Google Pixel 4a im Test: Das beste kleine Android-Smartphone der Mittelklasse

Nicolas La Rocco
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Google Pixel 4a im Test: Das beste kleine Android-Smartphone der Mittelklasse

tl;dr: Das Pixel 4a ist ein Einhorn unter den aktuellen Android-Smartphones, da es selten kompakt ist und sogar kleiner als das Pixel 4 daherkommt. Vom Flaggschiff erbt es die sehr gute Kamera und die Update-Garantie von mindestens drei Jahren. Zum Preis von derzeit 340 Euro liefert Google ein äußerst attraktives Gesamtpaket ab.

Preis und Verfügbarkeit

Und es existiert doch außerhalb der Gerüchteküche: Die Rede ist vom Pixel 4a, das von Google nach monatelangen Leaks heute zum Preis von regulär 349 Euro vorgestellt wurde. Aufgrund der aktuell reduzierten Mehrwertsteuer von 16 statt 19 Prozent liegt der Preis aber bei 340,20 Euro. Das Modell ist auf das Wesentliche reduziert, was ein gutes Google-Smartphone ausmacht: Kamera und Software. Die Vorstellung erfolgte heute ohne größeres Tamtam in genau einer Konfiguration: Pixel 4a, kein XL-Modell, immer 128 GB Speicher und ausschließlich in Schwarz. Es gibt exakt eine Ausführung, die 349 Euro kostet.

Deutscher Marktstart erst am 1. Oktober

Obwohl bereits heute die Vorstellung des Smartphones erfolgt ist, wird Google in Deutschland erst ab dem 10. September 2020 Vorbestellungen für das Pixel 4a annehmen und erst am 1. Oktober 2020 den Marktstart mit allgemeiner Verfügbarkeit vollziehen. Laut Google ist das eine Folge der aktuellen COVID-19-Pandemie.

Like many companies our supply chain was impacted by COVID-19 and we had to adjust our launch plans accordingly to ensure the safety of our employees, partners and customers.

Google

Technische Daten im Überblick

Google Pixel 4a
Google Pixel 3a
Google Pixel 3a XL
Google Pixel 4
Google Pixel 4 XL
Software:
(bei Erscheinen)
Android 10.0 Android 9.0 Android 10.0
Display: 5,81 Zoll, 1.080 × 2.340
444 ppi
OLED, HDR, Gorilla Glass 3
5,60 Zoll, 1.080 × 2.220
441 ppi
OLED, HDR, Dragontrail Glass
6,00 Zoll, 1.080 × 2.160
402 ppi
OLED, HDR, Dragontrail Glass
5,70 Zoll, 1.080 × 2.280
443 ppi
OLED, HDR, Gorilla Glass 5
6,30 Zoll, 1.440 × 3.040
534 ppi
OLED, HDR, Gorilla Glass 5
Bedienung: Touch, Fingerabdrucksensor Touch, Gesichtsscanner
SoC: Qualcomm Snapdragon 730G
2 × Kryo 470 Gold, 2,20 GHz
6 × Kryo 470 Silver, 1,80 GHz
8 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 670
2 × Kryo 360 Gold, 2,00 GHz
6 × Kryo 360 Silver, 1,70 GHz
10 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 855
1 × Kryo 485, 2,84 GHz
3 × Kryo 485, 2,42 GHz
4 × Kryo 485, 1,80 GHz
7 nm, 64-Bit
GPU: Adreno 618 Adreno 615 Adreno 640
585 MHz
RAM: 6.144 MB
LPDDR4X
4.096 MB
LPDDR4X
6.144 MB
LPDDR4X
Speicher: 128 GB 64 GB 64 / 128 GB
1. Kamera: 12,2 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,7, AF, OIS
12,2 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,8, AF, OIS
12,2 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,7, AF, OIS
2. Kamera: Nein 16,0 MP, f/2,4, AF, OIS
3. Kamera: Nein
4. Kamera: Nein
5. Kamera: Nein
1. Frontkamera: 8,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,0
2. Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced
↓600 ↑75 Mbit/s
Advanced Pro
↓1.200 ↑150 Mbit/s
5G: Nein
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct
802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct
802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 5.0 LE
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo, QZSS A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo
Weitere Standards: USB 3.0 Typ C, NFC USB 2.0 Typ C, NFC USB 3.0 Typ C, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM, Dual-SIM Nano-SIM Nano-SIM, Dual-SIM
Akku: 3.140 mAh
fest verbaut
3.000 mAh
fest verbaut
3.700 mAh
fest verbaut
2.800 mAh
fest verbaut, kabelloses Laden
3.700 mAh
fest verbaut, kabelloses Laden
Größe (B×H×T): 69,4 × 144,0 × 8,20 mm 70,1 × 151,3 × 8,20 mm 76,1 × 160,1 × 8,20 mm 68,8 × 147,1 × 8,20 mm 75,1 × 160,4 × 8,20 mm
Schutzart: IP68
Gewicht: 143 g 147 g 167 g 162 g 193 g
Preis: ab 345 € 399 € 479 € ab 460 € / 849 € 899 € / 999 €

Ergonomie war selten so ausgezeichnet

Dass es kein XL-Modell gibt, heißt im Android-Universum schon lange nicht mehr, dass es sich um ein kleines Smartphone handelt. Statt klein und groß setzen zahlreiche Hersteller auf groß und noch größer. Anders das Pixel 4a: 69,4 × 144,0 × 8,20 mm (B × H × T) sind erfrischend kompakt und sogar kleiner als ein Pixel 3a oder Pixel 4. Apples iPhone SE ist noch etwas kleiner, das Pixel 4a ist aber zumindest im Android-Segment eine Wohltat. Beinahe der gesamte Bildschirm lässt sich mit einer Hand bedienen.

