Jubiläum: Windows 2000 erschien heute vor 20 Jahren

Sven Bauduin
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Jubiläum: Windows 2000 erschien heute vor 20 Jahren
Bild: Microsoft

Am 17. Februar 2000 – heute vor exakt 20 Jahren – veröffentlichte Microsoft das neuste Betriebssystem unter der internen Bezeichnung Windows NT 5.0, besser bekannt als Windows 2000. Von Nutzern oftmals schlicht „Win 2k“ genannt, löste der Vorgänger von Windows XP damals Windows NT 4.0 als Enterprise-Lösung ab.

Mit dem Verzeichnisdienst Active Directory sollten Microsoft und Windows 2000 den neuen und bis heute gültigen Standard für Unternehmensnetze setzen und es erstmals ermöglichen, diese entsprechend der realen Struktur des Unternehmens sowie seiner räumlichen Verteilung zu gliedern und anzuzeigen. Doch bis dahin sollte es noch ein weiter Weg für das professionelle Betriebssystem sein.

Entwicklung

Bereits kurz nach der Veröffentlichung des Vorgängers Windows NT 4.0 im Juli 1996 begann Microsoft mit der Entwicklung von Windows 2000. Mit dem Ziel angetreten, die Administrationskosten für Unternehmen zu senken, stand auch der Verzeichnisdienst Active Directory bereits früh im Lastenheft der Entwickler.

Ursprünglich plante Microsoft die Veröffentlichung seines nächsten Enterprise-Betriebssystems für Ende 1997, ein Vorhaben, welches bereits Mitte 1997 nach der Freigabe der ersten Vorabversion von Microsoft Active Directory auf das Jahr 1998 verschoben werden musste. Zu diesem Zeitpunkt waren viele Unternehmen selbst noch mit der Migration von Windows NT 3.5 respektive Windows NT 3.51 auf Windows NT 4.0, den Vorgänger von Windows 2000, beschäftigt.

Windows NT 5.0 sollte neben dem Betriebssystem-Kernel Windows NT – welcher für „New Technology“ steht – auf einer im Mai 1997 lizenzierten Mehrbenutzertechnologie von Citrix basieren und für die Prozessor-Architekturen x86, IA-32, MIPS, Alpha sowie PowerPC erscheinen.

Die erste Beta-Version vom 20. September 1997 und deren Instabilität bewogen Microsoft dazu, die Veröffentlichung des Betriebssystems auf Ende 1998 zu verschieben. Das Unternehmen führte indes zu ambitionierte Ziele als Ursache für die massiven Verzögerungen im Entwicklungsprozess und die damit verbundene erneute Verschiebung von Windows NT 5.0 an.

Nach einem ebenfalls mehrfach verschobenen zweiten Betatest, der schlussendlich am 18. August 1998 stattfinden sollte, musste sich Microsoft eingestehen, dass selbst die mehrfach nach hinten korrigierte Fertigstellung im Jahre 1999 nicht zu halten sein würde.

Ab sofort entwickelte Microsoft das Betriebssystem unter seiner endgültigen Produktbezeichnung Windows 2000 und erklärte nach einem dritten Betatest im April 1999, dass das Endprodukt erst im Februar 2000 erscheinen werde. Am 1. Juli 1999 erschien der erste von insgesamt drei Release Candidates, bevor Windows 2000 schlussendlich am 15. Dezember 1999 den RTM-Status erreichten sollte.

Vor exakt 20 Jahren, am 17. Februar 2000, erschien das neue Betriebssystem Windows 2000 in den Versionen Professional, Server und Advanced Server im Handel. Eine vierte Version, Windows 2000 Datacenter Server, kam am 26. September 2000 in den Handel.

Windows 2000 Professional in der OEM-Verpackung
Windows 2000 Professional in der OEM-Verpackung (Bild: Winhistory)

Windows 2000 erhielt im Rahmen der Produktpflege insgesamt vier Service Packs, das letzte am 26. Juni 2003. Das Service Pack 5 war bereits in Planung, wurde aber durch ein Update-Rollup-Paket ersetzt, welches am 28. Juni 2005 sowie in aktualisierter Form noch einmal am 13. September 2005 erschien.

Der reguläre Support von Windows 2000 endete am 30. Juni 2005, jedoch konnten Unternehmen noch bis zum 13. Juli 2010 kostenpflichtige Sicherheitsaktualisierungen per Extended Support über Microsoft beziehen. Ein Schicksal das seit dem 14. Januar 2020 auch Windows 7 (*2009 – †2020) ereilt hat.

Neuerungen

Windows 2000 brachte im Vergleich zu seinem direkten Vorgänger Windows NT 4.0 einige Neuerungen mit, welche zum Teil auch aus dem eigenen Consumer-Betriebssystem Windows 98 übernommen wurden.

  • Der neue Verzeichnisdienst Active Directory im Verbund mit Windows 2000 Server
  • Abgesicherter Modus und Kommandozeilenoptionen zur Fehlerbehebung
  • Neue Systemversion des NTFS-Dateisystems mit der Möglichkeit der Verschlüsselung und Kontingentangabe
  • Das neue FAT32-Dateisystem
  • Gruppenrichtlinien
  • Defragmentierungswerkzeug
  • Menüleisten besser konfigurierbar
  • Echtes Plug & Play
  • Unterstützung für DVD, Firewire (IEEE 1394) und USB (ab Servicepack 4 auch USB 2.0)
  • Einführung des WDM-Treibermodells
  • ACPI-Unterstützung und der Energiesparmodus „Ruhezustand“

Mit seinen neuen Funktionen und der überarbeiteten Benutzeroberfläche wurde Windows 2000 schlussendlich als „besser als NT“ angesehen, obwohl es sich um den direkten Nachfolger aus der NT-Linie handelte. Damit hatten die zahlreichen Verschiebungen am Ende sogar ihre positiven Auswirkungen auf „Win 2k“.

Der Desktop von Windows 2000 Professional
Der Desktop von Windows 2000 Professional (Bild: Winhistory)

Vermächtnis

Trotz einer mehrfache verschobenen Veröffentlichung, einer schier nicht enden wollenden Entwicklungsphase mit drei Betatests und ebenso vielen Release Candidates und nach dem Release teils stark fehlerbehafteten Service Packs, hat Windows 2000 den Weg für seinen Nachfolger geebnet.

Dieser erschien am 25. Oktober 2001 als Windows XP – ein Windows NT für Heimanwender – und läutete eine goldene Ära für Microsoft und Windows ein, welche erst mit dem Abschied von Windows XP (*2001 – † 2014) ihr Ende finden sollte.

Möglicherweise lag es aber auch daran, dass das professionelle Betriebssystem im Jahre 2000 auch entsprechend „professionell“ beworben wurde: