Turtle Beach Stealth 600 G2 im Test: Klang und Mikrofonqualität

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Michael Schäfer
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Neutral ausgerichteter Klang

Klanglich hat das Stealth 600, um es gleich auf den Punkt zu bringen, durchschnittliche Kost zu bieten. Der vom Hersteller angegebene Frequenzgang der 50 mm großen „Nanoclear-Treiber“ erstreckt sich über die gewohnten 20 Hz bis 20 kHz und bietet keine wirklichen Höhepunkte. Die Wiedergabe erfolgt sehr neutral, was zunächst angenehm ist. Bei Spielen, vor allem Shootern, reichen die Möglichkeiten des Stealth 600 bei entsprechender Abmischung aus, um zumindest etwas „Rumms“ zu erzeugen. Dabei kommen aber auch die höheren Frequenzen, die nicht selten zur besseren Orientierung benötigt werden, nicht zu kurz. Einigen Spielern kann das Gebotene auf Dauer jedoch zu wenig sein. Die einzige klangliche Beeinflussung, die Turtle Beach direkt für das Stealth 600 bietet, sind die voreingestellten Audio-Profile, die über die Mode-Taste am Headset schnell gewählt werden können:

  • Mode 1: Linear
  • Mode 2: Leichte Bassanhebung
  • Mode 3: Leichte Bass- und Höhenanhebung
  • Mode 4: Mittenanhebung

Diese sind jedoch recht starr sowie dezent gewählt und lassen sich nicht den eigenen Wünschen und Vorstellungen anpassen. Daher muss sich zur Erhöhung entsprechender Frequenzen mit externen Tools beholfen werden. Hier werden die geringen Reserven der Treiber noch deutlicher, gerade beim Tieftonfundament wird der Klang zwar dumpfer, aber es entsteht kein zusätzlicher Druck. Das kann die Atmosphäre bei vielen Spielen schmälern.

Auch die Verkleidung der Ohrmuscheln sind aus Kunststoff
Auch die Verkleidung der Ohrmuscheln sind aus Kunststoff

Neben den Presets verfügt das Stealth 600 über eine sehr werbewirksam als „Superhuman Hearing“ betitelte Funktion, bei der es sich vom Effekt her letztendlich um einen gewöhnlichen Low-Cut-Filter handelt, mit dem nur die höheren Frequenzen dargestellt werden und der bei Shootern Schritte und das Laden der jeweiligen Waffen besser erkennbar machen soll. Positiver Nebeneffekt ist, dass in der Spielhektik die Team-Partner besser zu verstehen sind. Mit beidem geht jedoch erneut ein großes Stück der Atmosphäre verloren.

Musikfreunden kann das Headset dagegen etwas zu lasch eingestellt sein, je nach Musikart (zum Beispiel Klassik) kann die Wiedergabe jedoch auch als passend empfunden werden. Für Filme eignet sich das Stealth 600 dann doch weniger – gerade bei Action-Filmen fehlt am Ende doch im unteren Frequenzbereich einiges für eine gute Unterhaltung.

Eine Raumklang-Funktion besitzt das Stealth 600 Gen 2 nicht.

Der Kopfbügel des Stealth 600 Gen 2 ist ebenfalls komplett aus Kunststoff gefertigt
Der Kopfbügel des Stealth 600 Gen 2 ist ebenfalls komplett aus Kunststoff gefertigt

Mikrofon mit geringem Frequenzgang

Turtle Beach nutzt beim Stealth 600 ein nach zwei Richtungen positionierbares Mikrofon: Bei Nichtnutzung bleibt es hochgeklappt und gleichzeitig deaktiviert. Heruntergenommen lässt es sich darüber hinaus im geringfügigen Maß durch seitliches Klappen näher an das Gesicht heranbringen.

