Galaxy-S20-Serie im Hands-On: Samsungs Hubble-Teleskop für die Hosentasche

Nicolas La Rocco 473 Kommentare
Galaxy-S20-Serie im Hands-On: Samsungs Hubble-Teleskop für die Hosentasche

tl;dr: Die Sterne fremder Galaxien lassen sich mit Samsungs Galaxy-S20-Familie zwar nicht entdecken, aber mit bis zu hundertfachem Zoom stoßen die Kameras in neue Dimensionen vor. Mit Galaxy S20, S20+ und S20 Ultra führt Samsung die Entwicklung seiner Smartphones konsequent fort und trifft dabei interessante Entscheidungen.

Zehn Jahre nach dem ersten Galaxy-S-Smartphone (Test) macht die Baureihe zumindest namentlich einen großen Sprung nach vorne: Galaxy S20 und nicht S11 heißt die neue Smartphone-Familie, die heute in drei Varianten zum Unpacked-Event in San Francisco vorgestellt wurde. Galaxy S20, Galaxy S20+ und Galaxy S20 Ultra sind Samsungs Flaggschiff-Smartphones für die erste Jahreshälfte 2020, bevor in der zweiten traditionell ein neues Galaxy Note mit Stylus diese Rolle übernimmt.

Displays bis 6,9 Zoll

Einen direkten Nachfolger für das kompakte Galaxy S10e gibt es diesmal vorerst nicht, stattdessen markiert das Galaxy S20 mit jetzt 6,2 Zoll (+ 0,1 Zoll) den Einstieg, darauf folgt das Galaxy S20+ mit 6,7 Zoll (+ 0,3 Zoll), bevor das Galaxy S20 Ultra mit Tablet-ähnlichen 6,9 Zoll die Spitze bildet und als Nachfolger des mit 6,7 Zoll bisher größten Galaxy S10 5G verstanden werden kann. Das Galaxy S20 Ultra wird Samsung ausschließlich mit 5G-Unterstützung verkaufen, während die beiden kleineren Modelle in LTE- und 5G-Versionen angeboten werden.

Der Vorverkauf soll zum Abschluss des Unpacked-Events auf Samsungs Website inklusive einer Aktion für Vorbesteller freigeschaltet werden, die Verfügbarkeit im Einzelhandel gibt Samsung mit dem 13. März an. Die Preisspanne reicht von 900 Euro für das Basismodell bis hin zu 1.550 Euro für das Topmodell mit maximaler Ausstattung – mehr Details später im Artikel. Wie sich die Geräte voneinander unterscheiden und welchen Ersteindruck sie hinterlassen, erklärt ComputerBase in diesem Artikel.

Größer und schwerer als die Galaxy-S10-Serie

Die Galaxy-S20-Familie ist durchweg größer geworden, insbesondere das Plus-Modell vollzieht mit 0,3 Zoll Zugewinn beim Display einen Wandel zum Format des ehemaligen Galaxy S10 5G. Das normale Galaxy S20 geht mit 69,1 × 151,7 × 7,9 mm (B×H×T) gerade noch als handlich durch und hinterlässt rein haptisch betrachtet deshalb den besten Eindruck, zudem ist das Smartphone mit 163 Gramm leichter als die Schwestermodelle. Das Kontrastprogramm dazu bildet der Koloss Galaxy S20 Ultra: 76,0 × 166,9 × 8,8 mm treffen auf 220 Gramm. Das sind 10 Prozent mehr Volumen und ein 20 Prozent höheres Gewicht als beim Galaxy Note 10+. Wie zuvor fertigt Samsung die Geräte aus Aluminium und Glas und zertifiziert sie nach IP68 gegen das Eindringen von Staub und Wasser. An Verarbeitung und Materialwahl gibt es nichts auszusetzen.

120 Hz bei reduzierter Auflösung

Größere Smartphones schaffen Platz für größere Displays, die mit bis zu 6,9 Zoll das Format früherer Tablets erreicht haben, wenngleich das Seitenverhältnis mit 20:9 ein anderes, länglicheres ist. Dieses neue Format ist allen Galaxy S20 gemein, ebenso die dazu passend auf 3.200 × 1.440 Pixel angehobene Auflösung der AMOLED-Displays. Die lässt sich dann nutzen, wenn auf eine andere Display-Neuerung verzichtet wird.

Erstmals bietet Samsung eine auf 120 Hz verdoppelte Bildwiederholfrequenz an und steigert zugleich die Touch-Abtastrate auf 240 Hz. Beim ersten Ausprobieren gefielen alle drei Smartphones mit einer äußerst flüssigen Bedienung, die man in ähnlicher Form mit 90 Hz bereits von Smartphones wie dem Asus ROG Phone (Test) oder OnePlus 7T (Test) kennt. Die verdoppelte Bildwiederholfrequenz lässt sich allerdings nur dann nutzen, wenn das Display mit intern reduzierter Auflösung von 2.400 × 1.080 Pixeln angesteuert werden. Diese reduzierte Auflösung ist seit mehreren Jahren ohnehin bei Samsung ab Werk eingestellt, Nutzer müssen aber wissen, dass wenn sie auf WQHD+ wechseln, das Display nur noch mit 60 Hz arbeitet.

Die Bildschirme sind wieder flach

Die zweite Veränderung kommt überraschend: Samsung hat sich weitestgehend von den Curved-Bildschirmen früherer Generationen verabschiedet und verbaut jetzt wieder ein beinahe planes Display, das sich nur noch minimal in den Rahmen krümmt. Die Biegung ist dabei so gering, dass sie zwar noch bei Wischgesten aus dem Randbereich des Bildschirms unterstützend wirkt, Inhalte aber nicht mehr verzerrt darstellt. Für viele Kritiker Samsungs gebogener Bildschirme dürfte diese Anpassung eine Wohltat sein.

Auf der nächsten Seite: Mindestens drei Kameras sind immer verbaut