140er-Lüfter für Radiatoren im Test: Alpenföhn vs. Arctic, be quiet!, Corsair, EKWB und Noctua

Thomas Böhm 276 Kommentare
140er-Lüfter für Radiatoren im Test: Alpenföhn vs. Arctic, be quiet!, Corsair, EKWB und Noctua

tl;dr: ComputerBase vergleicht 140-mm-Lüfter von Alpenföhn, Arctic, be quiet!, Corsair, EKWB und Noctua auf einem Radiator für Wasserkühlungen, denn erst mit einem guten Lüfter wird eine Wasserkühlung leise und stark. Der Arctic P14 PWM ist der Preis-Leistungs-Tipp, doch es können alle Modelle bedenkenlos eingesetzt werden.

Lüfter sind ein essenzieller Bestandteil der PC-Kühlung. Das gilt nicht nur für klassische Luftkühler, sondern gleichermaßen für Wasserkühlungen. Wasserkühlung nutzt zwar Wasser, um die Abwärme von PC-Komponenten aufzunehmen, doch das Wasser muss diese Energie auch wieder abgeben. Dazu werden Radiatoren genutzt, die von der Flüssigkeit durchströmt werden und über eine möglichst große Oberfläche Wärme an die Umgebungsluft abgeben.

Auf den Radiatoren werden Axiallüfter verbaut, um für einen schnellen Luftaustausch zu sorgen. So wird aufgewärmte Luft aus dem Radiator befördert und kühlere Raumluft strömt nach. Die Lüfter sollen ihre Aufgabe so leise wie möglich erledigen, denn erst wenn eine Wasserkühlung nicht nur besser, sondern gleichzeitig auch noch leiser kühlt, kann sie sich effektiv von der traditionellen Luftkühlung absetzen.

Die Qual der Lüfterwahl

Käufer stehen bei der Suche nach passenden Radiatorlüftern vor einigen großen Fragezeichen. Immerhin die Rahmenbreite der Ventilatoren ist klar genormt, sodass schnell das passende Lüfterformat für den Radiator gefunden wird. Doch welcher Lüfter soll es werden? Die Datenblätter der verschiedenen Modelle sind kaum bis gar nicht vergleichbar, die PR der Hersteller wirbt durch die Bank mit den Attributen „leise“ und „leistungsstark“ und durch die Foren im Internet ziehen sich regelmäßig hitzige Diskussionen, welcher Lüfter denn nun zu empfehlen sei.

Sechs 120-mm-Lüfter im Test auf einem Radiator
Sechs 120-mm-Lüfter im Test auf einem Radiator

2018 zeigte der ComputerBase-Vergleichstest von 120-mm-Radiatorlüftern, dass nicht einfach ein Sieger gekürt werden kann. Die verschiedenen Lüfter unterscheiden sich in ihrer Leistung nur geringfügig, sodass neben dem Preis und der Leistung auch die zusätzlichen Attribute wie Farbauswahl, Lieferumfang und Garantie berücksichtigt werden sollten, bevor zur virtuellen Ladentheke gegriffen wird.

140-mm-Lüfter im Vergleichstest
140-mm-Lüfter im Vergleichstest

Nach dem Test der kleineren 120-mm-Ventilatoren müssen sich nun mehrere Vertreter des größeren 140-mm-Formats dem ComputerBase-Test stellen. Mit im Testparcours sind in alphabetischer Reihenfolge die Modelle Alpenföhn Wingboost 3, Arctic P14, be quiet! Silent Wings 3, Corsair ML140 Pro, EK Water Blocks Vardar und Noctua NF-A14 vertreten. In einem zusätzlichen Vergleich müssen zudem die kleineren Arctic P12 eines Arctic Liquid Freezer II 240 (Test) und die teuren Sieger unter den 120-mm-Lüftern, die Noctua NF-A12x25 (Test), auf einem Radiator für 140-mm-Lüfter zeigen, wie sie sich gegen die größere Konkurrenz behaupten können.

