Sony Xperia 5 II im Test: Snapdragon 865 bleibt sehr schnell

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Nicolas La Rocco
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Wo Android und kompakt bei Google zwangsweise mit dem Qualcomm Snapdragon 765G einhergehen oder bei Samsung mit dem älteren Galaxy S10e noch der Exynos 9820 zum Einsatz kommt, hält Sony am Snapdragon 865 fest und bietet damit eins zu eins die Leistung aus dem großen Flaggschiff im kleineren Format an. Auch den 8 GB großen LPDDR5-Arbeitsspeicher übernimmt Sony, einzig der Nutzerspeicher auf Basis von UFS 3.1 ist auf 128 GB halbiert worden, bleibt aber per microSD-Karte erweiterbar.

Im Xperia 5 II liefert der Snapdragon 865 eine bekannt sehr hohe Leistung ab, die sich nur dem Snapdragon 865 Plus und den A-Chips von Apple geschlagen geben muss.

Kein Throttling im kleineren Gehäuse

Hervorzuheben ist, dass Sony im kleineren Gehäuse des Xperia 5 II dieselbe Leistung wie im größeren Modell zur Verfügung stellt, und das nicht nur kurzfristig, sondern auch unter dauerhafter Belastung. Mehrfach durchgeführte Benchmarks im GFXBench und 3DMark zeigen, dass das Gerät unter Dauerlast keinen Leistungseinbruch erleidet. Das zeugt von Sonys guter Kühlung auch im kleineren Smartphone, aber zudem erneut von der vergleichsweise geringen Wärmeentwicklung des Snapdragon 865, der bisher in noch keinem Smartphone Leistungseinbrüche unter Dauerlast gezeigt hat.

Android noch bei Version 10

In Kombination mit dem 120-Hz-Modus erreicht das Xperia 5 II ein schnelleres Bediengefühl als das eigentliche Flaggschiff Xperia 1 II. Sony setzt zudem auf eine nur leicht angepasste Android-Oberfläche, die dem Prozessor nicht mehr Rechenleistung als mit Stock-Android von Google direkt abverlangt. Ein Wer­muts­trop­fen bleibt, da Sony das Smartphone mit Verfügbarkeit seit 19. Oktober mit Android 10 ausliefert und bisher keine Zusagen für künftige Updates ausgesprochen hat. Die zuletzt Mitte Oktober auf Build 58.0.A.12.23 aktualisierte Software läuft noch mit den Sicherheits-Updates von August.

Der microSD-Kartenleser bleibt langsam

Nichts verändert hat der Hersteller auch nach Jahren der Kritik am schlecht abschneidenden microSD-Kartenleser, der mit rund 35 MB/s beim Lesen und 32 MB/s beim Schreiben nicht besser als noch beim Xperia 1 II, Xperia 1, Xperia XZ3 oder Xperia XZ2 Compact performt. Sony erreicht damit weniger als die Hälfte der Messwerte aktueller Android-Flaggschiffe, die im besten Fall auf über 80 MB/s in beide Richtungen kommen.

Gleich großer Akku hält länger durch

Dass Sony das Display standardmäßig nur mit 60 statt 120 Hz betreibt, lässt sich vermutlich auf die dadurch negativ beeinflussten Akkulaufzeiten zurückführen. Vielleicht war es aber auch eine im späteren Verlauf der Entwicklung des Smartphones getroffene Entscheidung, weshalb die Funktion nicht von Haus aus aktiviert ist. Dass der 60-Hz-Modus zu längeren Laufzeiten führt, lässt sich ohne Zweifel anhand der Messwerte belegen.

Kabelloses Laden fehlt

Der Akku des Xperia 5 II kommt mit 4.000 mAh auf dieselbe Nennladung wie der Energiespeicher im größeren Xperia 1 II. Dass das im kleineren Gehäuse bei nur 0,1 mm mehr Bautiefe überhaupt möglich ist, beeindruckt. Irgendetwas musste für diese Umsetzung aber weichen und im Fall des Xperia 5 II ist es das kabellose Laden.

Obwohl der Akku gleich groß ist, erreicht das Xperia 5 II bessere Laufzeiten als das Xperia 1 II. Beim kleineren Smartphone muss Sony nur 43 Prozent der Pixel der großen Variante ansteuern. So ist es dann auch möglich, dass das Gerät beim YouTube-Streaming satte 28 Prozent und im PCMark-Dauertest 42 Prozent länger durchhält – mit jeweils 60 Hz. Anders ausgedrückt: Das Xperia 5 II lässt sich mit 120 Hz betreiben und erreicht dann immer noch die Laufzeiten, die das Xperia 1 II mit nur 60 Hz erzielt.

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