Logitech MX Anywhere 3 im Test: Sensorik, Software und Verarbeitung

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Fabian Vecellio del Monego
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Im Inneren der MX Anywhere 3 findet sich nahezu ausschließlich von der MX Master 3 bekannte Technik. Die USB-Abtastrate bleibt dementsprechend erneut bei niedrigen 125 Hertz, woraufhin die resultierende Latenz bei mindestens 8 ms liegt. Im Office-Betrieb stört das zwar nur, wenn der direkte Vergleich zu schnelleren Mäusen gegeben ist oder die Nutzer empfindlich auf die resultierende Verzögerung reagieren – schade ist es aber dennoch, da zumindest im 2,4-GHz-Funkbetrieb 1.000 Hertz problemlos möglich gewesen wären.

Gute Sensorik auch auf Glas

Als Sensor setzt Logitech indes auf den ebenfalls aus der MX Master 3 bekannten verbesserten Darkfield, dessen Leistung zwar klar hinter modernen Gaming-Sensoren zurückbleibt, aber für den Alltag im Büro vollumfänglich ausreichend ist. Nahezu allen Gaming-Sensoren und auch vielen Office-Mitbewerbern überlegen ist der Lasersensor indes beim Betrieb auf für Maussensoren eigentlich gänzlich ungeeignetem Terrain: Auf hochglanzpolierten Oberflächen oder gar Glas sind mit der MX Anywhere 3 nahezu keine Einschränkungen bemerkbar, während optische, auf LEDs basierende Sensoren eine ungeregelte oder gar keine Bewegung des Mauszeigers bewirken.

Eben jene sind dem Darkfield-Sensor zwar mit der maximalen Auflösung weit voraus, doch mit 200 bis 4.000 Punkten pro Zoll deckt die kleine MX-Maus ein großes cpi-Spektrum ab, ohne dass auf Software-Interpolation zurückgegriffen werden muss. Hier kann sich die MX Anywhere 3 auch von vielen deutlich günstigeren Office-Modellen abheben, die nativ oftmals nur maximal 1.000 oder 1.600 cpi bieten. Bei einem Full-HD-Bildschirm mag das ausreichen, führt aber bei mehreren hochauflösenden Anzeigen zu potentiell weiten und mühseligen Mausbewegungen.

Hohe Laufzeit und moderner Anschluss

Logitech selbst bescheinigt der MX Anywhere 3 eine Akkulaufzeit von „bis zu 70 Tagen“, verweist aber darauf, dass selbige „durch Nutzer und Rechnerumfeld“ beeinflusst werden kann. Im Fall der identisch spezifizierten MX Master 3 erklärte der Hersteller gegenüber ComputerBase, dass zunächst der durchschnittliche Stromverbrauch in 24 Stunden gemessen und anschließend maschinell simuliert werde. Offen bleibt weiterhin die Frage, wie viele Stunden täglicher Nutzung der Hersteller zur Berechnung der Laufzeit veranschlagt. Zudem ist unbekannt, ob die Verbindung per 2,4-GHz-Funk oder per Bluetooth berücksichtigt wurde – letzteres spart Energie, geht jedoch mit einer höheren Latenz einher.

Es lässt sich unabhängig davon festhalten, dass die MX Anywhere 3 über eine hohe Akkulaufzeit verfügt. In gut einer Woche des alltäglichen Betriebs sank die in der Software angezeigte Ladestandsanzeige nur sehr geringfügig. Es kann davon ausgegangen werden, dass die kleine MX-Maus ebenso wie die große Schwester problemlos mehrere Wochen verwendet werden kann, bevor ein Aufladen fällig wird. Und apropos Laden: Logitech wirbt damit, dass bereits ein einminütiges Laden rund drei Stunden Laufzeit bereitstellen soll.

Selbstredend lässt sich die Maus auch dauerhaft am USB-A-auf-USB-C-Kabel verwenden. Die Datenübertragung muss aber auch dann zwingend per Funk stattfinden – über das Kabel fließt lediglich Strom. Mit der Mac-Version des Nagers wird des Weiteren ein USB-C-auf-USB-C-Kabel geliefert.

