Marshall Major IV im Test: Klang, Telefonie, Latenz und Fazit

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Frank Hüber
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Der Klang des Marshall Major IV

Klanglich erfindet sich Marshall mit dem Major IV nicht neu. Der Bass ist druckvoll und voluminös, die Höhen sind klar und prägnant. Die Abstimmung ist somit modern, wobei es Marshall beim Bass erneut nicht übertreibt. Dieser ist etwas in die Mitten gezogen, was ihn wahrnehmbarer macht, die bei manchen Tracks gezielt eingesetzten ganz tiefen Frequenzen so aber nicht entsprechend umsetzt. Auch bei leiser Wiedergabe ist der Bass so aber zu hören. Die Frequenzen sind klar getrennt und einzelne Instrumente lassen sich gut heraushören.

Bei maximaler Lautstärke neigen die Höhen erneut zu übertriebener Härte und der Klang wird unangenehm scharf.

Kein Transparenzmodus

Als On-Ear-Kopfhörer verzichtet der Major IV auf einen Transparenzmodus, der die Umgebungsgeräusche an das Ohr des Trägers durchleitet. Da die Umgebung je nach Wiedergabelautstärke unter dem Kopfhörer noch eingeschränkt wahrgenommen wird, ist ein Transparenzmodus nicht unbedingt erforderlich.

Nur eingeschränkt für Telefonie

Bei Telefonaten über den Marshall Major IV ist die Filterung deutlich zu hören. Das Gesprochene wird von einem hörbaren Rauschen umgeben und klingt etwas blechern und leise. Für Telefonate sollte der Major IV somit nur im Ausnahmefall genutzt werden.

Marshall Major IV – Mikrofonqualität
Anker Soundcore Life Q30 – Mikrofonqualität
Skullcandy Crusher Evo – Mikrofonqualität
JBL Club One – Mikrofonqualität
JBL Club 950NC – Mikrofonqualität
Jabra Evolve2 85 – Mikrofonqualität
Jabra Elite 45h – Mikrofonqualität
Sony WH-1000XM4 – Mikrofonqualität
Sony WH-1000XM3 – Mikrofonqualität
Sony WH-CH710N – Mikrofonqualität
iFrogz Airtime Vibe – Mikrofonqualität
Bowers & Wilkins PX5 – Mikrofonqualität
Montblanc MB 01 – Mikrofonqualität
Beyerdynamic Amiron wireless copper – Mikrofonqualität
Marshall Monitor II A.N.C. – Mikrofonqualität

Latenz im Vergleich

Der Marshall Major IV setzt beim Audio-Codec nur auf das obligatorische SBC. Einen Low-Latency-Codec bieten sie wie die meisten Kopfhörer nicht. Im Vergleich zu den Audio-Codecs AAC oder aptX, die von vielen Konkurrenten eingesetzt werden, ist SBC in Bezug auf die Latenz aber nicht von Nachteil. Dies stellt der Major IV ebenfalls unter Beweis, der sowohl unter Android als auch unter iOS nicht durch eine erhöhte Latenz auffällt, sondern im normalen Bereich von 160 bis 180 ms liegt, so dass Bild und Ton bei der Videowiedergabe keinen störenden Versatz aufweisen.

Latenz zwischen Bild und Ton im Vergleich
Kopfhörer Latenz
Marshall Major IV 160–180 ms (Android/iOS, SBC)
Anker Soundcore Life Q30 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Skullcandy Crusher Evo 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
JBL Club One 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Jabra Evolve2 85 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Jabra Elite 45h 160–180 ms (Android/iOS, SBC)
Sony WH-1000XM4 160–180 ms (Android, LDAC) / 160–180 ms (iOS/Android, AAC)
JBL Club 950NC 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Sony WH-CH710N 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
iFrogz Airtime Vibe 160–180 ms (Android/iOS, AAC)
Sony WH-1000XM3 160–180 ms (Android, LDAC) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Bowers & Wilkins PX5 160–180 ms (Android, aptX HD) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Montblanc MB 01 160–180 ms (Android, aptX HD) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Sennheiser Momentum 3 Wireless 80 ms (Android, aptX LL) / 160–180 ms (iOS, AAC)
Marshall Monitor II A.N.C. 160–180 ms (Android/iOS, SBC)
beyerdynamic amiron wireless copper 160–180 ms (Android, aptX HD) / 160–180 (iOS, AAC)

Fazit

Der Marshall Major IV ist ein sehr leichter Dauerläufer, der sich mit dem neuen Falt-Clip noch kleiner zusammenpacken und mitnehmen lässt. In Kombination mit seiner robusten Bauweise eignet er sich so hervorragend als ständiger mobiler Begleiter, den man nicht fortwährend mit Samthandschuhen anfassen muss, sondern problemlos als Gebrauchsgegenstand behandeln kann – was er ist und wie es sein sollte.

Insgesamt klingt der Marshall Major IV sehr gut und sorgt mit seiner soliden Abstimmung und dem angenehmen Sitz dafür, dass man ihn stundenlang trägt. Bei maximaler Lautstärke wird er jedoch zu hart und die Bässe sind etwas in die Mitten gezogen. Die Bedienung über den Joystick, der gleichzeitig erneut optische Akzente setzt, ist intuitiv, direkt und sehr gut umgesetzt. In diesem Punkt sammelt er abermals Pluspunkte gegenüber der Konkurrenz, bei der man manchmal noch mit dem Ertasten des richtigen Knopfes beschäftigt ist, während die Aktion auf dem Major IV schon umgesetzt ist.

Auf Extras und Spielereien muss man beim Major IV allerdings verzichten. Der Anschluss eines zweiten Kopfhörers per Kabel und das Durchleiten des Bluetooth-Signals an den Audio-Ausgang, um gemeinsam Musik hören zu können, sind die einzigen Extras, die Käufer geboten bekommen. Auf Multi-Connect, einen hochwertigen Audio-Codec und eine optionale App für Updates und auf dem Ohrhörer speicherbare Equalizer-Presets muss der Käufer hingegen verzichten. Als Headset-Ersatz eignet sich der Major IV nicht.

Dem soliden Gesamtpaket, das man mit dem sehr gut verarbeiteten Marshall Major IV erwirbt, macht das allerdings keinen Strich durch die Rechnung.

ComputerBase hat den Major IV leihweise von Marshall zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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