Loewe We Hear 2 im Test: Klang und Laufzeiten

 2/3
Michael Schäfer
50 Kommentare

Klang

Der We Hear 2 besitzt laut Hersteller einen Frequenzgang von 57 Hz bis 20 kHz, wobei die maximale Leistung mit 60 Watt (2 × 15 Watt RMS) angegeben wird.

Klanglich präsentiert der Lautsprecher zwar ein ausgewogenes Bild, aber wie beim Essen bedeutet ausgewogen nicht immer, dass es auch wirklich schmeckt. Diese Beschreibung passt auch auf den We Hear 2, der zuweilen je nach Musikrichtung recht lustlos agiert. Die unteren Frequenzen sind zwar gut zu vernehmen, dennoch schaffte es der We Hear 2 im Test zu keiner Zeit, wirklichen Druck und somit auch Spaß am Musikhören aufzubauen. Alleine bei der Größe des Klanggebers dürften viele Käufer etwas anderes erwarten. Ein zum Vergleich herangezogener und bereits etwas älterer Megaboom 3 aus dem Hause Ultimate Ears (Test) liefert trotz geringerer Größe einen deutlich spielfreudigeren und satteren Klang – bei einem aktuellen Straßenpreis von rund 150 Euro.

Der obere Treiber ist für den Bass zuständig
Der obere Treiber ist für den Bass zuständig

Kein Klangeinfluss möglich

Das Problem beim We Hear 2 ist auch darin zu finden, dass er von Haus aus keine Möglichkeiten bietet, Einfluss auf den Klang zu nehmen. Daher besitzt er keine Boost-Einstellung, um den Bassbereich etwas anheben oder die Höhen etwas mehr betonen zu können. Eine eigene App für Klangeinstellungen bietet Löwe ebenso wenig. Wenn der Klang also angepasst werden soll, ist dies nur über den jeweiligen Equalizer des Quellgerätes möglich. Solche Lösungen agieren jedoch qualitativ nicht immer gleichmäßig, sodass das Ergebnis mal besser, mal schlechter ausfallen kann.

Eher ein Leisetreter

Auch eine laute Ausgabe mag der Testkandidat nicht wirklich. Bereits zur Hälfte der maximalen Lautstärke beginnt der We Hear 2 zu pumpen und das ganze Klangbild wirkt eher „krächzend“ – es kommt dann auch zu ersten Verzerrungen. Somit ist der Lautsprecher selbst für kleine Feierlichkeiten eher weniger prädestiniert. In Kombination mit einer zweiten Einheit als Stereo-Set ist zumindest ein räumlicher Effekt gegeben, der mit einem einzelnen Lautsprecher nicht erreicht werden kann.

Die benötigten Bedienelemente befinden sich hier der Lasche
Die benötigten Bedienelemente befinden sich hier der Lasche
Die große Lasche des We Hear 2 dient eher dekorativen Zwecken
Die große Lasche des We Hear 2 dient eher dekorativen Zwecken

Optisch gute Aufstellung nicht einfach

Die Ausrichtung des We Hear 2 verwirrt bei der Nutzung ein wenig. Anders als bei anderen runden Lautsprechern wird hier der Schall nicht in 360°, sondern nach vorne abgestrahlt. Wird der Klangausgeber entsprechend aufgestellt, ist seitlich die Lasche mit den darunter liegenden Bedienelementen zu erkennen. Das mag für die Handhabung von Vorteil sein, könnte dem einen oder anderen Nutzer optisch jedoch ein wenig missfallen. Werden zwei Einheiten verwendet, zeigen beide Laschen in die gleiche Richtung – sie können somit nicht nach außen gedreht werden, um sie zumindest ein wenig aus dem Blickfeld zu „verbannen“. Darüber hinaus sind die Halterungen für die Trageriemen zu erkennen. Hier wird erneut deutlich, dass oben liegende Bedienelemente und hinten angebrachte Halterungen die optisch bessere Lösung gewesen wären.

Aus der Position ergibt sich bei der mobilen Nutzung per Gurt ein anderes Problem, denn hier strahlt der Lautsprecher zur Seite ab. Das bedeutet, dass der Schall entweder von der jeweiligen Person weggeht oder der Lautsprecher durch den Körper abgedeckt wird und die Ausgabe dadurch dumpfer klingt. Auch hier wurde das Konzept nicht zu Ende gedacht.

Laufzeiten

Der We Hear 2 verfügt laut Loewe über einen fest verbauten Energiespeicher mit einer Kapazität von 4.000 mAh, der den Lautsprecher bis zu 17 Stunden mit Strom versorgen soll. Im Test wurde dieser Wert über mehrere Tage hinweg und mit leichter und leiser „Fahrstuhlmusik“ im Hintergrund sogar um fast eine Stunde übertroffen. Doch solche Werte sind in den genannten Zeiträumen mit Vorsicht zu genießen – eine dauerhaft höhere Lautstärke oder eine andere Musikrichtung können die Messwerte schnell in eine andere Richtung ausschlagen lassen.

Hinter einer wasser- und staubdichten Lasche liegen der Ladeanschluss und AUX-Eingang
Hinter einer wasser- und staubdichten Lasche liegen der Ladeanschluss und AUX-Eingang

Ist der Akku einmal vollends gelehrt, kann er über ein normales Netzteil mit 5 V bei 2 A geladen werden. Ein kompletter Ladevorgang soll sich laut Hersteller auf bis zu vier Stunden erstrecken, eine Schnellladefunktion besitzt der Lautsprecher nicht. Gleiches gilt für die Möglichkeit, externe Geräte über den Akku zu laden.

25 Jahre ComputerBase!
Im Podcast erinnern sich Frank, Steffen und Jan daran, wie im Jahr 1999 alles begann.