Starke Software mit zahlreichen Presets

Auch wenn Nutzer der MX Anywhere 3 zum Betrieb keinen speziellen Treiber benötigen, kann es sich dennoch lohnen, zusätzliche Software zu installieren. Mit Logitech Options bietet der Hersteller ein eigenes Programm an, um die Maus nach eigenem Belieben zu konfigurieren.

Die Tasten lassen sich umfassend individualisieren

Das Programm gestattet es in erster Linie, die Sensorauflösung und Tastenbelegung der Maus anzupassen. Im Falle ersterer lässt sich über einen Schieberegler gemäß der Namensgebung lediglich die Zeigergeschwindigkeit ändern, was vermuten lässt, dass Logitechs Software sich Windows-eigener Mausoptionen bedient. Dem ist allerdings nicht so, denn tatsächlich lässt sich die native Auflösung des Sensors verändern, wobei lediglich die Anzeige einer cpi-Skala fehlt.

Zur Änderung der Tastenbelegung steht derweil neben vordefinierten Aktionen eine Makroaufnahme zur Verfügung. Zwar lässt sich jene – ebenso wie alle anderen Einstellungen – nur in einem allgemeinen Profil sichern, doch unterscheidet dieses zwischen verschiedenen Anwendungen: Ab Werk bietet Logitech Presets für Google Chrome, Microsoft Edge, Word, Excel und PowerPoint sowie für Adobe Photoshop und Premiere Pro an. Einige weitere installierte Programme werden von Logitech Options erkannt oder in Form ihrer .exe-Datei manuell ausgewählt. Anschließend lassen sich benutzerdefinierte Konfigurationen erstellen. Auch die Sensor- und Mausrad-Einstellungen können bei Bedarf auf diese Weise angepasst werden.

Logitech Flow gefällt nach wie vor

Falls die MX Anywhere 3 mit mehreren Windows- oder Mac-Systemen verbunden ist, lassen sich über Logitech Flow (Test) in die Zwischenablage kopierte Dateien zwischen den verschiedenen Rechnern austauschen. Einzige Bedingung ist, dass sich alle Computer im selben WLAN-Netzwerk befinden und Logitech Options im Hintergrund laufen haben. Ein weiterer Vorteil des Features ist der einfache Wechsel zwischen den Systemen: Muss normalerweise die entsprechende Taste auf der Unterseite des Eingabegerätes betätigt werden, reicht es dank Flow bereits aus, den Mauszeiger aus dem Bildschirm des ersten Systems nach rechts in den Sichtbereich des zweiten Systems zu verschieben. Sofern eine kompatible Logitech-Tastatur verwendet wird, schaltet auch diese automatisch zum jeweiligen Rechner um.

Sofern die gewünschte Software-Konfiguration abgeschlossen wurde, lässt sich Logitech Options grundsätzlich beenden – die MX Anywhere 3 speichert viele der getroffenen Einstellungen autark auf ihrem internen Speicher. Für einige individuelle Sonderbelegungen und die Verwendung von Logitech Flow muss die Software allerdings permanent aktiv bleiben – zumindest Ersteres ist schade. Es sei aber positiv angemerkt, dass Logitech Options im Hintergrund zumindest wirklich unauffällig bleibt und nicht – wie viele andere Mausprogramme – nur in die Taskleiste minimiert wird. Auch die benötigte CPU-Last fällt passiv minimal aus.

Robuste Verarbeitung gefällt

Positiv hervorzuheben ist derweil die Verarbeitung der MX Anywhere 3: Die Maus ist schlichtweg sehr robust. Auch mit hohem Kraftaufwand lässt sich das Chassis nirgends auch nur temporär eindellen und beim Schütteln ist kein Klappern zu vernehmen. Es überrascht daher nicht, dass die Spaltmaße durchweg akkurat ausfallen. Die gummierten Seiten sind zwar potentiell anfällig für Abrieb, dazu kam es in gut einer Woche des alltäglichen Gebrauchs aber – selbstredend – noch nicht.

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