Die Testkandidaten
Lüfter L × B × H (jeweils in mm) Drehzahlintervall (freistehend) Preis
Alpenföhn Wingboost 3 ARGB 140 × 140 × 28 530–1.500 U/min 18 €
Arctic P14 PWM 140 × 140 × 27 140–1.740 U/min 7 €
be quiet! Silent Wings 3 PWM 140 high-speed 140 × 140 × 25 140–1.650 U/min 18 €
Corsair ML140 Pro 140 × 140 × 27 420–2.020 U/min 22 €
EK-Furious Vardar Evo 140 BB 140 × 140 × 26 480–2.520 U/min 20 €
Noctua NF-A14 PWM chromax.black.swap 140 × 140 × 27 170–1.550 U/min 23 €

Ein Blick auf die Preisübersicht der Ventilatoren zeigt, dass sie sich mit Ausnahme von Arctic allesamt im gehobenen Segment aufhalten. Mit etwa 20 Euro pro Lüfter wird die Vollausstattung einer Wasserkühlung zu einem teuren Unterfangen. Lediglich der P14 von Arctic sticht mit seinem erheblich niedrigeren Anschaffungspreis von gerade einmal gut 7 Euro pro Stück positiv hervor.

Ebenfalls auffällig ist das Format der Lüfter. Nur be quiet! hält sich an die „klassische“ Baugröße und liefert mit dem Silent Wings 3 einen Ventilator mit 25 mm Bautiefe. Die anderen Modelle sind etwas tiefer, was allerdings zum Teil an entkoppelnden Gummiecken liegt, die ein wenig herausragen.

Herstellerangaben sind schlecht vergleichbar

Die Hersteller geben zu den Lüftern zwar Informationen wie den maximalen Schalldruckpegel oder den höchsten erreichbaren Luftdruck an, doch dies ist nur begrenzt hilfreich. Es gibt beispielsweise kein genormtes Protokoll zur Messung des Schallpegels: Ob die Messung in einem Abstand von 10 cm oder 2 m durchgeführt wird, beeinflusst das Ergebnis massiv. Deshalb sind auch die Lautstärke-Angaben in Tests zu Kühlern und Lüftern nur innerhalb desselben Testaufbaus vergleichbar.

Der Luftdruck ist ebenfalls nur bedingt aussagekräftig. Allgemein gilt die Faustregel, dass ein Radiatorlüfter einen höheren Druck erzeugen sollte als quasi freistehende Gehäuselüfter, doch ganz so einfach ist die Sachlage nicht. Es wird nämlich im Datenblatt der Ventilatoren der maximale Druck bei keinerlei Volumenstrom angegeben. Umgekehrt wird für den maximalen Volumenstrom der Idealfall ohne jeglichen Widerstand (wie beispielsweise Staubfilter oder Kühlkörper) angenommen.

Der reale Einsatz eines Lüfters liegt irgendwo zwischen beiden Extremfällen, denn es soll natürlich Luft bewegt werden, aber da sie durch einen Radiator gedrückt wird, kann sie nicht ungehindert strömen. Es müssten also die Ventilatorkennlinien der Lüfter verglichen werden. Und selbst dann fehlt noch eine Angabe zum Luftwiderstand des eingesetzten Radiators. Um es kurz zu machen: In die Angaben zum maximalen Druck und zum maximalen Volumenstrom sollte nicht zu viel interpretiert werden.

Ein Vergleich im Praxiseinsatz

Im ComputerBase-Vergleichstest wird deshalb ein reales Szenario genutzt. Je zwei baugleiche Ventilatoren werden drückend (Push-Konfiguration) auf einem 280-mm-Radiator befestigt, wo sie das von einer CPU aufgeheizte Wasser kühlen müssen. Gemessen wird dabei die Temperaturdifferenz zwischen Wasser- und Raumtemperatur: Je niedriger die Differenz ausfällt, desto besser ist der Lüfter. Als zweite Vergleichsgröße dient der Schalldruckpegel, also ein Maß für die Lautstärke der Ventilatoren. Im Folgenden soll geprüft werden, welche der Testkandidaten den Balance-Akt aus gutem Kühlvermögen bei gleichzeitig niedriger Lautstärke schaffen.

Auf der nächsten Seite: Die Testkandidaten im Vergleich