Mac mit ARM-Prozessor: Apple soll Wechsel weg von Intel zur WWDC ankündigen

Nicolas La Rocco 155 Kommentare
Mac mit ARM-Prozessor: Apple soll Wechsel weg von Intel zur WWDC ankündigen

Bereits zur übernächste Woche startenden WWDC will Apple einem Bericht von Bloomberg zufolge die Strategie für den Wechsel von Intel zu eigenen System-on-a-Chips auf ARM-Basis vorstellen. App-Entwicklern soll damit genügend Vorlaufzeit gegeben werden, bevor erste entsprechend ausgestattete Produkte 2021 folgen.

Am 22. Juni findet Apples Keynote der diesmal rein online durchgeführten WWDC statt. In deren Rahmen will Apple einem aktuellen Bericht zufolge erstmals der Öffentlichkeit den intern unter dem Projektnamen Kalamata geplanten Wechsel von Intel-Prozessoren zu ARM-Chips mit eigenem Design vorstellen. Serienreife Produkte auf Basis der eigenen Prozessoren seien noch Monate entfernt, doch App-Entwickler benötigen eine gewisse Vorlaufzeit, um ihre Anwendungen für die neue Plattform anzupassen. Die WWDC ist dafür das richtige Umfeld. Der Wechsel zu eigenen Apple-Chips wäre der dritte, nachdem zur WWDC 2005 der Wechsel von IBMs PowerPC zu Intel und zuvor 1994 die ersten Macs mit IBM- statt Motorola-Prozessoren vorgestellt wurden.

Gerüchte, nach denen Apple beispielsweise im MacBook auf eigene Prozessoren setzen könnte, kursieren bereits seit 2012 in der Medienwelt – mal in mehr, mal in weniger glaubhafter Form. In den letzten Monaten sind die Hinweise aber immer konkreter geworden, mit nur noch zwei Wochen bis zur Entwicklermesse und Informationen aus glaubwürdiger Quelle scheint die Ankündigung diesmal aber tatsächlich bevorzustehen.

Unabhängigkeit von Intels Roadmap

Johny Srouji, Senior Vice President für Hardware Technologies, ist seit 2008 bei Apple und war mit seinem Team für die Entwicklung des ersten eigen SoCs A4 im iPad und iPhone 4 verantwortlich. Srouji habe den Wechsel weg von Intel beschlossen, nachdem Intels jährliche Zugewinne in puncto Leistung immer kleiner ausfielen. Apples Ingenieure seien besorgt, dass Intels Fahrplan künftige Mac-Updates verzögern könnten. Eigene Chips sorgen für Unabhängigkeit von Intel.

Interne Tests bescheinigen den Apple-Prozessoren vor allem in den Bereichen Grafik- und KI-Leistung deutliche Vorteile gegenüber Intel. Apples Prozessoren seien zudem effizienter, wie mit den Plänen des Herstellers vertraute Personen berichten. Das könnte zu künftig dünneren und leichteren Apple-Notebooks führen. Als ein potenzieller Kandidat für einen Wechsel zu ARM-Prozessoren wird das zugunsten des neuen MacBook Air eingestellte MacBook mit 12 Zoll gehandelt.

Fertigung bei TSMC in 5 nm

Drei Apple-Prozessoren für den Mac sollen in Arbeit sein, davon der erste auf Basis des A14, der im iPhone 12 erwartet wird. Die Ausstattung des für den Mac entwickelten Chips soll mit unter anderem CPU, GPU und Neural Engine dem Niveau aktueller Smartphone-Prozessoren von Apple entsprechen. Fertiger soll erneut TSMC im modernen 5-Nanometer-Node sein, der auch für die Smartphone-SoCs als gesichert gilt.