kommentare
Neuausrichtung: Intel macht Nervana dicht
Bild: Intel

Bereits bei der Übernahme des AI-Spezialisten Habana durch Intel vor sechs Wochen kamen Fragen über die bereits bestehende AI-Sparte bei Intel auf. Jetzt ist die Entscheidung da: Nervana wird zugunsten der neuen Lösungen liquidiert.

Im Jahre 2016 hatte Intel Nervana für rund 400 Millionen US-Dollar erworben. Das seinerzeit gerade einmal 2 Jahre alte Startup mit nicht einmal 50 Angestellten sollte Intel helfen, verstärkt Position in der Thematik Künstliche Intelligenz und Deep Learning zu beziehen. Doch der nun neu auf Intels Know-How gelegte Fokus brachte zuvor nicht bekannte Probleme. Fertigungsprobleme sorgten auch hier für einen deutlichen Rückstand, erst in diesem Jahr will/wollte Intel den ersten 10-nm-Chip inklusive Ice-Lake-CPU-Kernen Sunny Cove von Nervana ausliefern – doch nun kommt die Einstellung.

Intel will konkurrenzfähig sein und Nervana war letztlich nicht das passende Element dafür. So schlug Intel im Dezember des letzten Jahres zu und erwarb für die fünffache Summe, die Nervana einmal gekostet hatte, Habana. Denn die von Habana gebotenen Produkte rangieren nicht am unteren Ende der Nahrungskette, sondern fordern bereits Nvidia heraus. Und das ist, was Intel will.

By moving to a single hardware architecture and software stack for data center AI acceleration, our engineering teams can join forces and focus on delivering more innovation, faster to our customers.

Intel

Es ist zu erwarten, dass Intel die Auslieferungen von Nervana-Chips zum Teil dennoch durchziehen wird und auch entsprechenden Support gibt, um die Kunden eventuell für die neuen Produkte von Habana zu begeistern. Vor allem der NNP-I getaufte Inference-Chip, Codename Spring Hill, soll das sein, dass betonte der Intel-CEO Bob Swan in dieser Woche noch einmal in einem Interview mit Barrons. Das Training-Modell NNP-T, Codename Spring Crest, soll hingegen laut Informationen von Forbes direkt eingestellt werden.

Die nahe Zukunft heißt bei Intel deshalb Habana. Wie genau die Lösungen bei Intel aufgehen werden, bleibt aber abzuwarten. Erst einmal soll Habana eigenständig weiter agieren können, doch dieser Weg war auch für Nervana seinerzeit bestimmt. Mit der Zeit wird Intels Einfluss wachsen, ob zum Guten oder Schlechten, werden die kommenden Jahre zeigen.