Das Mikrofon des Stealth 600 Gen 2 lässt sich zweifach anpassen
Das Mikrofon des Stealth 600 Gen 2 lässt sich zweifach anpassen

Einen großen Unterschied in der Klangqualität bringt dies jedoch nicht mit sich. Da das Mikrofon generell knapp unter dem Wangenknochen und nicht wie bei anderen Herstellern direkt oder zumindest knapp seitlich vor dem Mund verharrt, hat dies zur Folge, dass der Schall nicht direkt auf den Klangaufnehmer trifft, sondern der, welcher im Raum zurückgeworfen wird. Dementsprechend sind Aufnahmen mit einem gewissen Hall und Nebengeräuschen versehen. Zur dürftigen Verständlichkeit trägt auch der schlechte Eingangspegel des Stealth 600 bei – selbst bei voller Mikrofonlautstärke kamen die Aufnahmen nicht über -12 dB hinaus.

Turtle Beach Stealth 600 Gen 2

Turtle Beach Stealth 600 Gen 2 - Clean
Turtle Beach Stealth 600 Gen 2 - Störgeräusche

Cooler Master MH670

Cooler Master MH-670 - Funk - Clean
Cooler Master MH-670 - Funk - Störgeräusche
Cooler Master MH-670 - Klinke - Clean
Cooler Master MH-670 - Klinke - Störgeräusche

SteelSeries Arctis 1 Wireless

SteelSeries Arctis 1 Wireless - Funk - Clean
SteelSeries Arctis 1 Wireless - Funk - Störgeräusche
SteelSeries Arctis 1 Wireless - Klinke - Clean
SteelSeries Arctis 1 Wireless - Klinke - Störgeräusche

SteelSeries Arctis 1

SteelSeries Arctis 1 - Clean
SteelSeries Arctis 1 - Störgeräusche

Corsair Virtuoso RGB Wireless

Corsair Virtuoso RGB Wireless SE - Funk - Clean
Corsair Virtuoso RGB Wireless SE - Funk - Störgeräusche
Corsair Virtuoso RGB Wireless SE - USB - Clean
Corsair Virtuoso RGB Wireless SE - USB - Störgeräusche
Corsair Virtuoso RGB Wireless SE - Klinke - Clean
Corsair Virtuoso RGB Wireless SE - Klinke - Störgeräusche

Logitech G935

Logitech G935 – Clean
Logitech G935 – Clean, Reduktion Störgeräusche
Logitech G935 – Störgeräusche
Logitech G935 – Störgeräusche, Reduktion Störgeräusche
Logitech G935 – Analog – Clean
Logitech G935 – Analog – Störgeräusche

HyperX Cloud Flight

HyperX Cloud Flight – Clean
HyperX Cloud Flight – Störgeräusche

Creative SXFI Air C

Creative SXFI Air C Clean
Creative SXFI Air C Störgeräusche
Creative SXFI Air C Klinke Clean
Creative SXFI Air C Klinke Störgeräusche

Razer Kraken

Razer Kraken – Clean
Razer Kraken – Störgeräusche

Lioncast LX55

Lioncast LX55 Clean
Lioncast LX55 Störgeräusche

Lioncast LX55 USB

Lioncast LX55 USB Clean
Lioncast LX55 USB Störgeräusche
Lioncast LX55 USB Analog Störgeräusche
Lioncast LX55 USB Analog Clean

What's The Frequency ...

Über den Frequenzgang des Mikrofons hüllt sich Turtle Beach trotz Nachfrage seitens ComputerBase in Schweigen. Die Frequenzanalyse offenbart aber das Dilemma, mit dem viele, vor allem günstigere Funk-Headsets zu kämpfen haben: die Limitierungen in der Bandbreite. So wird schnell deutlich, dass ab rund 8 kHz keine Frequenzen mehr übertragen werden, was sich in der Qualität der Aufnahme widerspiegelt: Zu mehr als eine bessere Telefonqualität ist das Mikrofon nicht in der Lage.

Ab 8.000 Hz ist beim Stealth 600 Gen 2 Schluss
Ab 8.000 Hz ist beim Stealth 600 Gen 2 Schluss

Darüber hinaus zeigt sich die Aufnahmeeinheit recht anfällig für Störgeräusche. Zwar ist die Stimme bei diesen immer noch zu erkennen, trotzdem irritieren die lauten Störungen – ein Popschutz hätte hier gute Dienste leisten können. Von der „ultra klaren Sprachübertragung“, wie sie von Turtle Beach vollmundig versprochen wird, kann somit keine Rede sein.

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