Der Preisunterschied zum Pixel 4 ergibt sich vor allem aus dem merklich simpleren Gehäuseaufbau, der Metall und Glas gegen hauptsächlich Kunststoff und nur noch Glas für die Vorderseite tauscht. Google setzt auf mattes Schwarz, das kaum bis gar nicht anfällig für Fingerabdrücke ist, zieht den Kunststoff in einem Guss um das gesamte Smartphone und schließt das monolithische Bauteil bündig mit dem Gorilla Glass 3 der Vorderseite ab. Das wiederum schmiegt sich mit minimaler Krümmung dem ebenso abgerundeten Kunststoff an, sodass Wischgesten unter Android einfach von der Hand gehen. Keine Sorge: Das Display ist dennoch vollständig plan aufgebaut.

Fingerabdrucksensor und Klinke sind zurück

Auf der Rückseite sitzt oben links die Kamera – Singular. Wenige Zentimeter darunter, aber zentral auf der Rückseite, hat Google den Fingerabdrucksensor untergebracht, der beim Pixel 4a als biometrische Entsperrmethode anstelle des aufwendigen und sehr guten 3D-Gesichtsscanners des Pixel 4 fungiert. Sowohl die Einrichtung als auch das Entsperren sind in Windeseile erledigt. Dem Pixel 4a fehlt zwar ein Display-Fingerabdrucksensor, das Smartphone zeigt aber den Geschwindigkeitsvorteil eines klassischen Sensors auf.

Positiv treten auch die Stereo-Lautsprecher in Erscheinung, die zuletzt beim OnePlus Nord (Test) fehlten. Etwa zwei Drittel der Klangkulisse entstehen aber klar über den unteren Lautsprecher, der zudem für den Bass sorgt, sofern man davon bei einem Smartphone sprechen kann. Die Lautstärkeregelung fällt auf den unteren Stufen zunächst verhalten aus, bevor die Lautsprecher auf den letzten drei Stufen plötzlich deutlich lauter werden. Die Klangqualität geht in Ordnung, mehr aber auch nicht, und wird im oberen Lautstärkebereich von deutlichen Vibrationen im Gehäuse begleitet.

Anwender klassischer Kopfhörer finden an der Oberseite des Pixel 4a eine 3,5-mm-Klinkenbuchse. Kopfhörer liegen dem Smartphone aber nicht als Zubehör bei.

5,81-Zoll-Display mit Punch-Hole

Weil die Bildschirmränder des Pixel 4a deutlich kleiner als beim Pixel 3a ausfallen, kann Google ein größeres Display mit einem dennoch kleineren Gehäuse kombinieren. 5,81 statt 5,60 Zoll bietet das Pixel 4a und stellt auf dieser Diagonale 1.080 × 2.340 Pixel im 19,5:9-Format mit einer hohen Pixeldichte von 444 ppi dar. Das sorgt für eine scharfe Darstellung, die aus normalem Sichtabstand keine Bildpunkte erkennen lässt.

Erfreulicherweise hat Google in der unteren Preisklasse am OLED-Panel festgehalten, was für einen ausgezeichneten Kontrast, satte Farben und gute Blickwinkel sorgt. Da Google auf ein Punch-Hole für die 8-Megapixel-Frontkamera setzt, macht sich auch hier die OLED-Technik positiv bemerkbar, da das Loch im Display ohne unschöne Schattenbildung im Randbereich einhergeht, wie es bei Bildschirmen mit Hintergrundbeleuchtung häufig der Fall ist.

HDR-Support mit über 1.000 cd/m²

Der Bildschirm ist als Always-on-Display ausgelegt und zeigt auf Wunsch auch im Standby-Modus die wichtigsten Statusinformationen und das Wetter an. Mit der Unterstützung für HDR10 hat Google auch in einem anderen Bereich nicht gegenüber dem Pixel 4 gespart. Was weggefallen ist, ist die höhere Bildwiederholfrequenz von 90 Hz – das aktuelle Modell muss mit den üblichen 60 Hz auskommen. In diesem Punkt schneidet das OnePlus Nord besser ab, wobei es nicht einfach ist, eine klare Linie zu ziehen, ab welchem Preissegment dieses Ausstattungsmerkmal vom Kunden als Standard erwartet werden kann.

Bei den Messwerten muss sich Google vor allem hinsichtlich der Helligkeit nicht hinter der teils deutlich teureren Smartphone-Konkurrenz verstecken. Das Pixel 4a erreicht im Automatikmodus selbst bei 100 Prozent Weißanteil sehr gute 701 cd/m² – ein Ergebnis, das in dieser Preisklasse alles andere als üblich ist. Das OLED-Panel nutzt eine typische APL-Regulierung („Average Picture Level“), sodass mit reduziertem Weißanteil noch höhere Werte von hier über 1.000 cd/m² möglich sind. Das sind herausragende Ergebnisse für ein 350-Euro-Smartphone und sorgten im Test dafür, dass die Ablesbarkeit im Freien selbst bei starkem Sonnenschein nie problematisch wurde.

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